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Nike sorgt für Ernüchterung, neue Hoffnung für Carnival, Oracle zieht den Sparstrumpf an und Microsoft bleibt auf niedrigem Niveau

Die Märkte zeigen sich freundlicher, doch noch ist die Wende nicht geschafft

NTG24 - Nike sorgt für Ernüchterung, neue Hoffnung für Carnival, Oracle zieht den Sparstrumpf an und Microsoft bleibt auf niedrigem Niveau

 

Am Dienstag gab es gleich mehrere Anzeichen dafür, dass der Krieg im Iran vielleicht doch noch zu einem baldigen Ende finden könnte. Optimismus verbreiteten unter anderem Berichte, laut denen China und die Türkei an einer Initiative für einen sofortigen Waffenstillstand und eine Öffnung der Straße von Hormus arbeiteten würden. Zudem ließ US-Präsident Donald Trump wissen, die Angriffe binnen „weniger Wochen“ beenden zu wollen, was auch immer Trumps Worte noch wert sein mögen. Die Ölpreise gingen nach unten und die Börsen drehten auf.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDavon konnte zunächst auch die Aktie von Nike (US6541061031) profitieren. Im regulären Handel ließ die Sorge um Inflation und nachlassende Konsumstimmung etwas nach und der Kurs legte um 3,1 Prozent bis auf 52,82 US-Dollar zu. Dummerweise legte der Sportartikelhersteller nach Börsenschluss aber Zahlen vor, welche die Bullen wieder in die Flucht schickten. Der Kurs brach nachbörslich um 9,3 Prozent bis auf 47,84 Dollar zu den hiesigen Morgenstunden ein.

 

 

 

Dabei waren die Ergebnisse aus dem letzten Quartal nicht einmal katastrophal. Der Umsatz stagnierte zwar bei 11,3 Milliarden Dollar und der Gewinn ging um 35 Prozent auf 520 Millionen Dollar zurück. Beide Kennzahlen lagen jedoch über den Erwartungen der Analysten. Enttäuscht hat jedoch der weitere Ausblick. Nike rechnet mit einem Umsatzrückgang von zwei bis vier Prozent im gerade abgelaufenen Quartal und besonders der chinesische Markt soll herbe Einbußen verzeichnen.

 

Carnival dreht nach Norden

 

Die Aktie von Carnival (PA1436583006) wurde nicht weiter durch schwächere Aussichten belastet, sondern profitierte stark von Hoffnungen auf Frieden sowie spürbaren Rückgängen bei den Ölpreisen. Dadurch keimt auch neue Zuversicht darauf auf, dass die Tourismus- und Kreuzfahrtbranche vielleicht doch nicht mit hohem Tempo gegen eine Wand fährt. Es reichte am Dienstag für eine Erholung um rund acht Prozent und der Kurs landete zu Handelsschluss bei immerhin 25,88 Dollar.

Das ist ein einigermaßen versöhnlicher Abschluss für den März, doch bleibt es dennoch bei Kursverlusten von knapp 18 Prozent im Monatsvergleich. Getragen wurden die gestrigen Aufschläge letztlich nur von der Hoffnung. Tatsächlich passiert ist noch eher wenig und mancher Anleger mag noch die Befürchtung haben, dass die Lage sich wieder drehen könnte und insbesondere Worte von Donald Trump kaum mehr wert sind als ein Aprilscherz.

 

Oracle auf Sparkurs

 

Zu den Profiteuren der spontanen Erholung gehörten auch Aktien aus dem Tech-Segment. Bei Oracle (US68389X1054) kamen zu den Friedenshoffnungen zusätzlich Berichte dazu, dass der Konzern wohl mit einem breiten Abbau von Stellen begonnen hat. Zuerst berichtete darüber der „Business Insider“. Mit der Entlassung von bis zu 30.000 Mitarbeitern sollen laut Insidern jährlich 8 bis 10 Milliarden Dollar eingespart werden. Offiziell ist das Ganze allerdings noch nicht.

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Selbst Gerüchte zu Einsparungen werden von den Anlegern aber gerne gesehen, da die Märkte sich in letzter Zeit große Sorgen um die Ausgabenwut von Oracle im KI-Bereich machten. Es fehlt weiterhin an einer klaren Aussicht darauf, wie das Unternehmen solche Investitionen wieder hereinholen möchte. Ähnlich wie bei Carnival verbesserte der Kurs sich gestern merklich und legte um sechs Prozent auf 147,11 Dollar zu, doch den Abwärtstrend kann die Oracle-Aktie damit noch nicht abschütteln.

 

Warnt Microsoft etwa vor KI?

 

Dass KI vielleicht nicht immer der Weisheit letzter Schluss ist, davor warnte kürzlich ausgerechnet Microsoft (US5949181045), bzw. genauer Linkedin-Chef Ryan Roslansky. Gegenüber dem „Handelsblatt“ sprach jener davon, dass es für niemanden produktiv sei, wenn jemand den ganzen Tag Linkedin-Beiträge von einer KI schreiben ließe. In solchen Fällen soll es wohl auch freundliche Warnungen geben. Sanktionen sind zwar nicht vorgesehen, doch der Manager warnt, dass dies letztlich wohl die Community erledigen würde.

Auch wenn Künstliche Intelligenz fraglos ihre Vorzüge hat, so werden die Zweifel größer, ob die Technologie wirklich immer sinnvoll ist. Gerade das Aufkommen von immer mehr KI-Schrott im Netz hinterlässt da so manchen Zweifel und Microsoft trat bei der KI-Integration in Windows auch schon auf die Bremse. Eine gewisse Verunsicherung auf Seiten der Anleger ist nicht zu übersehen. Die Microsoft-Aktie reihte sich zwar in einem freundlichen Handel am Dienstag mit Kursgewinnen von 3,1 Prozent ein. Es bleibt hier aber bei Verlusten von 23,5 Prozent seit Jahresbeginn.

 

Das Prinzip Hoffnung

 

Die Bullen meldeten sich zum Ende eines mehr als schwachen Börsenmonats noch einmal zurück, konnten letztlich aber nur etwas Schadensbegrenzung betreiben. Die Lage im Nahen Osten bleibt hochdynamisch und ein schnelles Kriegsende ist erst einmal nur eine eher vage Hoffnung. Sollte jene sich nicht bestätigen, könnte es recht schnell wieder abwärts gehen. Dass Israel ankündigte, den Konflikt noch länger verfolgen zu wollen, dürfte manchem Optimist auch schon etwas den Wind aus den Segeln nehmen.

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01.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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