Hohe Kosten für Wasserstoffprojekte führen zu einer niedrigeren Prognose bei ThyssenKrupp Nucera
Dadurch beschleunigt sich der Abwärtstrend von ThyssenKrupp Nucera
Das Wasserstoffsegment war bei ThyssenKrupp schon bei der jüngsten Zahlenvorlage das große Sorgenkind. Während die Geschäfte im Chlor-Alkali-Sektor sich ordentlich entwickelten, ließen Auftragseingänge und mehr bei Wasserstoff zu wünschen übrig. So konnte für das laufende Geschäftsjahr nur noch im besten Fall ein Break-even in Aussicht gestellt werden.
Damit hat es sich nun aber auch schon wieder erledigt. Am Dienstag informierte der Konzern darüber, den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr gesenkt zu haben. Es wird nun mit einem operativen Verlust von 30 bis 80 Millionen Euro gerechnet. Zuvor stellte ThyssenKrupp Nucera (DE000NCA0001) ein Ebit zwischen -30 Millionen und 0 Euro in Aussicht.
Begründet wurde die Anpassung mit hohen Kosten für Projekte rund um grünen Wasserstoff. Bereits ausgelieferte Module müssen wohl noch etwas optimiert werden und der Rückzug eines US-Kunden aus einer 20-Megawatt-Pilotanlage hilft ebenfalls nicht weiter. Letzteres macht sich auch bei den Umsätzen bemerkbar, die noch bei maximal 550 Millionen Euro liegen sollen. Vor der jüngsten Anpassung war noch von bestenfalls 600 Millionen Euro die Rede.
Den Anlegern bereiten solche Aussichten wenig Freude. Im Abwärtstrend hing die ThyssenKrupp Nucera-Aktie ohnehin schon. Jener hat nun noch weiter an Tempo aufgenommen. Am Mittwoch verlor die Aktie zeitweise um über zehn Prozent an Wert. Im späteren Handel konnte der Kurs sich etwas fangen und zu Handelsschluss standen 8,19 Euro auf dem Ticker. Hier war jedoch noch immer ein Tagesverlust von 4,3 Prozent zu beklagen.
ThyssenKrupp: Keine Besserung in Sicht?
Die gesenkte Prognose schmerzt in einem Segment, in dem mancher Anleger ohnehin schon die Hoffnung aufgegeben hat. Die Hoffnung auf den großen Turnaround trübt sich ein und mehr denn je steht ThyssenKrupp Nucera nun in der Bringschuld. Auf vage Versprechen um einen großen Erfolgszug von Wasserstoff können und wollen die Börsianer sich schon lange nicht mehr verlassen.
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19.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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