Nvidia kann sich vor Partnerschaften kaum retten und zusammen mit dem Versandhändler Otto soll KI nun auch in der Logistik für neue Druchbrüche sorgen
Otto findet Nvidia gut
Gerade erst endete die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, bei der Nvidia für Consumer exakt nichts Neues vorzuzeigen hatte. Dafür sprach Konzernchef Jensen Huang umso ausführlicher über Fortschritte im KI-Bereich. An der Börse sorgt das nicht mehr für die gleiche Begeisterung wie noch vor ein oder zwei Jahren, da viele Versprechen für die Zukunft doch eher abstrakter Natur sind.
Anfassbarer sind hingegen konkrete Partnerschaften mit Vorteilen im realen Betrieb eines Unternehmens. Solche erfährt der Versandhändler Otto nach eigener Einschätzung schon heute. Eine Zusammenarbeit mit Nvidia (US67066G1040) soll dies aber noch einmal auf ein ganz neues Level heben. Der Konzern spricht in einer Pressemitteilung von nicht weniger als einer Revolution in der Logistik.
Auf die Beine gestellt werden soll mithilfe von Hard- und Software von Nvidia eine Art Betriebssystem für die Automatisierung der eigenen Lager. Die Nvidia-Managerin Azita Martin sieht darin nicht nur große Chancen für Otto, sondern auch eine „Blaupause“ für die Zukunft der Logistik insgesamt. Jene sei geprägt von Robotern und intelligenten Systemen, welche nahtlos zusammenarbeiten würden. Die Otto-Tochter Hermes darf Versuchskaninchen spielen und das Ganze zunächst in einem Logistikzentrum in Löhne einführen, ehe es auf die rund 120 Lagerstandorte im ganzen Land ausgeweitet wird.
Otto lobt Nvidia
Völlig neue sind Roboter bei Otto und anderen Unternehmen aus der Branche schon lange nicht mehr. Schon seit rund vier Jahren kommen entsprechende Systeme zum Einsatz, unter anderem von Covariant und der Hyundai-Tochter Boston Dynamics. Außerdem kommen automatisierte Sortiersysteme zum Einsatz, wie sie schon lange vor dem KI-Boom gang und gäbe waren. Mithilfe von Nvidia sollen in Zukunft nun ganz neue Erfolge erreicht werden.
Aktuell werde die Entwicklung laut Otto-Vorstand Kay Schiebur aufgrund der hohen Komplexität etwas gebremst. Aushelfen soll das Erstellen eines digitalen Zwillings von jedem Logistiklager. Im Anschluss könnten dann die Bewegungen sämtlicher Roboter anzeigen und Verwalten lassen und zudem sei das Training für den Einsatz in einem bestimmten Lager schon im Voraus möglich. Otto erhofft sich, durch den neuen Ansatz Engpässe früher vorhersage und die Durchlaufgeschwindigkeit in den eigenen Lagern um 20 bis 30 Prozent erhöhen zu können.
Die Technik schreitet also weiter voran, was sich auch kaum aufhalten lässt. Aufhorchen lässt aber, dass Otto nach eigener Aussage wohl keine Alternative zu Nvidia sieht. Das „Handelsblatt“ zitiert Kay Schiebuer mit den Worten, dass man viele mögliche Systeme und Anbieter für eine zentrale Steuerung der Automatisierung geprüft habe. Doch kein System sei so leistungsfähig wie die Lösung, die Nvidia anzubieten hat. Für den US-Konzern ist das schon ein kleiner Ritterschlag und es zeigt deutlich, wie unverzichtbar der Chiphersteller in der Branche mittlerweile geworden ist.
Alles eingepreist bei Nvidia?
Die guten Neuigkeiten rund um Nvidia setzen sich fort. Die Nachfrage nach KI-Chips reißt nicht ab, die Vorzüge auf Softwareseite sind nicht zu übersehen und in China könnten im Jahr 2026 ganz neue Chancen warten. Dennoch tut die Aktie sich weiterhin schwer damit, neue Höhen zu erklimmen. Ins Wochenende ging es nach leichten Verlusten am Freitag mit 184,82 US-Dollar. Selbst gute Neuigkeiten scheinen die Anleger derzeit nicht richtig abholen zu können.
Das könnte daran liegen, dass zahlreiche neue Partnerschaften und steigende Absatzzahlen schlicht längst eingepreist wurden. Was Nvidia hingegen nicht bieten kann, das sind überzeugende Argumente dafür, dass das Wachstumstempo der vergangenen Jahre beibehalten werden kann, ohne dass man damit direkt in eine (platzende) KI-Blase laufen würde. Das Potenzial der Aktie scheint für den Moment ausgereizt zu sein. Die Richte blicken sich wieder einmal auf die nächsten Zahlen und auf die Frage, ob Nvidia einmal mehr die hohen Erwartungen übertreffen können wird.
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12.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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