als .pdf Datei herunterladen

Oracle kürzt Pläne für KI-Rechenzentrum, Bloom Energy wird abgestraft, Meta meldet Interesse an und Marvell begeistert mit Prognosen

Hier und dort zeigen sich erste Risse beim KI-Hype

NTG24 - Oracle kürzt Pläne für KI-Rechenzentrum, Bloom Energy wird abgestraft, Meta meldet Interesse an und Marvell begeistert mit Prognosen

 

Künstliche Intelligenz bleibt im Fokus vieler Anleger, trotz Irankrieg und Sorgen vor daraus entstehenden Rückschlägen für die weltweite Konjunktur. Die Aktien aus dem Segment performen allerdings längst nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren und mancherorts lassen sich schon echte Schwächeanzeichen erkennen. Zum großen Crash, den einige befürchteten, kam es indes noch nichts. Fast wirkt es ein wenig, als wäre der Sektor in der Schwebe.

Anzeige:

Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinImmer größere Zweifel begleiten den Software-Konzern Oracle (US68389X1054), welcher in den letzten Jahren seine Investitionen in Rechenzentren in schwindelerregende Höhen beförderte. Das führte zu Sorgen, dass der Konzern sich vielleicht etwas übernehmen könnte. Beim derzeitigen Tempo auf der Ausgabenseite rechnen Analysten damit, dass es m Jahr 2029 einen negativen Cashflow zu sehen geben könnte. Nun scheint es, als würde das Unternehmen tatsächlich auf die Bremse treten.

 

 

 

Vor einer Weile gab es bereits Berichte, laut denen Oracle Tausende Stellen abzubauen gedenkt, um die Kosten noch irgendwie in den Griff zu bekommen. Darauf folgt nun laut der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ ein Zurückrudern in Texas. Dort sollen Oracle und OpenAI eine geplante Erweiterung eines KI-Rechenzentrums wohl gestrichen haben. Das lässt die Anleger weiter zweifeln und die Oracle-Aktie fiel am Freitag um 1,2 Prozent auf 152,96 US-Dollar zurück.

 

Bloom Energy auf Tauchstation

 

Verbunden ist mit der Meldung die Sorge darüber, dass der KI-Hype nun tatsächlich spürbar nachlassen könnte. Gerade aufgrund der aktuellen Unsicherheiten an den Märkten lässt sich wohl kaum ausschließen, dass vielleicht noch das eine oder andere weitere Projekt seitens Oracle dem Rotstift zum Opfer fällt. Das trifft den Partner Bloom Energy (US0937121079) hart. Dort stellten die Anleger sich eigentlich schon darauf ein, dass Oracle in Zukunft immer mehr Brennstoffzellen für den Betrieb von Rechenzentren ordern würde.

Nun gibt es die latente Sorge, dass der Höhepunkt bereits überschritten sein könnte, und das treibt die Anteilseigner im Galopp in die Defensive. Am Freitag stürzte die Bloom Energy-Aktie mal eben um 15,5 Prozent auf 135,19 Dollar zurück und erreichte dort ihren tiefsten Stand seit Mitte Januar. Tatsächlich passiert ist nicht viel. Auf Seiten der Anteilseigner macht sich aber ein ungutes Gefühl breit und Wachstumsfantasien scheinen kleiner zu werden.

 

Meta könnte wohl einspringen

 

Für Skeptiker ist der Rückzug von Oracle und OpenAI bereits ein klares Zeichen dafür, dass der KI-Boom an Schwung verliert und der Sektor an der Börse vollkommen überbewertet wäre. Dagegen spricht allerdings, dass sich mit Meta (US30303M1027) schon ein potenzieller Interessent für die Fläche zu finden scheint. Medienberichten zufolge ist an Gesprächen auch Nvidia beteiligt, welches sicherstellen möchte, dass keine Chips des Konkurrenten AMD zum Einsatz kommen werden.

Anzeige:

Werbebanner EMH PM Trade Bestätigt ist all das noch nicht und daher als Gerücht zu behandeln. Sollte es aber zutreffen, so würde lediglich Oracle Schwäche zeigen, nicht aber der KI-Sektor insgesamt. Anderswo scheint das Kleingeld für weitere Investitionen in Rechenzentren durchaus vorhanden zu sein. Allerdings stellen sich auch bei den Giganten der Branche mehr und mehr Anleger die Frage, ob die Ausgaben irgendwann auch wieder hereingeholt werden können. Bisher ist KI für die allermeisten Anbieter eine Verlustrechnung.

 

Marvell sorgt für Euphorie

 

Auf der Gewinnerseite stehen aktuelle vor allem die Chiphersteller, die sich um die Monetarisierung von KI-Systemen keine weiteren Gedanken machen müssen. Hervorragend läuft es weiterhin bei Marvell (US5738741041), sogar offenbar noch weitaus besser als erwartet. Das Unternehmen konnte mit neuerlichen Prognosen die Erwartungen der Wall Street regelrecht pulverisieren. Im laufenden Quartal sollen die Umsätze bei rund 2,4 Milliarden Dollar statt der von Analysten berechneten 2,27 Milliarden Dollar liegen. Der Gewinn je Aktie soll sich ebenfalls deutlich stärker als gedacht entwickeln.

Das fegte jegliche Zweifel an den Märkten erst einmal weg und ließ den Aktienkurs um über 18 Prozent bis auf 89,57 Dollar abheben. Damit gehört die Marvell-Aktie zu den ausgesprochen wenigen Aktien, die in der vergangenen Woche grüne Vorzeichen für sich verbuchen konnten. Zumindest Chips für Rechenzentren scheinen weiterhin fleißig gekauft zu werden. Der KI-Boom ist damit grundsätzlich noch lebendig. Ob und wie lange es dabei bleibt, ist aber eine andere Frage.

 

Die Bullen werden vorsichtig

 

Anzeige:

Werbebanner Zürcher BörsenbriefeEs werden noch immer etliche Milliarden in neue Rechenzentren investiert und die Branche hält daran fest, dass hier klar die Zukunft liegt. Daran wird sich vermutlich nur wenig ändern. Möglich erscheint aber schon, dass angesichts ausbleibender Umsatzsprünge im KI-Segment mancher Investitionsplan noch einmal überdacht wird. Das muss nicht zu einem kolossalen Crash führen. Schon geringe Anpassungen nach unten bei bisherigen Plänen könnten an der Börse aber für Verwerfungen sorgen.

 

Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?

 

Die neuesten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?

Konkrete Empfehlungen zu Oracle - hier weiterlesen...

 

09.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

Auf Twitter teilen     Auf Facebook teilen


Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.








Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)