Nintendo fordert die US-Regierung in einer Klage zur Rückzahlung von Zöllen auf und folgt damit dem Beispiel anderer Unternehmen
Für Nintendo geht es um viel Geld
Bekanntlich wurden die meisten von Donald Trumps Zöllen im Februar vom US Supreme Court für illegal befunden, da der US-Präsident wohl dezent seine Befugnisse überschritten hat. Trump reagierte darauf flugs mit den nächsten Zöllen, was an der Unrechtmäßigkeit vorheriger Zölle aber freilich nichts ändert. Eben jene wollen sich nun immer mehr Unternehmen auf dem Rechtsweg zurückholen.
Dazu zählt auch der japanische Spielekonzern Nintendo (JP3756600007). Auf der Plattform „Scribd“ sickerte kürzliche eine entsprechende Klageschrift durch. Darin wird die US-Regierung aufgefordert, sämtliche Zölle inklusive anfallender Zinsen zurückzuzahlen. Eine konkrete Summe wird dabei zwar nicht genannt. Es dürfte aber um nicht eben wenig Geld gehen. Schließlich sind sämtliche Verkäufe der im Juni veröffentlichten Spielekonsole Switch 2 betroffen. Rund fünf Millionen Einheiten konnte Nintendo davon in den USA bisher verkaufen.
Allein für diesen Posten könnte rechnerisch eine Rückforderung im Bereich von 200 bis 300 Millionen US-Dollar im Raum stehen. Zwar wurden Zölle nicht auf den Verkaufspreis in Höhe von 499 Dollar erhoben, sondern auf den Deklarationswert, den Nintendo nicht öffentlich kommuniziert. Da neben der Konsole selbst aber auch jegliches Zubehör von Zöllen betroffen war, kommt schnell einiges zusammen. Setzt Nintendo sich vor Gericht mit seiner Forderung durch, könnte das Unternehmen durch die Zölle also noch einen unverhofften Geldsegen erhalten.
Nintendo braucht einen langen Atem
Profitieren werden die Verbraucher davon freilich nicht, obschon jene die Zölle zu einem nicht unwesentlichen Teil in Form von Preiserhöhungen beim Zubehör begleichen mussten. Denkbar wäre allenfalls, dass Nintendo etwaig zurückerhaltene Zölle in Form von Aktienrückkäufen oder Dividenden an die Anteilseigner weiterreicht. Verpflichtet wäre der Hersteller aber auch dazu nicht. Zudem bleibt zunächst abzuwarten, ob man sich mit der Forderung durchsetzen kann. Das Verfahren dazu könnte sich eine ganze Weile hinziehen.
Eine ganze Reihe von Unternehmen führt ähnliche Klagen gegen die US-Regierung, welche sich mit der Rückzahlung aber selbstredend ziemt. Schätzungen zufolge wurden durch Zölle bis Dezember vergangenen Jahres wohl mehr als 200 Milliarden Dollar eingenommen. Eine Rückzahlung dieser Summe würden den Haushalt schwer belasten. Dementsprechend dürfte auf juristischer Seite sämtliche Register gezogen werden, um das Verfahren mindestens zu verzögern.
Einige Beobachter gehen bereits davon aus, dass Nintendo wohl selbst im Erfolgsfall bis nach Donald Trumps zweiter Amtszeit warten müsste, bis tatsächlich Geld fließt. Immerhin würden sich bis dahin wohl auch noch weitere Zinsen anhäufen. Das Risiko ist für Nintendo derweil überschaubar. Tatsächlich ist das Unternehmen nach der Entscheidung des Supreme Court aus dem Februar schon beinahe dazu verpflichtet, Klage einzureichen. Denn andernfalls wäre die Frage erlaubt, ob der Konzern im besten Interesse der eigenen Anleger handelt.
Nintendo stellt alles vor, nur keine neuen Spiele
Abseits juristischer Reibereien stellt Nintendo heute wieder einmal eine „Nintendo Direct“ vor, welche um 22 Uhr hiesiger Zeit ansteht. Zuvor gab es bereits einige ähnliche Livestreams. Doch in keinem davon zeigte Nintendo neue Spiele aus eigenem Hause, und daran wird sich heute nichts ändern. Stattdessen wird es lediglich einen weiteren Trailer zum „Super Mario Galaxy Film“ geben, der im April seinen Weg in die Kinos findet.
Ausbleibende Blockbuster lasten momentan etwas auf der Nintendo-Aktie, zusätzlich zu den enormen Preissteigerungen bei Arbeitsspeicher, was zu Sorgen um die Marge führt. Die Explosion bei den Ölpreisen infolge des Irankriegs macht die Lage nicht besser. Die Nintendo-Aktie reagierte auf letzteres zwar nicht mit weiteren Abwertungen. Mit einem Schlusskurs von 46,80 Euro am Freitag hinterließ das Papier aber auch nicht die beste Figur. Auf 6-Monats-Sicht ging es um etwas mehr als 40 Prozent abwärts.
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09.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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