als .pdf Datei herunterladen

Novartis: Konsens-Beat ohne Prognoseanhebung - die Pipeline muss jetzt zeigen, was sie kann

Operative Stärke im Q2, aber Novartis CEO Narasimhan lässt den Markt warten

NTG24 - Novartis: Konsens-Beat ohne Prognoseanhebung - die Pipeline muss jetzt zeigen, was sie kann

 

Novartis hat die Börse positiv überrascht. Beim Umsatz marginal und bei der Profitabilität deutlich. Doch die eigentliche Frage ist nicht, ob Novartis liefern kann, sondern ob die Geschwindigkeit reicht, um eine nachhaltige Rallye zu rechtfertigen.

Statt des selbst prognostizierten Umsatzrückgangs meldete Novartis (CH0012005267) ein währungsbereinigtes Wachstum von 1 % auf 14,4 Mrd. US-Dollar. Das operative Kernergebnis lag mit 5,9 Mrd. US-Dollar allerdings um 11,4 % über dem Konsens, und die operative Kerngewinnmarge erreichte 41,2 % - deutlich besser als die von den Analysten erwarteten 38 %. Woraus speist sich die gestiegene Profitabilität?

Anzeige:

Banner TradingView

 

Die operative Stärke im 1. Halbjahr kommt aus zwei Quellen: dem starken Volumenwachstum der neueren Blockbuster und einer aggressiven Kostenreduktion. Das Volumenwachstum lag im zweiten Quartal bei 18 % - eine Beschleunigung gegenüber den 14 % im ersten Quartal. Die Treiber heissen Kisqali (Brustkrebs), Kesimpta (Multiple Sklerose), Scemblix (Leukämie) und Pluvicto (Radioligandentherapie gegen Krebs). 

Kisqali allein wuchs währungsbereinigt um 43 %, Kesimpta um 32 %. Zusammen mit den beiden neu eingeführten Medikamenten Rhapsido (chronische Urtikaria) und Itvisma (Gentherapie gegen spinale Muskelatrophie) kompensieren diese Wachstumsmarken den massiven Umsatzeinbruch bei den alten Blockbustern. Entresto, das ehemalige Herzkreislauf-Flaggschiff, verlor im Quartal 50 % Umsatz durch Konkurrenzprodukte am Generikamarkt - härter als vom Konsens erwartet. Insgesamt zogen Generika satte 14 Prozentpunkte vom Quartalswachstum ab, während das Volumenwachstum der neuen Medikamente diese Lücke knapp schloss.

 

Die Margenstory ist eine Kostenstory

 

Die operative Kerngewinnmarge von 41,2 % liegt 3,2 Prozentpunkte über dem Konsens. Das klingt beeindruckend - bis man versteht, woher die Verbesserung kommt. Novartis hat nicht die Preissetzungskraft, die Marge durch höhere Preise zu treiben. Im Gegenteil: Die Preise sanken im Quartal um -3 %. Die Marge wurde durch Kostensenkungen gerettet. Das ist ein klassisches Muster reifer Pharmakonzerne, die in einem Übergangszyklus stecken: Alte Blockbuster brechen weg, neue Medikamente kompensieren den Umsatz, aber die Margen lassen sich nur durch aggressive Effizienzprogramme halten. Nachhaltig ist das nicht - sobald die Kostenseite ausgereizt ist, wird die Margenerosion wieder sichtbar. Schon jetzt gab es eine rote Flagge:

 

Novartis AG

 

Der freie Cashflow schrumpfte im Quartal um -12 %, im Halbjahr um -9 %. Für einen Dividendentitel mit rund 3 % Rendite ist das ein Warnsignal. Die Ausschüttung ist weniger gut gedeckt als im Vorjahr, und der hohe Investitionsbedarf in neue Produktionskapazitäten (23 Mrd. US-Dollar für sieben neue Anlagen in den USA mit Schwerpunkt Radioligandentherapie) wird den Cashflow auch in den kommenden Quartalen belasten.

 

Warum keine Prognoseanhebung?

 

Novartis bekräftigte am Dienstag lediglich die bisherige Jahresprognose: Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich, operatives Kernergebnis mit Rückgang im niedrigen einstelligen Bereich. Kein Upgrade, obwohl man den Konsens um über 11 % schlagen konnte. Das deutet darauf hin, dass CEO Vas Narasimhan die zweite Jahreshälfte skeptischer sieht als die Börse - oder dass Q2 ein Ausreisser war.

Anzeige:

Die Equity Story für 2027 liegt bereits in der Pipeline. Zehn neue Medikamente befinden sich in Phase-III-Studien, darunter Del-desiran für seltene Muskelerkrankungen und weitere Multiple-Sklerose- und Herzkreislauf-Kandidaten. Zusätzlich setzt Novartis auf aggressives Wachstum durch Übernahmen: über 15 Mrd. US-Dollar Deals im vergangenen Jahr, darunter 12 Mrd. US-Dollar für Avidity Biosciences (RNA-Medizin).

Eine konkrete Empfehlung zu dieser Analyse ist den Lesern des Zürcher Finanzbriefes vorbehalten. Den Zürcher Finanzbrief und die zugehörigen Empfehlungen können Sie im Rahmen eines kostenlosen Probe-Abonnements ausgiebig testen.

 

Novartis AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?

 

Die neuesten Novartis AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Novartis AG-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?

Konkrete Empfehlungen zu Novartis AG - hier weiterlesen...

 

22.07.2026 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

Auf Twitter teilen     Auf Facebook teilen


Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.








Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)