Rheinmetall im grünen Bereich, Neuauftrag für Renk aus den USA, Daimler Truck liefert nach Frankreich und DroneShield ist in der australischen Heimat gefragt
Rund um den Globus bleibt die Rüstung auf Wachstumskurs
Sicherheitspolitisch leben wir in den wohl unsichersten Zeiten seit dem Zweiten Weltkrieg. Nicht nur tobt in Europa weiterhin ein blutiger Krieg um die Ukraine. Dazu droht eine Eskalation im Nahen Osten und innerhalb der Nato rumort es ebenfalls heftig. US-Präsident Donald Trump will von seinem Vorhaben, sich Grönland einzuverleiben und damit Land des Nato-Staats Dänemark faktisch zu annektieren, weiterhin nicht abrücken.
Fast schon beruhigend wirkt es, dass bislang noch keine Tatsachen geschaffen wurden. Dass es dabei bleibt, darauf kann und will die EU sich aber nicht verlassen. Daher wurden nun Planungen in die Wege geleitet, um die rund 100.000 in Europa stationierten US-Soldaten eines Tages ersetzen zu können. Zudem entsenden mehrere europäische Staaten Soldaten nach Grönland, wenngleich dies eher symbolischer Natur ist.
Klar ist jedoch, dass Europa in Zukunft aufrüsten muss und das unkalkulierbare Verhalten der USA in der Politik längst als ernstzunehmende Bedrohung verstanden wurde. Profitierten kann von der Spannung die Aktie von Rheinmetall (DE0007030009), welche gestern nach anfänglichen Problemen Kursverluste wieder ausgleichen und den Handel nördlich von 1.900 verlassen konnte. Wenn die EU die Verteidigungsausgaben weiter erhöht, so wäre Rheinmetall schon fast sicher auf der Gewinnerseite.
Renk liefert an die US-Armee
Wenngleich die Gräben zwischen den USA und Europa tiefer werden, so ordert die US Army doch weiterhin bei hiesigen Rüstungsunternehmen. Jüngst ging ein Auftrag über 75,5 Millionen US-Dollar an Renk (DE000RENK730). Das deutsche Unternehmen soll sich um die Systembetreuung hydromechanischer Gerätschaften kümmern und außerdem technische Systembetreuung sicherstellen. Das soll einer ganzen Reihe von Waffensystemen der US-Streitkräfte zugutekommen.
Angesichts einer fünfjährigen Laufzeit fällt das Volumen doch recht überschaubar aus. Sollte Trump ernst machen, würde sich zudem die Frage stellen, wie viel von der Vereinbarung noch übrig bleiben dürfte. Schließlich hat die EU Grönland bereits volle Unterstützung zugesagt. Sich einer eventuellen US-Truppe entgegenzustellen wäre zwar aussichtslos und noch dazu ein politisches Pulverfass. Doch wenigstens finanziell sollen sich Grönland und Dänemark keine Gedanken machen müssen. Euphorie blieb unter den Anlegern von Renk aus und die Aktie wertete am Donnerstag um rund 1,5 Prozent auf 60,80 Dollar ab.
Daimler Truck: Bienvenue!
Aufrüstung ist derzeit auch in Frankreich angesagt, wo man sich auf die Expertise und Qualität von Daimler Truck (DE000DTR0CK8) verlässt. 7.000 Militär-Trucks soll das Unternehmen zusammen mit dem belgischen Maschinenbaukonzern John Cockerill an die französische Armee liefern. Als Zeitraum dafür werde mehr als zehn Jahre angepeilt. Auch hier wird die kurzfristige Bilanz also nicht weiter gedenk. Die Reaktion an der Börse fiel jedoch deutlich positiver aus als bei Renk.
Für Daimler Truck sind Aufträge von Streitkräften zwar nichts vollkommen Neues. Entsprechende Schlagzeilen haben aber Seltenheitswert. Die nun an Land gezogene Order erinnert die Marktakteure ein wenig daran, was das breite Portfolio so alles umfasst. Gehegt werden nun Hoffnungen auf weitere Aufträge aus dem schnell wachsenden und lukrativen Verteidigungssektors. Die Daimler Truck-Aktie verbesserte sich am Donnerstag um 1,8 Prozent auf 41,56 Euro.
DroneShield im Höhenflug
Weltweit gefragt bleiben die Dienste von DroneShield (AU000000DRO2). Nachdem die letzten Wochen vor allem Aufträge aus anderen Kontinenten lieferten, meldete der Konzern jetzt auch einen Auftragseingang aus der australischen Heimat. Dort wurde DroneShield als Zulieferer für das Projekt LAND 156 auserkoren. Finanzielle Details gibt es zwar nicht. Die australische Regierung ließ aber mitteilen, im Laufe der nächsten zehn Jahre 1,3 Milliarden AUD (ca. 750 Mio. Euro) in Drohnenabwehr investieren zu wollen. Viel davon dürfte bei DroneShield hängen bleiben.
Verdaut werden konnten auf Seiten der Anleger mittlerweile dezente Vertrauensprobleme. Frisches Selbstbewusstsein gönnten die Analysten von JPMorgan, nachdem die US-Bank ihren Anteil an DroneShiels auf mehr als fünf Prozent erhöhte. Zugleich hagelt es munter Kaufempfehlungen. In der Management-Ebene gab es zuletzt den einen oder anderen Ausrutscher. Solange es auf fundamentaler Seite stimmt, können die Anteilseigner darüber aber großzügig hinwegsehen. Die Aktie legte am Donnerstag hierzulande um 5,7 Prozent bis auf 2,32 Euro auf.
Es wird noch ungemütlicher
Ende vergangenen Jahres gab es noch große Hoffnung auf einen baldigen Krieg in der Ukraine und die Welt schien auf dem besten Wege zu sein, um wieder zu einem ruhigeren und friedlicheren Ort zu werden. Doch Trump hat genau dieses Sentiment mit seinen Hau-Ruck-Entscheidungen und heftigen Drohungen gegen eigene Partner schon wieder platzen lassen. Das ist in keiner nur erdenklichen Art und Weise erfreulich. Die Auswirkungen auf Rüstungs-Aktien sind aber nicht zu übersehen.
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16.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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