Taiwan schränkt die Einstellung von Spitzenchips im Ausland ein und nötigt TSMC dazu, seine Spitzenchips weiterhin ausschließlich in der Heimat zu produzieren
In den USA muss TSMC auf die Bremse treten
Seit Jahren schon bemühen sich die USA darum, die Produktion des Chipherstellers TSMC ins eigene Land zu holen, und das augenscheinlich mit Erfolg. Kürzlich erst kündigte das Unternehmen an, die Investitionen in den USA noch einmal zu erhöhen. Fünf neue Werke sollen in den kommenden Jahren entstehen. Sie werden allerdings auf betagte Technologie setzen müssen.
Das Parlament in Taipeh verabschiedete kürzlich nach dritter Lesung ein neues Gesetz, welches die Herstellung von Spitzenchips im Ausland schlicht untersagt. Die Details sollen noch ausgearbeitet werden und in Kraft tritt das Ganze wohl zum Jahresende. Es sieht aber danach aus, als würde TSMC (US8740391003) in den USA bestenfalls Chips der vorletzten Generation herstellen können.
Solche haben weiterhin ihren Nutzen, spielen aber bei wichtigen Bereichen wie KI nur eine untergeordnete Rolle. Taiwan hat sich die Gesetzesnovelle gut überlegt. Es geht dabei um nicht weniger als das eigene Überleben. Aktuell ist TSMC der einzige Anbieter weltweit, der Chips mit den kleinsten Strukturbreiten herstellen kann. Das sichert dem Inselstaat letztlich die USA als Schutzmacht vor chinesischen Übernahmegelüsten.
Peking sieht Taiwan bekanntlich nicht als eigenständiges Land, sondern lediglich als abtrünnige Provinz an und die „Wiedervereinigung“ ist Teil der Staatsdoktrin. Seit einer Weile wird dabei auch Waffengewalt nicht mehr ausgeschlossen. Im Falle einer Invasion würde der Westen den wahrscheinlich wichtigsten Teil von IT-Lieferketten verlieren. Eben deshalb gibt es aktuell noch ein großes Interesse daran, Taiwan zu verteidigen.
TSMC: Alles beim Alten?
Solange es nicht tatsächlich zum Konflikt kommt, ändert sich für TSMC erst einmal nicht viel. Zwar werden Top-Chips weiterhin exportiert werden müssen, sodass möglicherweise Zölle anfallen könnten. Jene werden die Kunden im Zweifel aber anstandslos zahlen, da es schlicht an Alternativen fehlt. Zudem kann TSMC darauf hoffen, aufgrund der massiven US-Investitionen die eine oder andere Ausnahme zu erhalten. Die Aktie reagierte nicht weiter auf die politische Entwicklung in Taiwan.
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30.04.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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