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China-Hoffnungen treiben Puma an, Adidas fehlt ein Buchstabe, Existenzängste bei Volkswagen und Microsoft rechnet KI nach Nutzung ab

Von erfreulichen und unerfreulichen Überraschungen an der Börse

NTG24 - China-Hoffnungen treiben Puma an, Adidas fehlt ein Buchstabe, Existenzängste bei Volkswagen und Microsoft rechnet KI nach Nutzung ab

 

An der Börse wird bekanntlich in die Zukunft investiert und dementsprechend versuchen Anlegerinnen und Anleger sich stets daran, künftige Entwicklungen bereits im Vorfeld abzusehen. Das kann sogar mitunter gut funktionieren. Allerdings gibt es auch immer wieder unerwartete Wendungen, was die Erwartungen an ein Unternehmen schon mal auf den Kopf stellen kann.

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Im Falle von Puma (DE0006969603) waren die Analysten sich noch bis vor Kurzem weitgehend einig, dass die Aussichten eher mau sein dürften. Trotz WM-Bonus erhielt der Sportartikelhersteller nur wenig Rückenwind. Durch die verlängerte Waffenruhe im Nahen Osten und die wohl anstehende Öffnung der Straße von Hormus wurde aber Druck vom Kessel genommen. Am Dienstag überraschte nun die HSBC mit einer satten Erhöhung des Kursziels von 26 auf 35 Euro und einer Hochstufung der Empfehlung von „Halten“ auf „Kaufen“.

 

 

 

Begründet wurde die bessere Aussichte vor allem mit der geplanten Übernahme eines Anteils von rund 29 Prozent durch Anta Sports. Die Börsenprofis rechnen sich Chancen auf bessere Geschäfte auf dem gigantischen chinesischen Markt aus. Das Wachstum in der Region könne sich bereits Ende 2027 bemerkbar machen. Zu einem ähnlichen Schluss kam vor wenigen Tagen auch die Citigroup. Die Bullen ließen sich inspirieren und die Puma-Aktie sprang gestern um 1,9 Prozent bis auf 28,55 Euro. Das sind bereits 27,5 Prozent mehr als zu Jahresbeginn.

 

Adidas mit Lieferschwierigkeiten

 

Beim Konkurrenten Adidas (DE000A1EWWW0) steht die WM etwas mehr im Vordergrund und die Börsianer rechneten sich interessante Chancen durch das Großereignis aus. Der Trikot-Verkauf scheint auch merklich angezogen zu haben. Allerdings kommt es zum Teil zu Lieferproblemen, wie die „Bild“ berichtet. Trikots mit den Namen von Kai Haverts, Deniz Undav und Aleksandar Pavlović lassen sich aktuell nicht bestellen, weil Adidas der Buchstabe „V“ bei der Beflockung ausgegangen ist.

Der Hersteller bestätigte das Ganze bereits, ließ jedoch auch mitteilen, dass der Engpass schnell behoben werden soll und die fraglichen Trikots dann wieder bestellt werden können. Es bleibt also die Hoffnung, dass der WM-Jubel nach dem starken Auftaktspiel der Nationalelf munter weitergehen kann. Den Anlegern reicht das aber noch nicht für Jubelstürme. Die Adidas-Aktie gab am Dienstag um 1,2 Prozent auf 174,20 Euro nach.

 

Große Sorgen bei Volkswagen

 

Deutlich größer scheinen die Sorgen zu sein, wenn es um Volkswagen (DE0007664039) geht. Im Krisenmodus befindet sich der Wolfsburger Konzern nun schon seit Längerem. Eine interne Umfrage, über welche das „Manager Magazin“ berichtete, zeichnet nun ein vielleicht noch etwas düstereres Bild. Von neun Befragten Vorstandsmitgliedern und Aufsichtsräten sprachen sogar sechs von einer existenzbedrohenden Ausgangslage. Der Rest stufte die Lage als angespannt ein. Als unkritisch sah niemand die derzeitige Situation an.

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Dementsprechend werden auch radikale Schritte eingefordert. Insbesondere in China und Nordamerika wird viel Nachholbedarf erkannt. Die schlechte Stimmung auf höchster Ebene folgt auf zuletzt maue Quartalszahlen und Berichte über weitere Sparrunden. Solche können zwar die Kostenlast senken, stellen den Anlegern aber kaum neues Wachstum in Aussicht. Daher tut die Volkswagen-Aktie sich auch weiterhin schwer. Am Dienstag landete der Titel nach Abschlägen von 0,8 Prozent bei noch 89,66 Euro.

 

Microsoft bittet vermehrt zur Kasse

 

Vielleicht nicht vollkommen überraschend kommt derweil eine Anpassung bei Microsoft (US5949181045). Mit dem Start des neuen KI-Agenten Copilot Cowork ändern sich die Spielregeln bei der Monetarisierung. Künftig werden Nutzer für jede Anwendung einzeln zur Kasse gebeten. Wie viel das Ganze kostet, hängt von der Rechenleistung ab, die bei einer Anfrage verbraucht wird. Gerade für Unternehmenskunden könnte das schnell zu einem teuren Spaß werden.

Auch andere KI-Anbieter haben ihre Preismodelle bereits angepasst. Die Zeit der günstigen Pauschal-Abos im KI-Bereich neigt sich damit immer mehr ihrem Ende zu. Schließlich wollen die gigantischen Investitionen in Hardware auch irgendwie wieder eingespielt werden. Wie die Kundschaft darauf reagieren mag, bleibt abzuwarten. Die Aktionäre sind aber offenbar eher skeptisch. Die Microsoft-Aktie fiel am Dienstag um 1,5 Prozent auf 393,83 US-Dollar zurück.

 

In Bewegung

 

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Lieferprobleme wie bei Adidas dürfen wohl eher zu den Luxusproblemen zählen, mit denen Anleger am Ende des Tages gut leben können. Bei anderen Unternehmen erscheint hingegen derzeit ein immer größeres Fragezeichen über der weiteren Zukunft. Allerdings kann sich auch dahinter eine Chance verbergen. Risiken verringern die Erwartungshaltung und so es eines Tages eine positive Überraschung geben mag, könnte der Aktienkurs umso höhere Sprünge machen. Darauf zu setzen, ist aber freilich mit hohen Risiken verbunden.

 

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17.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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