ThyssenKrupp Nucera im Wasserstoff-Blues, FuelCell Energy entfacht neue KI-Fantasien, Bloom Energy setzt zur Erholung an und auch Oracle zeigt sich etwas fester
Trotz Rückschläge im Segment lebt die Hoffnung bei Wasserstoff-Aktien fort
Hier und dort gab es zwar eine kleine Erholung in den Herbstmonaten zu sehen, doch insgesamt haben Wasserstoff-Aktien viel von ihrem einstigen Glanz verloren. Der große Durchbruch der Technologie blieb bisher aus. Die Auftragseingänge im Segment entwickelten sich mau und die meisten Pure Player kämpfen mit hohen Verlusten und teils bedenklich hohen Schulden. Für weitere Enttäuschung sorgte kürzlich ThyssenKrupp Nucera.
Dort fielen die Jahresergebnisse zum zurückliegenden Geschäftsjahr zwar recht solide aus und unter dem Strich konnte manche Erwartung sogar übertroffen werden. Dies ist allerdings nicht Fortschritten beim Thema Wasserstoff zu verdanken. Wachstum zeigte stattdessen das Chlor-Alkali-Geschäft, auf welches ThyssenKrupp Nucera (DE000NCA0001) in Zukunft verstärkt den Fokus legen möchte.
Das kommt bei den Anlegern gut an und der Aktienkurs konnte sich am Donnerstag um sechs Prozent auf runde neun Euro erholen. Doch spiegelt sich darin umso mehr wider, wie skeptisch an den Märkten auf das Thema Wasserstoff geblickt wird. Eine Entfernung vom Markt scheint regelrecht gefeiert zu werden. Dafür gibt es im Falle von Nucera allerdings auch gute Gründe. Der Auftragseingang ist fast vollständig zusammengebrochen und der Auftragsbestand bei Wasserstoff schrumpfte von 706 auf nur noch 259 Millionen Euro zusammen.
FuelCell Energy setzt auf Rechenzentren
Während bei Nucera mancher Traum geplatz ist und die Realität mehr Raum einnimmt, entstehen bei FuelCell Energy (US35952H7008) gerade neue Hoffnungen. Auch hier gab es frische Zahlen zu sehen, die immerhin keine große Enttäuschung mit sich brachten. Abgeholt werden konnten die Anleger aber letztlich mit den Zukunftsplänen des Unternehmens. Es soll verstärkt auf den rasant steigenden Energiehunger reagiert werden, welchen der KI-Boom mit sich bringt. FuelCell Energy will sich mit seinen Brennstoffzellen daran beteiligen, Kapazitätsengpässe im Stromnetz zu beseitigen und den Kunden eine stets verlässliche Energiequelle zu bieten.
Trotz zunehmender Zweifel an den schwindelerregend hohen Investitionssummen im KI-Segment machte sich Begeisterung breit. Die FuelCell Energy-Aktie legte am Donnerstag um satte 22 Prozent bis auf 9,64 US-Dollar zu und rettete damit die zu Monatsbeginn begonnene Erholung, welche zuvor leicht unter Druck geriet. Es bleiben zwar noch einige offene Fragen. Allerdings setzen die Aktionäre vor allem darauf, dass potenzielle Kunden aus dem Tech-Segment das nötige Kleingeld für die Brennstoffzellen haben und dadurch zähe Prozesse rund um Fördergelder etwas in den Hintergrund rücken mögen.
Bloom Energy: Gegenschlag?
Bei Bloom Energy (US0937121079) führte der starke Fokus auf Rechenzentren zuletzt eher für große Ängste. Im Zuge der mauen Stimmung im Segment wurde die Aktie in Mitleidenschaft gezogen und stürzte zeitweise auf den niedrigsten Stand seit Ende September. Die guten Vorgaben von FuelCell hinterließen am Donnerstag aber offenbar Eindruck. Es ging um immerhin 4,2 Prozent auf 80,21 Dollar aufwärts und nachbörslich legte die etwas angeschlagene Aktie noch weiter zu.
Das reicht noch nicht annähernd aus, um sämtliche Verluste der letzten Wochen wieder auszugleichen. Doch der deutliche Abstand zum 52-Wochen-Hocvh bei 147,86 Dollar dürfte in den Augen der Optimisten auch sein Gutes haben. Denn sollte die Stimmung sich wieder drehen, wäre umso mehr Luft nach oben für eine Erholungsrallye vorhanden. Ob es für eine solche reicht, wird aber wohl weiterhin vom Zustand des wichtigsten Partners abhängen.
Oracle bleibt am Boden
Hauptverantwortlich für die zeitweise massiven Kurssprünge bei Bloom Energy war der Software-Gigant Oracle (US68389X1054), welcher bei seinen geplanten KI-Rechenzentren auf Wasserstoffzellen von Bloom Energy setzt. Allerdings werden die Zweifel größer, ob auch alle Projekte wirklich durchgezogen werden können. Skeptisch blicken die Märkte auf die rasant steigende Verschuldung sowie auf Medienberichte, laut denen sich mit Blue Owl Capital ein bedeutender Investor von einem Projekt verabschiedet haben soll.
Die Aktie zeigte sich am Donnerstag minimal fester, allerdings noch ohne echte Avancen zu einer Erholung zu zeigen. Aufwärts ging es für Oracle gestern lediglich um 0,9 Prozent bis auf 180,03 Dollar. Zweifel an der Investitionsstrategie bleiben damit im Kurs, und sollten solche sich noch mehr verfestigen, so würde es wohl auch an Bloom Energy kaum spurlos vorbeigehen. Der gestrige Handel war für manche Wasserstoff-Aktie letztlich eine Gelegenheit zum Durchschnaufen, aber noch kein eindeutiger Turnaround.
Wasserstoff und das Prinzip Hoffnung
Dass Wasserstoff durch KI-Rechenzentren endlich seinen großen Aufstieg erfahren könnte, das ist für den Moment erstmal nur eine eher vage Fantasie. Dem gegenüber steht ein angeschlagener Markt mit noch immer zu hohen Preisen und teils bitteren Rückgängen bei der Nachfrage. Trotz aller theoretischen Chancen tun Anleger gut daran, die enormen Herausforderungen in der Praxis nicht zu ignorieren.
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19.12.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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