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Nvidia macht Apple das Leben ungemütlich, Samsung sitzt zwischen den Stühlen und Micron könnte weiter profitieren

Die KI-Branche beansprucht immer mehr Speicherbausteine für sich

NTG24 - Nvidia macht Apple das Leben ungemütlich, Samsung sitzt zwischen den Stühlen und Micron könnte weiter profitieren

 

Schon jetzt ist Arbeitsspeicher bzw. RAM rar und teuer. Die Hersteller von Smartphones kamen aber noch ein Stück weit mit einem blauen Auge davon. Denn der für mobile Geräte verwendete Speicher vom Typ LPDDR kommt bei KI-Chips eher selten zum Einsatz. Zumindest ist das bis jetzt der Fall.

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Genau das könnte sich aber spätestens im kommenden Jahr ändern. Gebastelt wird bereits eifrig an neuen KI-Systemen, bei denen LPDDR-Speicher verbaut wird. Dazu gehören etwa CPU-Racks von Nvidia (US67066G1040) auf Basis von Vera. Ein einziger davon verfügt bereits über 1,5 TB an RAM und damit mehr asl dem Hundertfachen eines durchschnittlichen Smartphones. Ein solches gibt sich in der Regel mit rund 12 GB zufrieden.

 

 

 

Wie das Portal „ComputerBase“ berichtet, rechnen Analysten mit einem Bedarf von LPDDR bei KI-Systemen von rund sechs Milliarden Gigabyte im kommenden Jahr. Damit würde die Nachfrage nach diesem Speichertyp explodieren und die Produktion kann da kaum mithalten. Für Nvidia ist das kein allzu großes Problem; der Chiphersteller dürfte letztlich bevorzugt behandelt werden und steigende Preise lassen sich sehr bequem an die zahlungskräftige Kundschaft weiterreichen.

 

Magere Zeiten für Apple?

 

Anders sieht die Angelegenheit für Apple (US0378331005) aus. In jedem iPhone steckt LPDDR und je teurer der Speicher wird, desto mehr leidet die Marge. Preiserhöhungen wären zwar eine Möglichkeit, um dies abzufedern. Entsprechende Entwicklungen aus dem Gaming-Segment zeigen aber bereits, wie heftig dies die Absätze reduzieren kann. Auf Apple könnten im kommenden Jahr daher einige unbequeme Entscheidungen warten, bei denen das Unternehmen vielleicht nur verlieren kann.

Bisher geraten die Anteilseigner noch nicht in Panik. Bei der aktuellen Speicherkrise schlägt sich Apple recht wacker, was hohen Lagerbeständen und den bereits vergleichsweise hohen Margen zu verdanken ist. Das Unternehmen warnte bei der Vorstellung der letzten Quartalszahlen aber bereits davor, dass es in Zukunft durchaus ungemütlicher werden könnte. Tatsächlich könnten die Smartphone-Hersteller vor bisher ungekannten Herausforderungen stehen.

 

Samsung: Fluch und Segen

 

Auch Samsung (US7960502018) könnte unter einer solchen Entwicklung dezent leiden. Tatsächlich soll der LPDDR-Bedarf im KI-Sektor im kommenden Jahr wohl schon höher ausfallen als jener von Apple und Samsung zusammen. Als Chiphersteller könnte Samsung von einer solchen Entwicklung schwer profitieren. Die Smartphone-Branche jedoch blickt weniger hoffnungsvoll auf den möglichen nächsten Engpass. Erschwerend hinzu kommt hier, dass die meisten Verkäufe aus der eher margenschwachen Mittelklasse kommen.

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Bisher konzentrieren die Anleger sich voll und ganz auf die hervorragenden Geschäfte aus dem Chipsegment. Der eine oder andere Rückschlag aus der Mobil-Sparte scheint noch verkraftbar zu sein; die Samsung-Aktie notierte zuletzt mit 2.570 Euro an den hiesigen Märkten auf hohem Niveau. Ob es dabei auch bleiben wird, steht jedoch in den Sternen. Im Chip-Segment kam es kürzlich bereits zu Gewinnmitnahmen und bei Samsung könnte dies durch möglichen Gegenwind in einer nicht unwichtigen Sparte noch weiter verstärkt werden.

 

Micron: Nur eine Verschnaufpause?

 

Die Gewinnmitnahmen vom Freitag setzten sich gestern auch bei Micron (US5951121038) fort, wo es mit dem Aktienkurs um sechs Prozent auf 681,54 US-Dollar zurückging. Damit hat der Titel auf 5-Tages-Sicht nun schon um gut 14 Prozent an Wert verloren. Doch deutet alles darauf hin, dass es auf Nachfrageseite weiterhin keine Schwäche geben wird. Der von Analysten erwartete Sprung bei LPDDR könnte sogar zu neuem Schwung verhelfen.

Micron ist der einzige westliche Konzern, der im großen Stil Speicherchips und darunter auch LPDDR-Chips herstellen kann. Zwar ist das Potenzial am Ende des Tages durch Produktionskapazitäten gedeckelt. Doch so KI nun auch beim mobilen Speicher in den Vordergrund drängt und die Kapazitäten mehr oder minder leerkauft, wird es die Preise natürlich weiter in die Höhe treiben. Das könnte eine Basis dafür sein, dass Micron in Zukunft noch so manchen neuen Rekord bei Margen und Gewinnen aufstellt.

 

Kein Ende in Sicht

 

Ob die Analysten mit ihren Prognosen zu LPDDR Recht behalten mögen, das lässt sich freilich nur abwarten. Doch auch abseits davon zeichnet sich ab, dass Speicher so schnell nicht billig zu haben sein wird. Die Hersteller reiten daher weiter auf der Erfolgswelle. Gemunkelt wird, dass bereits sämtliche Kapazitäten für dieses und nächstes Jahr verkauft wurden. Außerdem heißt es aus der Gerüchteküche, dass die großen Abnehmer sich wohl schon gegenseitig überbieten, um sich noch irgendwie Kapazitäten sichern zu können. An der Börse fragt man sich nun vor allem, wie viel davon nach der letzten Rallye schon eingepreist sein mag.

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19.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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