Nvidia, Amazon, Alibaba, Softbank – KI-Investitionen treiben Wachstum, aber sorgen auch für Unsicherheiten
Steigenden Abhängigkeit vom KI-Erfolg führt zu Unsicherheiten bei den Investoren
Die Aktie des japanischen Investmentkonzerns Softbank geriet nach den starken Zahlen unter Druck aufgrund der starken Abhängigkeit von OpenAI. Alibaba-Aktie profitiert von dem KI-Boom.
Der japanische Investmentkonzern Softbank (JP3436100006) konnte im vierten Quartal des Jahres einen Rekordgewinn erzielen und dennoch geriet die Aktie nach der Vorlage des Zahlenwerks unter Druck. Bei den Anlegern scheint die enorme Abhängigkeit von dem KI-Investments in OpenAI die Stimmung zu belasten und auch intern erhöht sich der Druck auf das Management.
Da Softbank als japanischer Konzern auch dem japanischen Finanzjahr folgt beendete das Unternehmen am 31. März das vierte Quartal des Fiskaljahres 2025/2026. In dem letzten Quartal des Fiskaljahres konnte der japanische Konzern einen Nettogewinn von 11,61 Milliarden US-Dollar erreichen und erzielte damit einen neuen Rekordgewinn. Der Nettogewinn erzielte dabei die Erwartungen der Analysten im Konsens um das 4,5-fache. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Gewinn der Softbank sogar drei Mal so hoch ausgefallen. Der kräftige Anstieg hat dabei allerdings nichts mit der operativen Stärke des Unternehmens zu tun und ist lediglich auf eine Neubewertung der Beteiligung an OpenAI zurückzuführen. Dabei handelt es sich also um Buchwertgewinne die nicht cash wirksam sind. Die Beteiligung an OpenAI war zum Abschluss des Quartals mit rund 79,6 Milliarden US-Dollar bewertet. Damit kann die Softbank seit dem Einstieg in OpenAI auf einen Buchwertgewinn von rund 45 Milliarden US-Dollar zurückblicken.
Bei den Investoren mehren sich indes die Zweifel. Zur Finanzierung der Investition in OpenAI hat die Softbank hohe Schulden aufgenommen. Darunter fällt auch ein Überbrückungskredit in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar. Von diesem sind noch rund 17,5 Milliarden US-Dollar ausstehend. Alleine im letzten Jahr investierte die Softbank rund 30 Milliarden US-Dollar in das KI-Unternehmen OpenAI. Um diese Investitionen auch zu stemmen trennte man sich von einem großen Teil der Nvidia (US67066G1040)-Anteile und nutzte weitere Beteiligungen um die Kredite bei den Banken zu besichern.
Das Problem mit dem sich die Softbank aktuell konfrontiert sieht sind die anschwellenden Zweifel an der Marktführerschaft von OpenAI. Gerade die Konkurrenz rund um Anthropic und Alphabet (US02079K3059) haben zuletzt Modelle entwickelt die mit der Rechenleistung und den Ergebnissen ChatGPT ebenbürtig sind. Zudem geriet OpenAI auch aufgrund der eigenen enormen Investitionspläne in die Kritik. So plan OpenAI-CEO Sam Altman Investitionen in Höhe von rund 600 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren in den USA.
Aus Investorensicht bahnt sich bei der Softbank ein sogenanntes Klumpenrisiko an bei dem sich die Softbank zu sehr auf ein Investment fokussiert und dabei die goldene Regel des Investierens die Diversifikation vernachlässigt. Da die Aktie nach der Vorlage der Quartalszahlen zwischenzeitlich um rund 5 % korrigierte scheint der Markt dieses Klumpenrisiko, trotz des aktuellen Erfolges, zunehmend als kritisch zu bewerten. Wenn OpenAI auch in den nächsten Monaten die geplanten Nutzerziele verfehlen sollte, oder die Konkurrenz weitere noch leistungsfähigere Modell auf den Markt bringt, dann ist die Aktie der Softbank von dieser Entwicklung direkt betroffen.
Alibaba überzeugt beim Wachstum der Cloud-Sparte
Alibaba (KYG0171191142) galt lange als das Amazon (US0231351067)-Chinas und auch wenn sich dies operativ weiter so fortsetzt konnte der Aktienkurs von Alibaba dieser Hoffnung nicht genüge tun. Die Interventionen der chinesischen Regierungen waren so groß, dass Alibaba den geplanten Börsengang des Zahlungsdienstleisters Alipay absagen und sich sogar von einem Teil des Unternehmens trennen musste. Dies sorgte bei dem jahrelang steigenden Aktienkurs für einen starke Korrekturbewegen von rund 66 % der Marktkapitalisierung. Seit Mitte 2024 befindet sich Alibaba allerdings wieder in einem leichten Aufwärtstrend.
In der vergangenen Woche hat Alibaba das Zahlenwerk für das letzten Quartal veröffentlicht, die gemischt ausfielen. Vom Markt unter besonderer Beobachtung war die Cloud-Sparte. Während der Gesamtumsatz im letzten Quartal um lediglich 3 % auf 35,3 Milliarden US-Dollar zulegen konnte, erzielte die Cloud-Sparte ein Umsatzplus von starken 38 %. Besonders das externe Cloud-Geschäft konnte zum Wachstum beitragen. Laut dem Management konnten die hauseigenen KI-Produkte nun das elfte Quartal in Folge ein dreistelliges Wachstum vorweisen. Besonders nachgefragt ist dabei das Sprachmodell Qwen.
Tatsächlich lag das bereinigte operative Ergebnis von Alibaba sogar 84 % unter dem Vorjahreszeitraum, doch unter dem Strich konnte Alibaba dennoch überzeugen. Der auf die Aktionäre anfallende Gewinne hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar mehr als verdoppelt. Das Management sprach in Folge der Zahlenvorlage davon, dass sich die Investitionen in Künstliche Intelligenz nun auszahlen werden. Alibaba positioniert sich dabei auch im globalen Wettkampf weiter als technologischer Infrastrukturanbieter um auch die Abhängigkeit von dem klassischen E-Commerce-Geschäft zu verringern.
Dennoch sollten Investoren nicht aus den Augen verlieren, dass das bereinigte EBITDA von Alibaba im letzten Quartal deutlich abgefallen ist und die Ertragsseite unter Druck gerät. Alibaba investiert aktuell Milliarden in die Bereiche KI-Infrastruktur, ohne die Sicherheit, dass sich die Investitionen in Zukunft auch auszahlen werden. Alibaba verfügt über enorme Cashreserven, sodass sich die Investitionen aktuell noch ohne Probleme aus den verfügbaren Mittel bedienen lassen. Abzubleiben bleibt dennoch ob die Erfolge in der Cloud-Sparte die wegbrechenden Umsätze im E-Commerce-Geschäft dauerhaft kompensieren können.
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21.05.2026 - Christian Teitscheid

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