als .pdf Datei herunterladen

In Österreich will Ryanair keine Kompromisse eingehen und setzt der Politik eine harte Frist zur Abschaffung der Luftverkehrssteuer

Ryanair lässt wohl nicht mit sich reden

NTG24 - In Österreich will Ryanair keine Kompromisse eingehen und setzt der Politik eine harte Frist zur Abschaffung der Luftverkehrssteuer

 

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Margen der Billigflieger eher überschaubar ausfallen. Um die sehr günstigen Ticketpreise ermöglichen zu können, muss schlicht überall gespart werden. Der irische Konzern Ryanair kämpft daher erbittert darum, die Kosten so niedrig wie möglich zu halten. Zu diesem Zweck legt man sich gerne auch mit der Politik an, und das mit sehr deutlichen Worten.

Anzeige:

Werbebanner Zürcher BörsenbriefeWenn das mal nicht ausreicht, greift Ryanair (IE00BYTBXV33) auch schon mal zu anderen Methoden. Wie das Unternehmen auf seiner eigenen Webseite mitteilte, setzt man der der österreichischen Regierung eine harte Frist zur Abschaffung der Luftverkehrssteuer. Nur wenn die Abgabe in Höhe von zwölf Euro je Passagier zum 1. Mai vollständig wegfällt, will Ryanair an bisherigen Ausbauplänen am Flughafen Wien festhalten. Jene sehen vor, zehn neue Flugzeuge in Wien-Schwechat zu stationieren.

Letzteres ist Teil eines Investitionsplans, dessen Volumen sich auf mehr als eine Milliarde US-Dollar beläuft. Im Ringen um die Luftverkehrssteuer reduzierte Ryanair zuvor allerdings auch schon sein Angebot in Wien und verband dies mit harscher Kritik an der Regierung in Wien. Jene wurde nun erneuert. Ryanair-Manager Andreas Gruber kritisierte die Politik dafür, die Abgabe lediglich zu prüfen. Andere europäische Länder hätten sie derweil bereits gestrichen.

 

 

 

Ryanair ist zufrieden mit Deutschland

 

Mit ähnlich scharfen Tönen ging Ryanair in der Vergangenheit auch die deutsche Bundesregierung an. Im Koalitionsvertrag von SPD und CDU/CSU fand sich zwar das Vorhaben, die Luftverkehrssteuer zu senken. Das ging Ryanair aber nicht schnell genug. Im November wurde letztlich beschlossen, die fragliche Steuer zum 1. Juli auf das Niveau von Mai 2024 zu senken, also vor der letzten Erhöhung. Dabei warf Ryanair der Politik aber so manche Trickserei vor und richtig zufrieden war man mit dieser Lösung noch nicht.

Anzeige:

Werbebanner EMH PM TradeErfreuter war der Konzern dann schon damit, dass der CDU-Parteitag im Februar beschlossen hatte, die Luftverkehrssteuer perspektivisch komplett abzuschaffen. Das ist ganz nach dem Geschmack von Ryanair-Airline-Chef Eddie Wilson. Wie viel von gesenkten oder abgeschafften Steuern an die Fluggäste weitergereicht werden könnte, darüber wird indes eher selten gesprochen. Frei von Kritik ist natürlich auch Ryanair selbst nicht. Klimaaktivisten werden dem Konzern vor, vor allem die eigene Marge im Blick zu haben und dabei die hohen CO2-Emissionen des eigenen Geschäfts zu ignorieren.

Gerade in der aktuellen Lage ist es für Ryanair aber wohl wichtiger denn je, die Kosten an jeder nur erdenklichen Stelle einzudämmen. Denn das Unternehmen wird durch den Irankrieg gleich doppelt unter Druck gesetzt. Zum einen fallen die Buchungszahlen durch den Ausfall wichtiger Zielflughäfen rapide. Bei Ryanair trifft dies vor allem auf Tel Aviv und Destinationen in Jordanien zu. Derweil ist Zypern zwar nicht direkt im Konfliktgebiet, doch auch hier zeigt sich eine spürbare Zurückhaltung der Fluggäste. Weiter erschwert wird das Geschäft selbstredend durch die massiv gestiegenen Kerosinpreise.

 

Skrupellos?

 

Dass Ryanair recht offen versucht, die Politik unter Druck zu setzen und dabei auch vor Ultimaten für Investitionen nicht zurückschreckt, mag auf den einen oder anderen befremdlich wirken. Allerdings ist dieses harte Vorgehen letztlich Teil des Geschäftsmodells und damit auch im besten Interesse der Aktionäre. Interpretieren lässt sich das Ganze auch dahingehend, dass Ryanair mit Steuern und Abgaben im Hinterkopf schlicht nüchtern durchrechnet, ob sich Investitionen langfristig auszahlen oder eben nicht.

Die Anleger wären über eine Abschaffung von Steuern sicher nicht traurig. Doch für Optimismus ist momentan nicht viel Platz, da der Krieg im Nahen Osten jegliche Hoffnung überschattet. Die Ryanair-Aktie scheint sich in der verkürzten Karwoche bislang etwas stabiler zu zeigen. Es bleibt aber bei Abschlägen von knapp zehn Prozent seit Beginn des Irankriegs.

Anzeige:

Banner TradingView

 

Ryanair Holdings Plc.-Aktie: Kaufen oder verkaufen?

 

Die neuesten Ryanair Holdings Plc.-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ryanair Holdings Plc.-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?

Konkrete Empfehlungen zu Ryanair Holdings Plc. - hier weiterlesen...

 

31.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

Auf Twitter teilen     Auf Facebook teilen


Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.








Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)