Oracle stemmt sich gegen die miese Stimmung, Henkel stimmt auf maues Wachstum ein, Porsche AG leidet unter Gewinneinbrüchen und Rheinmetall wird trotz Gewinnsprung abgestraft
Die Bullen gehen wieder in Deckung und nur wenige Aktien können sich dem Verkaufsdruck erwehren
Aus einer Trendwende an der Börse wurde leider noch nichts. Nachdem es am Dienstag zu einem kurzen Durchatmen kam, purzelten gestern wieder die Kurse und der DAX musste Verluste von über einem Prozent verkraften. Im Mittelpunkt standen dabei einmal mehr der Irankrieg, Ölpreise und die vielen Konsequenzen, die sich daraus ergeben könnten.
Es brauchte schon sehr gute Argumente, um die Börsianer in diesem Umfeld in Kauflaune zu versetzen. Glücklicherweise konnte Oracle (US68389X1054) eben solche abliefern. Das Unternehmen, welches ob seiner massiven KI-Investitionen zuletzt des Öfteren in der Kritik stand, lieferte überraschend gute Zahlen ab. Besonders gut gefiel den Analysten der Umsatz, der mit 17,2 Milliarden US-Dollar die Konsensschätzung spielend übertraf.
Im Vergleich zum Vorjahresquartal steigerte Oracle seine Umsätze um rund 22 Prozent und stellt für das laufende Quartal ein ähnliches Wachstum in Aussicht. Für viele Beobachter dient das als Beleg dafür, dass sich die Umsätze mit KI merklich steigern lassen und die Investitionen, so sehr sie die Verschuldung auch treiben mögen, vielleicht doch auszahlen könnten. Die Käufer schöpfen neuen Mut und die Oracle-Aktie sprang in einem äußerst schwierigen Umfeld am Mittwoch um 9,2 Prozent auf 163,12 Dollar.
Henkel mit bescheidenem Ausblick
Damit war Oracle eine kleine Ausnahmeerscheinung im gestrigen Handel. Ansonsten gab es viele rote Vorzeichen zu sehen. So etwa bei Henkel (DE0006048408), wo der Aktienkurs um 2,9 Prozent auf 70,52 Euro zurückging. Zu verdanken war dies wahrscheinlich weniger dem Ergebnis aus dem vergangenen Jahr. Zwar gingen die Umsätze um fünf Prozent auf 20,5 Milliarden Euro zurück und das Ebitda lag ebenfalls leicht unter dem Vorjahresergebnis.
Darauf hatten sich Aktionäre und Analysten aber ohnehin bereits eingestellt. Mit Enttäuschung wurde hingegen zur Kenntnis genommen, dass der weitere Ausblick keine große Verbesserung erkennen lässt. Der Start ins neue Jahr wird laut CEO Carsten Knobel wohl „etwas verhaltener“ ausfallen. Wenn alles gutgeht, soll es 2026 für ein Umsatzwachstum von 1 bis 3 Prozent reichen. Eine Rückkehr zu alter Stärke ist das ganz gewiss nicht und neuerliche Inflationssorgen treiben die Anleger nur noch weiter in die Defensive.
Bei der Porsche AG brechen die Gewinne ein
Noch düsterer sieht es momentan für die Porsche AG (DE000PAG9113) aus, wo die Gewinne im letzten Jahr um 91,4 Prozent auf nur noch 310 Millionen Euro stürzten. Der Umsatz verringerte sich derweil um knapp zehn Prozent auf noch 36,3 Milliarden Euro. Daran zeigt sich recht deutlich, dass der Sportwagenbauer sowohl ein Absatz- als auch ein Margenproblem hat. Die Ungewissheiten über US-Zölle und nun auch den Krieg in Nahost sorgen für zusätzliche Belastungen.
Die Porsche AG-Aktie konnte sich trotz dieser Entwicklungen im frühen Handel noch recht wacker halten. Das mag auch daran liegen, dass zuvor maue Zahlen von Volkswagen bereits für eine gewisse Erwartungshaltung sorgten. Am späten Nachmittag hissten die Käufer dann aber doch noch die weiße Fahne und der Kurs der Porsche AG gab letztlich um 1,2 Prozent auf 37,47 Euro nach. Auch hier fehlt es an der Aussicht auf eine baldige Verbesserung.
Rheinmetall kann nicht beeindrucken
Wer Sprünge bei Umsatz und Gewinn sehen wollte, bekam dies von Rheinmetall (DE0007030009) serviert. Wenig überraschend konnte der Rüstungskonzern im letzten Jahr munter zulegen und sich bei allen wichtigen Kennzahlen deutlich verbessern. Die Umsätze gingen um 29 Prozent auf und kratzten mit 9,9 Milliarden Euro bereits am zweistelligen Milliardenbereich. Da scheint es eigentlich nichts zu meckern zu geben, möchte man meinen.
Große Erwartungen haben an der Börse aber manchmal so ihre Tücken. Die Börsianer hatten sich von Rheinmetall noch eine ganze Ecke mehr erhofft, sodass sich letztlich doch Enttäuschung breitmache, und das nicht zu knapp. Die Rheinmetall-Aktie gab am Mittwoch um satte acht Prozent bis auf 1.520,50 Euro nach. Das ist der niedrigste Kurs im laufenden Jahr und damit ein kleines Warnsignal. Noch bietet der Chart aber etwas Support.
Schwer zu überzeugen
Längst nicht alles läuft derzeit schlecht für die Börsenkonzerne und wer die Augen öffnet, erkennt auch noch immer viel Wachstumspotenzial. Es fällt aber schwer, angesichts der massiven Unsicherheiten den Blick in diese Richtung zu lenken. Der Irankrieg lässt die Marktakteure weiterhin vorsichtig agieren und Titel bevorzugen, bei denen es für Wachstum mehr als nur vage Signale gibt. Solange kein Ende beim Krieg in Nahost in Sicht ist, dürften die Anlegerinnen und Anleger weiterhin sehr vorsichtig agieren.
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12.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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