Ryanair-Chef Micheal O’Leary teilt ordentlich gegen Elon Musk aus, der diesen Gefallen prompt erwidert
An Schneid scheint es Ryanair nicht zu mangeln
Mitte des Jahres will die Lufthansa Technologie von Starlink bei den eigenen Flugzeugen einsetzen und damit den Passagieren schrittweise im Laufe der nächsten Jahre in den Maschinen Zugang zu schnellem Internet bieten. Auch Ryanair hat mit dem Gedanken gespielt, sich aber gegen einen Vertragsabschluss entschieden. Die irische Airline fürchtet durch die notwendigen Anpassungen an den Flugzeugen einen höheren Treibstoffverbrauch, was die Kosten massiv erhöhen könnte.
In einem Radio-Interview sprach O’Leary recht offen über die Starlink-Technologie und ob diese bei Ryanair (IE00BYTBXV33) in Zukunft eine Rolle spielen könnte. Doch das Ganze wurde dabei als wenig attraktiv bezeichnet. Den Einbau von Antennen und zusätzlicher Verkleidung lehnt Ryanair ab. Daraufhin habe Elon Musk den CEO der Airline als „falsch informiert“ bezeichnet. Das wiederum nahm O’Leary zum Anlass, um Musk als „Idiot“ zu bezeichnen, wie im Magazin „Politico“ nachzulesen ist. Laut dem Ryanair-Chef sei Musk zwar ein sehr reich, aber immer noch ein „Idiot“. Bei der Gelegenheit teilte O’Leary auch gegen Musks Kurznachrichtendienst „X“ aus, welchen er als „Kloake“ bezeichnete.
Die Retourkutsche ließ nicht lange auf sich warten. Auf eben jener „Kloake“ twitterte Elon Musk, dass O’Leary selbst ein „Idiot“ sei und dessen Entlassung eine gute Idee wäre. Wenigsten ein bisschen Substanz verlieh Musk der Auseinandersetzung, indem er auf das Thema Starlink-Antennen und Treibstoffverbrauch zu sprechen kam. Die Auswirkungen würden seitens Ryanair „um den Faktor zehn“ falsch bewertet.
Ryanair: Unversöhnlich
Ryanair teilte zuvor mit, dass der zusätzliche Treibstoffverbrauch bei etwa zwei Prozent liegen könnte, was die jährlichen Kosten um einen dreistelligen Millionenbetrag erhöhen könnte. Für die Billig-Airline, die klassischerweise nur geringe Margen einfährt und ihr Geld vor allem durch hohe Volumina verdient, ist das kein Pappenstiel. Zudem gibt es Zweifel daran, ob die Passagiere auf kurzen Flügen zusätzliche Gebühren für schnelleres Internet zahlen würden.
Wie groß die Auswirkungen von zusätzlicher Technologie und Anpassungen an der Verkleidung tatsächlich sein mögen, das wissen wohl nur Experten genauer. Doch auch unabhängig davon ist nicht damit zu rechnen, dass Ryanair und Starlink so schnell noch einmal zusammenkommen. Der rabiate Schlagabtausch zwischen den Chefs steht dem dann doch schwer im Weg. Vielleicht unterstreicht Ryanair genau damit auch sehr bewusst, für wie unnötig das Angebot von Starlink gehalten wird.
Eine Bedrohung für das Geschäft oder den Aktienkurs ergibt sich nicht. Die allermeisten Kunden, die mit Ryanair fliegen, erwarten keine Wunder beim Service, sondern in erster Linie günstige Preise. Dass für solche schon mal an der einen oder anderen Stelle gespart werden muss, dafür haben die Kunden durchaus Verständnis. Elon Musk mag derweil vor harten Worten nicht zurückschrecken, kann Ryanair aber letzlich wenig anhaben – so er nicht spontan eine eigene Airline aus dem Boden stampft oder eine ähnlich irre Übernahme wie seinerzeit bei Twitter lostritt.
Ryanair auf Reiseflughöhe
Die Aktionäre zeigten sich von den Reibereien zwischen O’Leary und Musk nicht weiter beeindruckt. Die entsprechenden Schlagzeilen machten sich beim Aktienkurs von Ryanair nicht weiter bemerkbar, der sich seit Dezember auf hohem Niveau seitwärts entwickelt. Momentan tänzelt das Papier um die 30-Euro-Marke herum und notiert damit rund 63 Prozent höher als noch letztes Jahr um diese Zeit.
Wichtiger als die Frage über Internet an Bord ist für die Anleger der anhaltende Reiseboom, der sich nach Ansicht der meisten Experten auch in diesem Jahr fortsetzen dürfte. Da die Verbraucher gleichzeitig immer mehr aufs Geld schauen, könnte Ryanair als einer der größten Branchengewinner hervorgehen. Obschon die Rallye sich etwas abgekühlt haben, bleiben die weiteren Aussichten freundlich, und daran wird auch Elon Musk mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nichts ändern.
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20.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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