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Rolls Royce, Fraport, Lufthansa, Deutsche Post- Luftfahrtbranche am Scheideweg

Rolls Royce mit Milliardenverlust 2020

NTG24 - Rolls Royce, Fraport, Lufthansa, Deutsche Post- Luftfahrtbranche am Scheideweg

 

Die anhaltenden Reisebeschränkungen und die Minimierung der Geschäftsreisen hat den Frankfurter Flughafen im Februar ein Passagierminus von 84,4 % zum Vorjahresniveau eingebrockt. Insgesamt wurden im Vergleich zum Januar zwar 5 % mehr Passagiere gezählt, allerdings bleibt die Gesamtzahl von 681 845 Reisenden ernüchternd. Hoffnung macht das Cargo Aufkommen des Fraports (ISIN: DE0005773303). Dieses ist um 21,7 % gestiegen und hat einen neuen Höchstwert mit 180 725 Tonnen erreicht.

Da die Reisebeschränkungen europaweit bislang kaum gelockert wurden, verzeichnen alle Konzernflughäfen des Unternehmens ein rückläufiges Passagieraufkommen seit Anfang des Jahres. Lichtblick bleibt der Flughafen in Xi’an, der das Passagieraufkommen zum Vorjahresmonat um 272,2 % auf 1,7 Millionen Passagiere steigern konnte. Der Fraport Chef Stefan Schulte rechnet mit einer Erholung des Flugverkehrs in der 2. Hälfte des Jahres. Intern wird mit einer Auslastung von 35-45 % vom 2019er Niveau gerechnet. Das Unternehmen ist hoch verschuldet und auch wenn sich der Kurs seit Anfang des Jahres wieder erholen konnte, notiert dieser immer noch 30 % unter dem Vorjahresniveau. Hierbei dürften die Aussichten auf eine schnelle Erholung des Flugverkehrs schon mehrheitlich eingepreist sein.

 

 

Abhilfe könnte die Bundesregierung schaffen, die den 15 wichtigsten Flughäfen in Deutschland ein Rettungspaket in Höhe von 800 Millionen Euro in Aussicht stellt. Knapp die Hälfte wird hierbei an die Flughäfen München, Berlin und Köln/Bonn gehen, bei denen die Bundesrepublik Miteigentümer ist. Der neuerliche Streik des Joint Ventures der Deutschen Post (ISIN: DE0005552004), Lufthansa Cargo (ISIN: DE0008232125)und des Fraports, das Airmail Center Frankfurt, bringt auch intern die Situation vor der Bekanntgabe der Jahresbilanz am 16. März nicht zur Beruhigung.

 

Rolls Royce

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDer Triebwerkhersteller aus Großbritannien (ISIN: GB00B63H8491) veröffentlichte am heutigen Tag seine Bilanz für das Gesamtjahr 2020. Der Vorsteuerverlust liegt bei 3,7 Milliarden Euro, was sogar noch über den pessimistischen Analystenprognosen von 3,1 Milliarden Euro liegt. Der Konzernumsatz brach dabei um 29 % auf 11,8 Milliarden Euro ein. Auch die Aussichten für das Jahr 2021 wissen nicht zu überzeugen. Für das Jahr 2021 wird mit einem Verlust von 2 Milliarden Euro gerechnet, obwohl zu den 7000 abgebauten Stellen 2020 weitere 2000 in 2021 dazukommen sollen und das radikale Sparprogramm fortgeführt werden soll. Vergleicht man das KUV von Rolls Royce mit der Konkurrenz, scheint der Triebwerkhersteller günstig bewertet zu sein. Allerdings ist Rolls Royce seit Ende des letzten Jahrzehnts ein höchst defizitäres Unternehmen und ist durch die Spezialisierung auf Triebwerke für Langstreckenanwendungen stärker durch die Coronakrise betroffen als andere Hersteller.

Der Erfolg des Konzernumbaus wird primär von einer schnellen Tourismuserholung abhängig sein. Da Rolls Royce lediglich Zulieferer für Airbus und Boeing ist, werden sie als Letztes von einem Aufschwung profitieren und als Erstes durch einen erneuten Anstieg der Infektionszahlen Einbußen erleiden.

 

11.03.2021 - Felix Eisenhauer - fe@ntg24.de

 

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