
Nvidia ohne Sensationen, AMD und IBM entwickeln neue Supercomputer und Apple lädt zum nächsten iPhone-Event ein
Die Euphorie kühlt sich ab, doch zum Crash kam es noch nicht
Am Mittwoch nach Börsenschluss war es endlich so weit und Nvidia legte neue Zahlen vor, was als richtungsweisend für die gesamte Branche angesehen wird. Letztlich kam es weder zur nächsten Kursexplosion, noch zum großen Crash. Die Ergebnisse konnten die Erwartungen übertreffen, allerdings nicht derart deutlich, wie es in der Vergangenheit häufig der Fall war.
Steigern konnte Nvidia (US67066G1040) den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 56 Prozent auf nun 46 Milliarden US-Dollar steigern. Der Quartalsgewinn verbesserte sich um 59 Prozent auf 26,4 Milliarden Dollar. Beides lag über den Prognosen, was aber im Vorfeld bereits fest eingeplant war. Ausbleibende Verkäufe in China trübten das Bild etwa. Exportbeschränkungen der USA wurden zwischenzeitlich zwar fallengelassen. Allerdings sträubt sich nun Peking gegen den Einsatz von Nvidia-Chips. Der Konzern rechnet auch für das laufende Quartal nicht mit nennenswerten Einnahmen aus China.
Etwas enttäuscht hat das Geschäft von Nvidia mit Rechenzentren, welches weniger stark als erwartet wachsen konnte. Zudem sprach CEO Jensen Huang zwar von einer starken Nachfrage nach der nächsten Chipgeneration. Der Ausblick für Q3 sorgte dennoch eher für Ernüchterung. Die Aktie von Nvidia gab im nachbörslichen Handel um knappe drei Prozent nach und fiel auf 176,65 Dollar zurück.
AMD bastelt an neuer Supercomputing-Architektur
Immerhin ist der große Schock ausgeblieben, vor dem im Vorfeld durchaus der eine oder andere Analyst gewarnt hatte. Dadurch bedingt halten sich auch die Auswirkungen im restlichen Segment sehr in Grenzen. Bei AMD (US0079031078) waren am Mittwoch nach Börsenschluss Verluste von 0,9 Prozent zu sehen, was innerhalb der gewöhnlichen Schwankungsbreite liegt. Derweil meldete das Unternehmen, am nächsten möglichen Coup zu werkeln.
Noch in diesem Jahr soll es erste Testdurchläufe zu einer neuen Plattform geben, die effiziente Rechenprobleme deutlich effizienter lösen kann. Gelingen soll dieses Kunststück, in dem neben klassischen CPUs, GPUs und FPGAs auch Quantenprozessoren zum Einsatz kommen. Letztere stammen allerdings nicht von AMD selbst, sondern von einem sehr angesehenen Partner.
IBM hilft bei AMD aus
Niemand Geringeres als IBM (US4592001014) arbeitet zusammen mit AMD an der neuen Architektur. Quantencomputer des US-Unternehmens sollen sich beispielsweise um die Simulation molekularer Prozesse kümmern, während klassische Supercomputer im Anschluss eine Datenanalyse vornehmen. Das Konzept an sich ist kaum zu bemängeln. Mit einem solchen Ansatz könnten AMD und IBM die großen Nachteile ausgleichen, mit denen Quantencomputer noch zu kämpfen haben. In bestimmten Bereichen übertreffen sie jeden digitalen Prozessor bei Weitem. Doch bei alltäglichen Berechnungen sind sie bisher weitgehend chancenlos.
IBM-Chef Arvind Krishna versprach schon mal, dass Quantencomputer die Art und Weise der Informationsverarbeitung grundlegend verändern würden. Ob die neue Partnerschaft schon der erste Schritt in eine solche Zukunft ist, bleibt wohl abzuwarten. Die Anleger sind dem Ganzen offenbar zumindest nicht abgeneigt. Die IBM-Aktie legte am Mittwoch um 0,9 Prozent auf 244,84 US-Dollar zu und verzeichnete trotz der kleinen Ernüchterung bei Nvidia sogar nachbörslich noch kleinere Zugewinne.
Apple lädt ein
Auch für die Aktie von Apple (US0378331005) ging es in Richtung Norden, nachdem Konzernchef Tim Cook auf dem Kurznachrichtendienst „X“ zum nächsten Apple-Event am 9. September einlud. Wie gewöhnlich gab es dazu keine weiteren Informationen außer einem Slogan, der in diesem Jahr „Unfassbar. Und fast da“ lautet. Doch es gilt als offenes Geheimnis, dass es neue iPhones zu sehen geben wird. Spekuliert wird derweil darüber, welche Rolle KI spielen mag.
Google gelang mit dem Pixel 10 zuvor ein kleiner Coup. In der Fachpresse wurden die Geräte aus Mountain View für ihre umfassende Integration von KI-Diensten integriert, was Apple bei Siri frühestens für das kommende Jahr in Aussicht stellt. Neuigkeiten rund um KI könnte es trotzdem geben, vielleicht eine große Kooperation, über die an den Märkten schon länger gemunkelt wird. Für Spannung ist gesorgt und die Apple-Aktie legte schon mal um 0,5 Prozent auf 230,49 Dollar zu.
Alles easy?
Der Tech-Sektor ist zweifellos ein Stück weit abgekühlt, bisher aber ohne, dass dabei irgendeine Blase geplatzt wäre. Das Wachstumstempo lässt speziell bei Nvidia nach. Allerdings war wohl damit zu rechnen, dass die explosiven Steigerungsraten der vergangenen Jahre nicht ewig gehalten werden können. Die Anleger scheinen sich damit anfreunden zu können und grundsätzlich bleiben ihnen noch Wachstumssignale erhalten. Statt mit einem großen Knall zu enden, scheint die Rallye schlicht in eine Seitwärtsbewegung überzugehen, und das bisher sogar noch mit positiver Tendenz.
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28.08.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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