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Verwaltete Konten und zusätzliche Funktionen für den Jugendschutz finden bei Spotify nun auch bei Gratis-Accounts Einzug

Spotify reagiert auf das aktuelle politische Klima

NTG24 - Verwaltete Konten und zusätzliche Funktionen für den Jugendschutz finden bei Spotify nun auch bei Gratis-Accounts Einzug

 

Der Jugendschutz im Internet ist momentan wieder ein besonders heißes Thema. In Deutschland und der EU setzen Politiker sich mit der Frage auseinander, ob ein Verbot von Social Media für Kinder und Jugendliche vielleicht sinnvoll sein könnte. In Australien ist man schon einen Schritt weiter, wenn auch bisher nicht unbedingt mit dem erhofften Erfolg.

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Die Digitalkonzerne müssen sich dennoch an diesen Trend anpassen und besser heute als morgen für mehr Jugendschutz sorgen. Spotify (LU1778762911) wagt nun einen solchen Schritt, indem mit einem Update am Dienstag der Einsatz sogenannter Verwalteter Konten ausgeweitet wurde. Neu ist das Prinzip nicht. In Australien, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, den USA und den Niederlanden steht das Ganze nun aber auch Nutzern mit Gratis-Accounts offen. Zuvor gab es die Funktion ausschließlich mit einem Bezahl-Abo.

 

 

 

Die erstmals im Jahr 2024 eingeführte Funktion ermöglicht es Eltern, mehr Kontrolle über die Hör- und Sehgewohnheiten ihrer Kinder auszuüben. Letztere können ihre Accounts grundsätzlich frei verwenden. Die Eltern, oder wer auch immer das Konto verwaltet, können aber gezielt steuern, welche Inhalte dabei konsumiert werden können. Per Standard sind sowohl Videos als auch als „Explicit“ gekennzeichnete Musik gesperrt. Auf Wunsch können zusätzlich Inhalte gesperrt oder auch freigegeben werden.

 

Spotify: Klare Trennung

 

Auf ihrem eigenen Spotify-Profil haben Kinder und Jugendliche sodann die Möglichkeit, eigene Playlists zu erstellen und weitere Funktionen zu nutzen. Die Hörgewohnheiten werden natürlich dennoch analysiert, nehmen aber keinen Einfluss auf den Eltern-Account. In Zukunft muss also nicht mehr befürchtet werden, dass sich in eine automatische Playlist das eine oder andere Kinderlied verirrt. Die meisten interaktiven Funktionen bleiben für Kinder gesperrt.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinSpotify grenzt das Ganze noch einmal von Spotify Kids ab, wo noch schärfere Beschränkungen gelten. Die werden jedoch oftmals den Hörgewohnheiten und wohl auch der Lebensrealität von Teenagern nicht gerecht. Diese Lücke soll nun gefüllt werden. Für Spotify hat das zwei potenzielle Vorteile. Zum einen kommt das Unternehmen der Forderung nach mehr Jugendschutz ein Stück weit zuvor. Zum anderen werden die jungen Nutzer dennoch frühzeitig an die Plattform gewöhnt, was sie in Zukunft zu potenziellen (zahlenden) Kunden macht.

Wenigstens ein bisschen scheinen die Anleger das daraus entstehende Potenzial zu honorieren. Weitere Funktionen für Gratis-Accounts klingen zwar zunächst nicht nach dem ganz großen Umsatzbringer. Dank der regelmäßig geschalteten Werbung lohnen sich jedoch auch solche Nutzer für Spotify enorm. Mit mehr Funktionen und Jugendschutz dürfte es wahrscheinlich gelingen, mehr Eltern und deren Kinder vom eigenen Angebot überzeugen zu können. Die Spotify-Aktie reagierte am Dienstag mit einem Plus von 0,9 Prozent in einem ansonsten eher angeschlagenen Handelsumfeld.

 

Das kann nicht schaden

 

Ob Jugendschützer und Politik mit den verwalteten Konten bereits zufrieden sind, sei an dieser Stelle dahingestellt. Schaden kann es Spotify aber in jedem Fall nicht, schon frühzeitig auf Bestrebungen zu mehr Jugendschutz im Digitalbereich zu reagieren. Sollte die Politik in Zukunft eine härtere Gangart präferieren, würde es das Unternehmen weniger hart erwischen und die Nutzer sind im Falle eines solchen Szenarios bereits an entsprechende Funktionen gewöhnt.

Das ändert allerdings freilich nichts an zuletzt eher durchmischten Quartalszahlen und der anhaltenden Befürchtung, dass steigende Kosten die Margen weiter unter Druck setzen könnten. Zwar gab es in der Vergangenheit bereits Preiserhöhungen, welche aber stets das Risiko mit sich bringen, dass der eine oder andere Nutzer abspringen könnte. Solange Spotify nicht wieder stärkere Wachstumssignale liefern kann dürfte die Aktie weiterhin eher stiefmütterlich behandelt werden. Mit Blick auf die nun eingeführten Neuerungen ist dabei auch interessant, dass der schwedische Dienst gerade bei Umsätzen mit Werbung noch schwächelt und dort längst nicht so stark wie beispielsweise Netflix wachsen konnte.

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16.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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