Samsung einigt sich mit den Angestellten auf üppige Bonuszahlungen und wendet damit einen längeren Streik ab
Die Anleger von Samsung können ebenfalls zufrieden sein
Die enormen Gewinne von Samsung, welche dank des ausufernden Bedarfs der Hyperscaler an Speicherchips ermöglicht wurden, wecken selbstredend Begehrlichkeiten. Ohne die eigene Belegschaft hätte der Konzern seine jüngsten Erfolge nie feiern können. Daher forderte die Samsung-Gewerkschaft eine Gewinnbeteiligung und untermauerte dies mit der Androhung eines 18-tägigen Streiks.
Erst in letzter Minute konnte jener Streik noch verhindert werden. Samsung (US7960508882) unterbreitete ein Angebot, welches eine durchschnittliche Lohnerhöhung um 6,2 Prozent nebst einer Ausschüttung in Höhe von 10,5 Prozent des Konzerngewinns an die Belegschaft vorsah. Jenes Angebot wurde sodann den Mitgliedern der Gewerkschaft zur Abstimmung vorgelegt. Medienberichten zufolge sprachen sich über 70 Prozent dafür aus, dem Ganzen zuzustimmen.
Damit kann Samsung die Streikgefahr nun auch dauerhaft verschwinden lassen und munter weiter Chips produzieren, die zu fast schon unverschämten Margen bereitwillige Abnehmer finden. Billig ist das für das südkoreanische Unternehmen freilich nicht. Schätzungsweise 48.000 Mitarbeiter sind gewerkschaftlich organisiert. Bekommen könnten jene allein in diesem Jahr jeweils umgerechnet 340.000 Euro als Bonus. Das mag aus Anlegersicht etwas sehr großzügig klingen. Es ist aber letztlich nur ein kleiner Teil der Rekordgewinne, welche Samsung zuletzt schreiben konnte.
Blendende Aussichten für Samsung
Allein im ersten Quartal konnte Samsung Gewinne von umgerechnet rund 33 Milliarden Euro verzeichnen, und das Ende der Fahnenstange dürfte noch lange nicht erreicht sein. Der anhaltende KI-Boom beschert dem Halbleitersegment langfristig planbare Umsatzschübe. Dort dürfte man nach der nun getroffenen Einigung vielleicht auch auf hochmotivierte Angestellte blicken. Dem weiteren Wachstum steht damit erstmal nichts im Wege.
Richtig begeistert scheinen die Anleger indes nicht zu sein. Die Samsung-Aktie musste im frühen Handel am Mittwoch hierzulande kleinere Verluste wegstecken, blieb mit 2.750 Euro im morgendlichen Handel aber auf einem mehr als ansehnlichen Niveau. Die grundsätzlichen Umsatz- und Gewinntreiber sind so lebendig wie eh und je. Dass ein Teil der Gewinne auch an die Mitarbeiter geht, ist vertretbar. Das meiste davon verbleibt bei Unternehmen und Investoren.
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28.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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