Trotz angekündigter Senkung der Luftverkehrssteuer ist Ryanair noch nicht zufrieden und fordert die Bundesregierung zum Nachjustieren auf
Damit ist Ryanair noch nicht zufrieden
Die Bundesregierung kündigte kürzlich an, vom Bundestag eine Senkung der Luftverkehrssteuer zum 1. Juli beschließen zu lassen. Vorgesehen ist, die Steuer je Ticket für Flüge innerhalb Europas von 15,53 Euro auf 13,03 Euro zu senken. Interkontinentalflüge sollen je Ticket mit 59,43 Euro statt aktuell 70,83 Euro besteuert werden. Damit soll das Versprechen aus dem Koalitionsvertrag eingelöst werden, die Luftverkehrssteuer auf das Niveau von 2024 zu senken.
Die Airline Ryanair (IE00BYTBXV33) meldet jedoch eklatante Zweifel daran an, ob dieses Versprechen mit den vorliegenden Plänen tatsächlich erreicht wird. Der Konzern ließ am Mittwoch mitteilen, dass der Gesetzesentwurf die politische Zusage nicht einhalte. Die Luftverkehrssteuer bleibe deutlich höher als im Mai 2024. Auch der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) gibt sich skeptisch und fordert noch mehr Entlastung für die Airlines in Deutschland. Anders als in anderen europäischen Ländern wurde in Deutschland bisher beim Flugverkehr noch nicht das Niveau von vor der Corona-Pandemie erreicht.
Tatsächlich führten Airlines laut einem Bericht der „FAZ“ im Frühjahr 2024 noch 12,48 Euro je Ticket für innereuropäische Flüge ab. 31,61 Euro waren es bei längeren Strecken und 56,91 bei Tickets für Interkontinentalverbindungen. Für die Passagiere sind die Differenzen zum aktuellen Gesetzesvorschlag verschmerzbar. Es handelt sich höchstens um 2,52 Euro. Für die Airlines wird dies aber zur Belastung, da die Kleckerbeträge millionenfach anfallen.
Ryanair will noch mehr Entlastung
Nach Ansicht von Ryanair arbeitet die Bundesregierung mit „praxisfernen Steuersätzen“ und es wird darauf gepocht, das ursprüngliche Versprechen einzulösen und die Luftverkehrssteuer tatsächlich auf das Niveau von 2024 abzusenken. Dabei räumt das Unternehmen ein, dass die nun vorliegenden Vorschläge zwar tatsächlich im Steuergesetz standen, aufgrund einer ergänzenden Verordnung aber nie zur Anwendung gekommen seien. Nach dieser Argumentation würde das neue Gesetz also mehr oder minder mit fiktiven Steuersätzen arbeiten.
Ähnlich schätzt der BDL die Lage ein und verweist auf die Luftverkehrssteuer-Absenkungsverordnung, welche 2024 zu einer automatischen Reduzierung von Steuersätzen geführt habe. Auf diesem Wege sollen steigende Kosten durch den europäischen CO2-Zertifitaktehandel berücksichtigt werden, um die Airlines nicht doppelt zu belasten. Laut BDL sei die Ticketsteuer ohnehin als Übergangsmaßnahme zu verstehen, bis der Luftverkehr vollständig in den Emissionshandel integriert werden kann.
Gefordert wird vom BDL daher, den Absenkungsmechanismus wieder einzuführen und auf diesem Wege die Belastungen für Airlines auf das Niveau von 2024 zu senken. Ansonsten führe die nun angestrebte Regelung nicht zu einer tatsächlichen Entlastung. Ferner werden auch niedrigere Abgaben für Fluglotsen und Sicherheitskontrollen gefordert, um bei den Ticketpreisen für spürbare Effekte sorgen zu können. Dazu äußerte sich Ryanair nicht, dürfte mit solchen Vorhaben aber auch kein Problem haben.
Ein laues Lüftchen?
Begeisterung ob der Steuersenkungspläne der Bundesregierung machte sich bislang unter den Aktionären nicht breit. Die in Aussicht gestellte Entlastung fällt eher bescheiden aus und sie tröstet nicht über die enormen Sorgen aufgrund rasant steigender Ölpreise hinweg. Letztere lassen die Kosten für Airlines explodieren, was durch die angekündigte Senkung der Ticketsteuer vermutlich nicht einmal ansatzweise ausgeglichen werden kann. Das Vorhaben droht, zum Tropfen auf dem heißen Stein zu werden.
Eine Reaktion der Bundesregierung auf die Forderung von Ryanair liegt bisher nicht vor. Die irische Airline ist aber bekannt dafür, ihren Forderungen gegenüber der Politik gerne mal Nachdruck zu verleihen. An manchem Standort reduzierte der Konzern bereits sein Angebot und begründete dies explizit mit zu hohen Steuern und Abgaben. Solche treffen Billiganbieter wie Ryanair besonders hart, da dort die Margen natürlich recht eng berechnet werden und jeder zusätzliche Cent an Abgaben sich direkt bemerkbar macht.
Ryanair Holdings Plc.-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Ryanair Holdings Plc.-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ryanair Holdings Plc.-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Ryanair Holdings Plc. - hier weiterlesen...
19.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)






27.04.2026
24.04.2026
31.03.2026
26.01.2026