SpaceX nennt Ausgabepreis, Hochtief wird im Dax begrüßt, Nvidia strebt in neue Bereiche und BYD wagt sich ins Risiko
Anleger hoffen auf eine Fortsetzung von Erfolgsgeschichten und frische Börsenrekorde
Die Stimmung an den Märkten fiel am Mittwoch mal wieder sehr mau aus, ausgelöst durch erneute Unsicherheiten rund um den Irankrieg und wieder höhere Ölpreise. Trotz Rücksetzern bei Dow Jones, Dax und Co. halten die Börsen sich aber weiterhin recht wacker. Der KI-Boom trägt dazu eine ganze Menge bei. Abseits davon setzen die Börsianer auf einen neuen Rekord, der schon in wenigen Tagen geschrieben werden könnte.
Der Börsengang von SpaceX (US84615Q1031) rückt immer näher und der Musk-Konzern nannte nun in einem aktualisierten Prospekt schon ungewöhnlich früh einen konkreten Ausgabepreis. 135 US-Dollar je Aktie sollen es demnach sein, was die Bewertung auf satte 1,77 Billionen Dollar kommen ließe. Geplant ist die Ausgabe von 555,6 Millionen Aktien, womit der Konzern etwa 75 Milliarden Dollar einnehmen würde.
Bisherige IPO-Rekorde würde SpaceX damit nicht einfach nur übertreffen, sondern regelrecht pulverisieren. Der bisher größte Börsengang aller Zeiten brachte Saudi Aramco im Jahr 2019 29 Milliarden Dollar ein. SpaceX könnte mehr als doppelt so viel einnehmen und gleichzeitig Elon Musk zum ersten Billionär auf dem Planeten machen. Wann genau der Startschuss erfolgt, ist noch offen. Medienberichten zufolge könnte es am 12. Juni so weit sein.
Hochtief in der ersten Liga
Der Baukonzern Hochtief (DE0006070006) spielt zwar in einer ganz anderen Liga als SpaceX, steigt aber zum 22. Juni erstmals in den Dax und damit den hiesigen Leitindex auf. Verabschieden wird sich dafür die Porsche Holding SE, welche schwer unter den Krisen bei Volkswagen und Porsche AG zu leiden hat.
Hochtief zählt ebenfalls zu den KI-Profiteuren. Die Dienste des Konzerns sind beim Bau von Rechenzentren schwer gefragt. Darüber hinaus bringen auch steigende Rüstungsausgaben und umfangreiche Infrastrukturprogramme zahlreiche Aufträge in die Bücher. Der Aktie ermöglichte dies eine Verdreifachung des Kurses innerhalb der letzten zwölf Monate. Der Aufstieg in den Dax wurde von den Käufern begrüßt. Am Mittwoch ging es um weitere 3,1 Prozent bis auf 495,20 Euro aufwärts.
Nvidia auf neuen Wegen
Nvidia (US67066G1040) schwebt an der Börse schon längst in der Stratosphäre, woran ein Rücksetzer um 3,6 Prozent am Mittwoch grundsätzlich nicht viel ändert. Doch mit bisherigen Erfolgen scheint man sich nicht zufriedengeben zu wollen. Angepeilt wird mit kürzlich vorgestellten Chips, auch im Consumer-Bereich eine größere Rolle zu spielen. Notebooks und PCs mit RTX Spark sagen sowohl Intel und AMD als auch Apple den Kampf an.
Bisher wurden lediglich Geräte mit High-End-Konfigurationen vorgestellt, deren Preise irgendwo zwischen 3.000 und 4.000 Euro liegen. Für die breite Masse ist das eher uninteressant. Es mehren sich aber Hinweise darauf, dass es auch günstigere Varianten geben könnte. Einigen Leaks zufolge wird es wohl N1X-Konfigurationen mit weniger Leistung geben, bei denen entsprechende Notebooks schon ab rund 1.800 Dollar starten könnten. Das wäre zwar noch immer weit entfernt von einem MacBook Neo, aber sehr nah dran an einem MacBook Pro.
BYD zeigt Mut
Um neue Erfolge zu feiern und frische Marktbereiche zu erobern, braucht es manchmal eine beherzte Portion Mut. Nach vorne preschte kürzlich BYD (CNE100000296) mit der Ankündigung, in China erstmals als Hersteller für Unfälle mit Fahrassistenz zu haften. Gelten soll dies für ein Jahr ab Fahrzeugauslieferung oder ab Update auf Version 5.0 von „God’s Eye“ bei bestehenden Kunden. Abgedeckt werden sollen sämtliche wirtschaftlichen Schäden am eigenen Fahrzeug sowie Sachschäden Dritter und auch Personenschäden. Eine Obergrenze soll es nicht geben und eine zusätzliche Versicherung ist ebenfalls nicht erforderlich.
BYD sendet mit diesem Vorgehen ein sehr deutliches Signal aus. Offenbar ist der Hersteller von seinen neuen autonomen Fahrsystemen derart überzeugt, dass man auch mit dem eigenen Kapital ins Risiko zu gehen bereit ist. Ein paar Fragen bleiben zwar noch offen, doch die Konkurrenz wird durch den überraschenden Schritt unter Druck gesetzt. An der Börse hinterließ das allerdings keinen Eindruck. Die BYD-Aktie gab am Donnerstag bis zum Nachmittag um 1,7 Prozent auf 93,21 Yuan nach.
Da kommt noch einiges
Wie es im Irankrieg weitergehen mag und ob bei den Ölpreisen irgendwann noch Entspannung aufkommen mag, das bleibt weiterhin vollkommen offen. Die Angelegenheit wird auch weiterhin zu Ungewissheit und Sorgen an den Märkten sorgen. An anderen Stellen deutet sich jedoch bereits an, dass auch viele interessante und positive Neuigkeiten bevorstehen. Der Mut von Konzernen wird zwar nicht immer auch belohnt. Chancen ergeben sich aber daraus allemal.
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04.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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