Softbank im Höhenrausch, Taiyo Yuden zehrt von starken Zahlen, Tokyo Electron schreibt Kursrekorde und auch Advantest wird vom Chip-Boom angeschoben
Dank KI-Boom geht die Börse in Tokio steil aufwärts
Richtig gut fiel die Stimmung an den Börsen am gestrigen Dienstag nicht aus. Verdaut werden musste, dass die Hoffnung auf einen schnellen Frieden im Nahen Osten sich nicht erfüllen sollte. Der Ölpreis hielt sich zwar einigermaßen stabil unter 100 US-Dollar je Barrel. Enttäuschung war aber dennoch zu spüren. Quicklebendig blieb jedoch der Chip- und KI-Hype, und das belebte auch die Börse in Japan.
In Tokio waren Halbleiterwerte gestern so stark gefragt wie selten zuvor. Das verhalf auch der Aktie von Softbank (JP3436100006) zu Aufschlägen. Das Unternehmen ist schwer in Sachen KI investiert. Für den Geschmack einiger Beobachter vielleicht sogar zu weit. Doch für den Moment übernimmt anscheinend erst einmal die Euphorie. Am Dienstag ging es um satte 13,1 Prozent bis auf 43,09 Euro in die Höhe. Nachwirken dürften hier wahrscheinlich noch immer die Quartalszahlen von Nvidia. Auch Fortschritte bei Arm werden an den Märkten als positiver Faktor angesehen.
Konkrete Unternehmensmeldungen gab es allerdings nicht, was die Anteilseigner am Mittwoch zu Gewinnmitnahmen zu verleiten scheint. Bis zum Nachmittag in Tokio ging es für die Softbank-Aktie heute wieder um gute sechs Prozent in Richtung Süden. Das kann das Papier allerdings mehr als gut verkraften. Es bleibt bei einem Plus von 67 Prozent allein seit Jahresbeginn.
Taiyo Yuden sorgt für Begeisterung
Solange Chip- und KI-Boom nicht nachlassen, dürfte es für die Softbank munter aufwärts gehen. Einen weiteren Beleg für das große Interesse im Segment lieferte kürzlich Taiyo Yuden (JP3452000007). Vor Kurzem meldete das Unternehmen schwer beeindruckende Quartalszahlen. 56,70 Yen je Aktie konnten beim Gewinn verbucht werden. Analysten rechneten mit lediglich 33,06 Yen. Darüber hinaus hat der japanische Konzern die Serienproduktion von mehreren ultrakompakten MCOIL LSCN-Mehrschicht-Metall-Leistungsinduktoren aufgenommen, welche bei KI-fähigen Endgeräten eine wichtige Rolle spielen sollen, berichtet „Investing.com“.
Das hat an der Börse einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Mit Kursgewinnen von 7,5 Prozent gehörte die Taiyo Yuden-Aktie gestern zu den größten Gewinnern an den japanischen Märkten. Zuvor gab es bereits noch höhere Gewinne zu sehen. Auf Wochensicht konnte der Titel sich mal eben um 40 Prozent in die Höhe schwingen. Auch hier gilt, dass der KI-Boom ein klarer Kurstreiber bleibt und ein Ende momentan nicht wirklich in Sicht ist.
Tokyo Electron in neuen Höhen
Bei der hervorragenden Stimmung braucht es an den Börsen in Tokio gar nicht unbedingt unternehmensspezifische Neuigkeiten, um die Bullen in Kauflaune verfallen zu lassen. Das zeigt sich bei der Aktie von Tokyo Electron (JP3571400005), welche jüngst bei 54.700 Yen ein neues Allzeit-Hoch markieren konnte. Darauf folgten zwar kleinere Gewinnmitnahmen und am Mittwochnachmittag standen „nur“ noch 53.000 Yen auf dem Ticker. Das sind aber noch immer knapp 45 Prozent mehr als zu Jahresbeginn.
Tokyo Electron kommt aus der Branche der Halbleiter-Ausrüster und stellt unter anderem Maschinen für die Herstellung von Chips her. Gute Entwicklungen bei der Kundschaft lassen vermuten, dass die Nachfrage nicht allzu bald nachlassen dürfte. Die Anleger stellen sich darauf bereits ein und spekulieren auf einige angenehme Überraschungen in den kommenden Quartalen.
Advantest bewährt sich
Um Produkte aus der Halbleiterbranche auf die Probe zu stellen, kommen gerne und häufig die automatischen Testgeräte von Advantest (JP3122400009) zum Einsatz. Daher ergeben sich auch hier umso rosigere Aussichten, je besser es für die Chiphersteller läuft. Dementsprechend freuten die Anleger sich ebenfalls über Rückenwind, wenngleich es für neue Kursrekorde zuletzt nicht reichte. Im Rallye-Modus bleibt die Aktie dennoch.
Die gute Stimmung scheint hier auch heute weiter anzuhalten. Zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels notierte die Advantest-Aktie 4,6 Prozent höher bei 27.270 Yen. Seit Jahresbeginn ging es um respektable 29 Prozent in Richtung Norden und im direkten Jahresvergleich konnte der Kurs sich fast vervierfachen. Es ist ein weiterer Beleg dafür, wie stark Japan vom Chip-Boom profitieren kann.
Hoffnungen und Sorgen
Insgesamt ist die Konjunktur in Japan eher angeschlagen und die Regierung warnt dieser Tage vor unschönen Effekten durch den Energieschock, welcher sich durch den Irankrieg ergeben hat. Einige Medienberichte sprechen zudem davon, dass im Land in nicht allzu ferner Zukunft das Plastik knapp werden könnte. Doch die großen Erfolge der Unternehmen aus der Halbleiter-Branche liefern Lichtblicke. Das scheint den Börsianern auszureichen, um die Risiken ein wenig auszublenden.
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27.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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