Micron schießt weiter in die Höhe, Nvidia trotzt den Skeptikern, DroneShield baut neues Vertrauen auf und Orsted leidet wieder unter Donald Trump
Die Jahresendrallye lässt ein wenig an Durchschlagkraft vermissen
An den letzten Handelstagen des laufenden Jahres hält sich an den Börsen durchaus noch die Zuversicht bei den Aktionären. Die US-Indizes konnten am Montag sichtlich zulegen und der DAX hielt sich immerhin auf hohem Niveau. Doch während sich in manchem Sektor wieder Aufbruchstimmung breitmacht, bekommen es die Börsianer anderswo mit dezenten Anflügen von Panik zu tun.
Wieder höher im Kurs steht das Thema KI, was zu weiten Teilen den hervorragenden Zahlen von Micron (US5951121038) zu verdanken ist. Der Speicherhersteller profitiert schwer von der enormen Nachfrage nach Chips, was sowohl die Umsätze als auch die Gewinne aufgrund rasant steigender Margen antreibt. Mit dem Gewinn je Aktie konnten die Erwartungen der Analysten regelrecht pulverisiert werden.
Das bescherte der Micron-Aktie bereits in der vergangenen Woche enorme Kurssprünge und zu Beginn der neuen Woche machten die Bullen einfach munter weiter. Es ging um weitere vier Prozent bis auf 276,59 US-Dollar aufwärts. Doch selbst hier sehen vielen Beobachter noch eine mögliche Unterbewertung. Denn Micron selbst rechnet mit einer Entspannung bei der Speicherpreisen nicht vor 2027. Bis dahin spricht aktuell alles für vielleicht sogar noch höhere Margen und die Speicherkrise entwickelt sich hier zu einem klaren Wachstumsmotor.
Nvidia auf dem Vormarsch
Für Nvidia (US67066G1040) ist knapper Speicher eine weniger erfreuliche Nachricht. Allerdings machen sich die Anleger dafür Hoffnung darauf, dass in China wieder mehr Geschäft entstehen könnte, nachdem die US-Regierung den Export von H200-Chips genehmigte. Die Regierung in Peking rät heimischen Unternehmen zwar vom Einsatz von US-Chips ab. Jüngste Gerüchte sprechen jedoch davon, dass die Kunden dennoch bereits Schlangestehen würden.
Zusätzlich lässt die Knappheit von Speicherchips auch erahnen, dass der KI-Boom lange nicht an seinem Ende angekommen ist und Nvidia auf Nachfrageseite so schnell nicht auf dem Trockenen sitzen wird. Damit im Hinterkopf können die Bullen auch erneut skeptische Worte von Star-Investor Michael Burry wegstecken. Die Nvidia-Aktie glänzte im gestrigen Handel mit Aufschlägen von 1,5 Prozent und der Kurs bewegte sich auf 183,69 Dollar aufwärts.
DroneShield auf dem Wege der Besserung
Im Verteidigungssektor lässt Kauflaune noch etwas auf sich warten, da noch immer gespannt auf Ergebnisse aus laufenden Friedensverhandlungen um den Ukraine-Konflikt gewartet wird. Der Aktie von DroneShield (AU000000DRO2) gelang es aber dennoch, ihre Erholung im hohen Tempo fortzusetzen. Neue Governance-Regeln bringen eine große Portion Vertrauen zurück. In Zukunft gelten Mindestbeteiligungen für Vorstandsmitgliedern, die beim CEO 200 Prozent seines Jahresgehalts betragen sollen.
Zuvor sorgten Insiderverkäufe im großen Stil zu einem massiven Kurseinbruch, worauf nun mit den neuen Vorgaben reagiert wird. Das kommt bei den Anlegern gut an und es wird wieder etwas frisches Vertrauen gefasst. Die Aktie von DroneShield verbesserte sich am Montag um ansehnliche 14,3 Prozent, bliebt mit einem Schlusskurs von 1,81 Euro aber weiterhin ein gutes Stück vom Allzeit-Hoch, das nahezu doppelt so hoch ausfiel.
Orsted und Trumps Kampf gegen Windmühlen
Sehr viel schlechtere Stimmung herrschte in der Windkraftbranche, nachdem die USA sich abermals fadenscheinige Gründe aus den Fingern gesogen haben, um gleich mehrere Windkraftprojekte zu stoppen. Der Regierung zufolge liege dies an Sorgen um die nationale Sicherheit. Stark reflektierende Türme würden zu Radarstörungen verursachen, weshalb das Verteidigungsministerium Beschwerde eingelegt habe. Betroffen sind auch Vorhaben von Orsted (DK0060094928), was der Aktie gestern einen Kursverlust von fast zehn Prozent bescherte.
Unter den Tisch fallen lässt die US-Administration, dass jegliche der gestoppten Projekte bereits im Vorfeld einer ausführlichen Prüfung unterzogen wurden. Zudem ist wohlbekannt, dass US-Präsident Donald Trump von Windkraft nichts hält und stattdessen lieber die Förderung von Öl und Gas weiter unterstützen würde. Im Sommer wurde bereits ein nahezu fertiger Windpark von Orsted gestoppt, was etwas später die Gerichte aber wieder kassierten. Ob es im jüngsten Fall ähnlich laufen wird, bleibt derzeit noch offen. Darauf verlassen wollen die Anleger sich offensichtlich nicht.
Es geht hoch her
Zum Start der Weihnachtswoche war von Besinnlichkeit an den Märkten wenig zu spüren, was tatsächlich etwas überraschend kam. Denn für gewöhnlich fällt der Handel zu dieser Zeit des Jahres eher gedämpft aus und nicht wenige Investoren dürften sich gedanklich bereits in den Urlaub verabschiedet haben. In diesem Jahr allerdings scheint die Nervosität anhaltend hoch auszufallen, sodass auch kleinere Meldung noch signifikante Auswirkungen auf Aktienkurse haben können.
Micron Technology-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Micron Technology-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron Technology-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Micron Technology - hier weiterlesen...
23.12.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)







06.06.2026
05.06.2026
05.06.2026
05.06.2026