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Einen Tesla zu fahren dürfte die längste Zeit eine günstige Angelegenheit gewesen sein

Könnte das noch zu Problemen führen?

NTG24 - Einen Tesla zu fahren dürfte die längste Zeit eine günstige Angelegenheit gewesen sein

 

Auch wenn es ursprünglich mal Elon Musks Vision war, Elektroautos in bezahlbare Preisregionen zu bringen und damit der Masse zugänglich zu machen, so ist ein Tesla bis heute keine billige Angelegenheit. Verlassen konnten die Käufer sich allerdings lange Zeit darauf, dass der Strom für den Betrieb sehr viel günstiger war als das Betanken eines Benziners. Damit könnte es aber auch vorbei sein.

Tesla (US88160R1014) hat bei seinen Superchargern bereits einige Preiserhöhungen durchgesetzt und nun gab es den nächsten saftigen Preisaufschlag. Zwar können die Preise sich lokal zum Teil stark unterscheiden. Doch gibt es Berichte, laut denen Nutzer hierzulande schon bis zu 70 Cent je Kilowattstunde bezahlen müssen. Zuvor wurden noch 50 bis 52 Cent aufgerufen. Die Preise wurden also mal eben um rund 40 Prozent erhöht, was alles andere als eine Kleinigkeit ist.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeTeurer wird es auch für alle, die mit Fremdfabrikaten an Superchargern laden wollen. Immerhin gibt es diese Möglichkeit mittlerweile an immer mehr Standorten. Dann werden allerdings 85 Cent je Kilowattstunde fällig. Das Aufladen eines durchschnittlichen Akkus kann da schon mal mit 40 bis 50 Euro zu Buche schlagen und angesichts der typischen Reichweite von Elektroautos ist das kaum noch günstiger, abhängig vom aktuellen Spritpreis vielleicht sogar manches Mal teurer als der Gang zur Zapfsäule.

Für Tesla ist eine solche Entwicklung nicht unproblematisch. Schließlich geht dem Hersteller damit ein wichtiges Argument beim Verkauf der eigenen Elektroautos flöten. Bisher waren die geringeren Betriebskosten stets ein Argument, welches den hohen Anschaffungspreis relativieren konnte. Fällt das in Zukunft weg, dürften sich in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten immer mehr Menschen genau überlegen, ob eine Elektroauto wirklich eine gute Idee ist.

 

Kein Grund zur Panik bei Tesla?

 

Es sei allerdings gesagt, dass nicht überall auf der Welt eine derart akute Energiekrise wie in Europa herrscht. In den deutlich wichtigeren Märkten in den USA und China ist die Lage bei den Strompreisen derzeit sehr viel entspannter und entsprechend sind dort Aufladungen für Elektroautos auch noch nicht zum Luxusvergnügen geworden. Aus Anlegersicht besteht daher momentan noch kein Grund, um schon in Panik zu verfallen.

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Davon war im gestrigen Handel dann auch nicht allzu viel zu sehen. Dass Tesla in einem insgesamt wieder einmal sehr schwachen Handel Federn lassen würde, war abzusehen. Abschläge von 2,57 Prozent beförderten den Titel bis auf 300,80 USD, womit sich noch immer ein recht positives Bild im Chart ergibt. Heute wird für die Bullen vor allem wichtig sein, die psychologisch wichtige Linie bei 300 USD nicht aus der Hand zu geben. Gelingt dieses Kunststück in einem mehr als schwierigen Marktumfeld, würde damit ein deutliches Ausrufezeichen in der schon seit Frühjahr laufenden Erholung gesetzt werden.

 

Nicht auf die leichte Schulter nehmen

 

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Energiepreise derzeit rasant steigen. Auch wenn das nicht überall im gleichen Tempo passiert wie in hiesigen Gefilden, so sollten Anleger diese Entwicklung tunlichst im Auge behalten. Elektroautos versprechen schließlich nur dann ansehnliches Wachstum, wenn die notwendige Energie nicht nur ausreichend vorhanden, sondern auch bezahlbar ist.

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Werbebanner ClaudemusZudem machen sich viele weiterhin Sorgen um die Nachfrage nach Tesla-Fahrzeugen an sich mit Blick auf die hohe Inflation und weitere Anzeichen für eine mögliche Rezession. Fed-Chef Jerome Powell machte kürzlich einmal mehr unmissverständlich klar, dass es alle Mittel nutzen wird, um die Inflation zu bekämpfen. Sollte dadurch eine Rezession mit hoher Arbeitslosigkeit entstehen, wird er das in Kauf nehmen. Mittelfristig entstehen dadurch bei Tesla durchaus Risiken, auch wenn bisher von einem Abschwung bei der Nachfrage wenig zu spüren ist und die Wartezeiten für Fahrzeuge in vielen Fällen noch immer sehr lang ausfallen.

 

22.09.2022 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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