Orsted obsiegt vor Gericht gegen die US-Regierung und will die Bauarbeiten beim Projekt Revolution Wind schnellstmöglich wieder aufnehmen
Bei Orsted lässt man sich auch von Donald Trump offenbar nicht beeindrucken
Die aktuelle US-Regierung unter Donald Trump kämpft viele Kämpfe. Einer davon widmen sich Windkraftanlagen, welche US-Präsident Donald Trump wiederholt als teuer und unschön verunglimpfte, freilich ohne jedwede Belege zu liefern. Um politischen Druck auszuüben, reichte es aber allemal. Im Dezember verhängte das Weiße Haus einen Baustopp für gleich fünf Offshore-Projekte.
Argumentiert wurde damit, dass die Anlagen eine Bedrohung für die Nationale Sicherheit darstellen würden. Als Beleg sollten als geheim eingestufte Informationen gelten. Orsted (DK0060094928) setzte sich dagegen vor Gericht zur Wehr und bekam nun Recht, wie unter anderem im „Handelsblatt“ zu lesen ist. Die Richter wollten der Argumentation der US-Administration nicht folgen.
Letztere reagierte bislang noch nicht auf das Urteil. Orsted selbst zeigte sich derweil zufrieden und kündigte an, mit den Bauarbeiten so schnell wie möglich weitermachen zu wollen. Das kam bei den Anlegern gut an, welche die Aktie am Dienstag zeitweise um mehr als sechs Prozent in die Höhe schickten. Im vergangenen Monat löste das Vorgehen der US-Regierung noch einen veritablen Kursrutsch aus.
Nun wird in Aussicht gestellt, dass Revolution Wind noch im Jahr 2026 fertiggestellt und Energie liefern könnte. Die US-Regierung muss sich derweil mit weiteren Klagen herumschlagen. Ob Orsted den juristischen Weg weitergeht und für die Tage des Baustopps noch Entschädigungen einfordern könnte, ist nicht überliefert. Die Aktionäre sind erst einmal froh, dass der dänische Konzern sich trotz des enormen Drucks der US-Regierung nicht aus der Ruhe bringen lässt.
Orsted kann sich in den USA nicht ausruhen
Die Schlacht mag für Orsted gewonnen sein. Es ist aber eher nicht davon auszugehen, dass Präsident Trump und seine Gefolgsleute deshalb ihren Krieg gegen Windmühlen begraben werden. Anleger müssen sich zumindest gedanklich darauf einstellen, dass die US-Administration alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel nutzen wird, um der Windkraft Steine in den Weg zu legen. Denn dabei geht es mitnichten um Fragen der Landschaft oder der Effizienz, sondern schlicht und ergreifend um Ideologie.
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14.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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