Trotz hervorragender Absatzzahlen von Konsolen und Spielen leidet Nintendo unter steigenden Kosten und die Aktie wird aufgrund mauer Aussichten durchgereicht
Treiben Zölle und Speichermangel Nintendo in die Krise?
Eigentlich könnte Nintendo mit den kürzlich vorgelegten Ergebnissen für das dritte Geschäftsjahr sehr zufrieden sein. Die neue Spielekonsole Switch 2 verkauft sich weiterhin blendend und der Vorgänger konnte manchen Rekord übertreffen. Das japanische Unternehmen scheint sich noch immer bester Beliebtheit zu erfreuen. Doch die Börse ist nicht ganz zufrieden. Besonders steigende Kosten schicken die Anleger eher in die Flucht.
Berichtet hat Nintendo (JP3756600007) für das zurückliegende Quartal über einen um 86 Prozent auf umgerechnet 4,4 Milliarden gestiegenen Umsatz. Das lag etwas unterhalb der Analystenschätzungen. Jene konnten aber mit dem Nettogewinn übertroffen werden, der um 24 Prozent auf rund 870 Millionen Euro anstieg. Bis hierhin scheint alles in Ordnung zu sein. Auch die Verkaufszahlen von Konsolen und Spielen sind in der Bilanz beileibe kein Schandfleck.
7,01 Millionen Einheiten der Spielekonsole Switch 2 konnte Nintendo im wichtigen Weihnachtsgeschäft verkaufen. Damit steigt die Installationsbasis auf 17,37 Millionen Einheiten, was in einem Zeitraum von gerade einmal sechs Monaten erreicht werden konnte. Keine andere Konsole konnte sich bisher derart schnell etablieren und so hohe Absatzzahlen erzielen. Sogar den eigenen Vorgänger übertrifft Nintendo mit der Switch 2.
Nintendo kämpft mit steigenden Kosten
Letzterer verlor im letzten Quartal etwas an Schwung, was aber nach der Veröffentlichung der Switch 2 nur zu erwarten war. Mitteilen konnte Nintendo aber, dass die erste Switch sich insgesamt 155,37 Millionen Mal verkaufen konnte. Damit wird der bisherige Unternehmensrekord übertroffen, welcher einst mit dem Nintendo DS aufgestellt werden konnte. Um zur erfolgreichsten Konsole aller Zeiten aufzusteigen und die PlayStation 2 zu überholen, fehlen noch rund 4,5 Millionen Verkäufe. Doch dabei handelt es sich nur um eine Prestigeangelegenheit, die bei Nintendo keine große Priorität haben dürfte.
Wichtiger für den Konzern ist, möglichst viele Spiele zu verkaufen. Dabei punktete man im letzten Quartal mit 17,31 Millionen verkauften Spielen für die Switch 2 und 47,37 Millionen verkauften Titeln für die Switch 1. Insgesamt konnten auf der im Jahr 2017 veröffentlichten Konsole nun schon 1,5 Milliarden Spiele abgesetzt werden. Auch das ist eine Marke, von der viele Konkurrenten nur träumen können. Die Prognose von Nintendo bleibt unangetastet. Im noch bis März laufenden Fiskaljahr sollen 19 Millionen Switch-2-Konsolen und 48 Millionen Spiele abgesetzt werden. Der Vorgänger soll sich nur noch vier Millionen Mal verkaufen und statt 155,4 Millionen Spiele aus dem Vorjahr noch 125 Millionen Einheiten bei der Software erreichen.
Die Börsen taten sich schwer damit, die positiven Seiten bei Nintendo zu sehen. Das alles beherrschende Thema bleibt nach wie vor die Speicherkrise. Laut Nintendo-Chef Shuntaro Furukawa soll jene im laufenden Quartal zwar noch keine Rolle spielen. Eine grundsätzliche Entscheidung zur künftigen Preisgestaltung sei aber noch nicht gefallen. Est bei den nächsten Zahlen soll es entsprechende Prognosen geben.
Die Angst geht um
Solche Worte befeuern Ängste darum, dass Nintendo die Verkaufspreise in diesem Jahr wohl merklich anheben könnte, was den Absatzzahlen und damit der für die Software-Verkäufe kaum weiterhelfen würde. Derartige Aussichten haben der Aktie bereits merklich zugesetzt. Nun scheinen die Sorgen noch größer zu werden. Der Aktienkurs gab in Tokio nach den Zahlen zeitweise zweistellig nach. Hierzulande ging es am Mittwoch mit Verlusten von 7,1 Prozent und einem neuen 52-Wochen-Tief in den Handel.
Die Anteilseigner sind von den Gewinnen nicht begeistert und fürchten um weitere Rückschläge in der Zukunft. Zur Speicherkrise hinzu kommen dabei auch noch US-Zölle, welche schon jetzt für spürbare Kosten sorgen. Nintendo macht die Angelegenheit auch nicht besser durch das Fehlen von der Aussicht von hochkarätigen Titeln wie neuen Einträgen aus den Reihen „Super Mario“ oder „The Legend of Zelda“. Der Funke scheint nicht mehr richtig überspringen zu wollen.
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04.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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