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SpaceX: Bewertung passt nicht zu den Chancen

Der SpaceX IPO-Antrag enthält viele Überraschungen, aber auch Enttäuschungen

NTG24 - SpaceX: Bewertung passt nicht zu den Chancen

 

Der offizielle IPO-Antrag von SpaceX enthält viele Überraschungen, interessante Opportunitäten, aber auch Enttäuschungen. Offen bleibt die Frage, wie das Unternehmen die enorm hohe Unternehmensbewertung, die man anpeilt, rechtfertigen will. 

Dass SpaceX („SPCX“) die US-Raumfahrt dominiert, ist kein Geheimnis. Man kann sogar sagen, dass die USA keine Raumfahrt hätten, wenn SpaceX morgen ausfallen würde. Für das National Security Space Launch (NSSL) Programm hat man 11 von insgesamt 12 Missionen ausgeführt. Es handelt sich dabei um Aufträge des US-Militärs bzw. genauer gesagt der neuen US Space Force (USSF). Für die NASA wiederum hat SpaceX alle der letzten fünf Missionen rund um Fracht und Astronautentransport übernommen. Die Dominanz geht aber deutlich über die Grenzen der USA hinaus. Seit 2023 hat das Unternehmen 80 % der gesamten weltweit beförderten Fracht in den Weltraum gebracht und das mit einer 99 %igen Erfolgsquote. Die Wiederverwendbarkeit der Falcon-Booster war natürlich der Schlüssel zum Erfolg, denn dadurch konnten die Preise für den Transport weit unter das Niveau der Konkurrenz gesenkt werden. Und hier steht SpaceX vor dem nächsten grossen Generationensprung:

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Auf dem Papier kann Starship die Kosten um -99 % im Vergleich zu den historischen Niveaus senken. Der Clou liegt in der Frachtgrösse, die transportiert werden kann. Im konkreten Vergleich soll Starship beispielsweise bis zu 60 der neuen V3-Satelliten (für Starlink) transportieren. Das wäre eine Verzwangzigfachung der Satellitenleistung, die pro Flug in den Orbit gebracht werden würde. Das Kernproblem kennen wir jedoch alle: Starship hat bisher 11 Testflüge absolviert und keinen erfolgreich. SpaceX macht grosse Fortschritte und ich bin mir sicher, dass man Ende Starship zum Erfolg machen wird. Die offene Frage ist jedoch, wie viel das Ganze bis dahin kosten wird. Aktuell sind die Kosten für die Entwicklung so hoch, dass die Raumfahrtsparte wieder Verluste (Q1: -662 Mio. US-Dollar / Konzernverlust: -4,3 Mrd. US-Dollar) schreibt. 

 

Bewertung passt nicht zu den Chancen

 

Womit SpaceX richtig Geld verdient, ist Starlink. Ich hatte Sie bereits vor knapp zwei Monaten im Zürcher Finanzbrief 07/26 darauf hingewiesen, dass das Satellitennetzwerk im zivilen und militärischen Bereich zur wichtigsten Cash Cow geworden ist. Das S-1 Filing bestätigt dies: Im vergangenen Jahr erlöste die Sparte 11,4 Mrd. US-Dollar Umsatz mit rund 10,3 Millionen Kunden in 164 Ländern. Das operative Ergebnis belief sich auf 4,4 Mrd. US-Dollar und das „bereinigte“ EBITDA erreichte sogar 7,2 Mrd. US-Dollar. Oder anders gesagt: Starlink ist der Goldesel, der alles andere querfinanziert. 

Die AI-Sparte ist hingegen nicht vergleichbar mit den anderen grossen amerikanischen Konkurrenten. Das AI-Segment von SpaceX und xAI wurden Anfang des Jahres fusioniert, aber die Reichweite ist bescheiden. Grok kommt gerade einmal auf 117 Millionen MAUs (monatlich aktive Benutzer), während die Alphabet (US02079K1079) Tochter Google beispielsweise allein in der Gemini-App rund 750 Millionen MAUs verzeichnet. MAU bedeutet auch nicht, dass es hier einen Cashflow gibt. Der Prozentsatz der zahlenden xAI-Kunden ist ein Bruchteil dessen. Die Verluste sind hingegen real. Die AI-Sparte weist für 2025 einen Verlust von -6,4 Mrd. US-Dollar aus und verschlang mit 12,7 Mrd. US-Dollar drei Mal so viele Investitionen wie die Raumfahrtsparte. Ein wichtiger Trumpf sind ohne Zweifel die AI-Trainings-Cluster Colossus und Colossus II, die weltweit führend sind, sowie die zukünftige vertikale Integration bei der Chipfertigung, was aber ebenfalls hohe Anlaufkosten und einen unsicheren Return mit sich bringt. 

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Die Aktionäre dürfen bei SpaceX nur applaudieren. Mitreden dürfen sie hingegen nicht. Der Konzern hat bewusst eine duale Aktienstruktur gewählt, die Elon Musk in jedem Fall das letzte Wort gewährt. Die Class B Aktien entsprechen 10 Stimmen der Class A Aktien. Darüber sichert sich Musk 85,1 % der Stimmen, ist zudem CEO, CTO und Chairman in Personalunion, wodurch er alle wichtigen Posten und Entscheidungen im Konzern allein bestimmen kann. Kurzum: Mit Musk steht und fällt die ganze Unternehmung. Was keine Überraschung ist, aber jedem, der bei SpaceX investieren will, sollte klar sein, dass es nur um die antizipierte Wertentwicklung geht, nicht um ein Mitspracherecht. Ebensowenig kann man auf eine Dividende hoffen, die von vornherein ausgeschlossen wird. 

Eine konkrete Empfehlung zu dieser Analyse ist den Lesern des Zürcher Finanzbriefes vorbehalten. Den Zürcher Finanzbrief und die zugehörigen Empfehlungen können Sie im Rahmen eines kostenlosen Probe-Abonnements ausgiebig testen.

 

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22.05.2026 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

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