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SAP spart für mehr KI, Volkswagen schwingt weiter den Rotstift, bunte Gerüchte um SpaceX und Micron verliert an Rückhalt

Die Märkte scheinen etwas vorsichtiger auf die Zukunft zu blicken

NTG24 - SAP spart für mehr KI, Volkswagen schwingt weiter den Rotstift, bunte Gerüchte um SpaceX und Micron verliert an Rückhalt

 

An den Börsen herrschte am Donnerstag insgesamt beste Stimmung. Der Dax konnte dank niedrigerer Ölpreise sogar zeitweise neue Rekorde auf die Beine stellen. Bei den Einzeltiteln war die Lage jedoch etwas differenziertet. Auch wenn es hierzulande sowie anderswo viele grüne Vorzeichen zu bewundern gab, so hat die Zuversicht zuweilen etwas nachgelassen.

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Im Falle von SAP (DE0007164600) wird der Kurs ohnehin schon seit Längerem von enormen Vorbehalten geprägt. Die Sorge, dass KI-Agenten in Zukunft das Geschäftsmodell grundlegend infrage stellen könnten, hält sich hartnäckig. Der Software-Konzern selbst erkennt in KI hingegen noch immer große Chancen und will daher auch die Investitionen ausweiten. Um das auch weiterhin schultern zu können, kündigte SAP laut einem Artikel des „Handelsblatt“ Sparmaßnahmen an.

 

 

 

Die Richtlinien für Dienstreisen und Neueinstellungen werden verschärft. Zuvor berichtete „Bloomberg“ bereits darüber, dass wohl ein Einstellungsstopp verfügt werden soll. Allerdings bestätigt sich dadurch nur ein wenig der Eindruck, dass die Investitionen in KI SAP dezent zu überfordern scheinen. An der Börse bestehen Zweifel daran, ob sich das eines Tages auszahlen wird und mögliche Rückgänge in anderen Bereichen damit vollständig kompensiert werden können. Die Aktie geriet zeitweise weiter unter Druck, konnte sich aber letztlich immerhin mit einem kleinen Plus von 0,6 Prozent in den Handelsschluss hangeln.

 

Volkswagen im Spar-Rausch

 

Bei Volkswagen (DE0007664039) dreht sich seit einer Weile gefühlt jede zweite Schlagzeile um irgendwelche Sparmaßnahmen. In Wolfsburg wird der Rotstift offenbar weiterhin geschwungen. Kürzlich wurde bekannt, dass in den kommenden Jahren bis zu 100.000 Stellen wegfallen könnten. Zudem ist die Frage nach Werksschließungen wieder sehr aktuell. Laut einem Bericht der „Bild“ setzt Volkswagen aber auch beim Management an.

Die Führungskräfte müssen sich demnach auf eine Veränderung des Bonussystems einstellen. Ab dem kommenden Jahr soll die Vergütung deutlich stärker an die individuelle Leistung gekoppelt werden. Die Idee dahinter ist letztlich auch, Leistungsanreize zu setzen und bei den Managern ein Interesse an neuen Erfolgen entstehen zu lassen. Letztlich soll aber auch die Anzahl der Manager-Positionen dramatisch reduziert werden. Momentan sind es noch rund 21.500. Es sollen in Zukunft nur noch 16.000 sein. Die Anleger scheinen sich langsam an die immer härteren Sparpläne zu gewöhnen. Der Volkswagen-Aktie wurde nach der jüngsten Talfahrt wieder ein Plus von 4,8 Prozent auf 73,30 Euro gegönnt.

 

Bastelt SpaceX an einem eigenen Smartphone?

 

Die Zukunft von SpaceX (US84615Q1031) steht voll und ganz im Zeichen von KI, spätestens seit Anfang des Jahres xAI in das Musk-Unternehmen integriert wurde. Laut einigen Gerüchten möchte der Konzern sich aber wohl nicht auf Chatbots und KI-Agenten beschränken. Insidern zufolge soll SpaceX Investoren vor dem Börsengang auch ein KI-Gerät präsentiert haben, das einem Smartphone ähnelt. Allerdings läuft als Software nicht Android, sondern ein eigenes Betriebssystem.

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Es sind nicht die ersten Spekulationen dazu, dass durch KI eine neue Gerätekategorie entstehen könnte. Allerdings winkte Elon Musk recht schnell ab und ließ wissen, dass entsprechende Berichte nicht den Tatsachen entsprechen würden. Schon zuvor erteilte er ähnlichen Ideen eine Absage. Die Anleger scheinen dennoch interessante Chancen zu erkennen. Die SpaceX-Aktie verbesserte sich gestern um 2,8 Prozent auf 162 US-Dollar.

 

Flog Micron zu nah an die Sonne?

 

Schwer am Nachlassen ist die Stimmung bei der Aktie von Micron (US5951121038), trotz zuletzt hervorragender Quartalszahlen. Nach Ansicht der Analysten von Morningstar sind Korrekturen auch absolut berechtigt. Die Bewertung wird noch immer als überzogen angesehen; Wachstumstendenzen hingegen gelten als eingepreist. Unterstrichten wurde dieser Eindruck mit einem Kursziel, das zwar deutlich von 455 auf 850 Dollar stieg, damit aber noch unter den letzten Schlusskursen liegt.

Skeptisch blicken die Experten insbesondere auf das Ende des Jahrzehnts. Denn erwartet wird, dass bis dahin neue Kapazitäten für die Speicheproduktion bereitstehen und dadurch Preise sowie Margen wieder spürbar in Richtung Süden gehen werden. Letztlich wird also weiterhin von einem zyklischen Geschäft ausgegangen. Die Warnungen bleiben an der Börse nicht ungehört. Die Micron-Aktie rutschte am Donnerstag um weitere 5,5 Prozent auf 975,56 Dollar hinab und weitere damit die Kursverluste auf Wochensicht auf knapp 21 Prozent aus.

 

Nichts Genaues weiß man nicht

 

Die Märkte sind ständig damit beschäftigt, ihre Erwartungen für die Zukunft neu abzustecken. Allerdings lehrt uns die Erfahrung, dass am Ende meistens doch alles etwas anders kommt. Manche laufende Neubewertung hat nach gegenwärtigem Kenntnisstand durchaus ihre Berechtigung. Doch die größten Comebacks und Abstürze kamen bislang vorzugsweise dann, wenn nur die Wenigsten damit rechneten.

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03.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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