Die UBS übertrifft mit ihren Gewinnen die Markterwartungen, will aber dennoch weitersparen und das Ertragsverhältnis deutlich verbessern
Es stehen wohl weitere Entlassungen bei der UBS an
Das positive Marktumfeld für europäische Banken machte sich auch bei der Zahlenvorlage der UBS bemerkbar. Bei den wichtigsten Kennzahlen ging es für die Schweizer Großbank aufwärts, teilweise sogar mehr als im Vorfeld erwartet. Im Detail gab es allerdings auch Enttäuschungen und das Unternehmen sieht noch keinen Grund, den Sparkurs bereits beenden zu können. Die Anzahl der Mitarbeiter soll weiter sinken.
Genaue Angaben über die mögliche Anzahl weiterer Stellenstreichungen machte die UBS bei der Vorstellung der Q4-Zahlen nicht. Zu entnehmen ist den Unternehmensberichten aber, dass heute noch 103.000 Vollzeitstellen vorhanden sind. Im Jahr 2023 waren es noch 115.000. Medienberichten zufolge könnte diese Zahl weiter bis auf 85.000 oder 80.000 sinken. Allerdings sagte der Chef von UBS (CH0244767585), Sergio Ermotti, dass er nicht alles glauben würde, was in der Zeitung steht.
Raum für weitere Einsparungen ergibt sich wohl genügend, insbesondere aufgrund der Integration der übernommenen Credit Suisse, welche im Laufe dieses Jahres vollständig abgeschlossen werden soll. Beschäftigt ist eine kleine Armee von Mitarbeitern noch damit, über eine Million Datensätze von Credit-Suisse-Kunden auf die IT-Systeme der UBS zu übertragen. Sobald diese Aufgabe abgeschlossen ist, stehen viele Angestellte ohne Aufgabe da. Einsparen will das Institut weitere 500 Millionen US-Dollar, nachdem nach der Notübernahme der Credit Suisse bereits 10,7 Milliarden Dollar eingespart werden konnten. Insgesamt sollen an dieser Stelle nun am Ende 13,5 Milliarden Dollar an Einsparungen erfolgen.
Die UBS will höhere Erträge
Ein großes Ziel des Ganzen ist es, das Aufwands-Ertrags-Verhältnis deutlich zu verbessern. Im letzten Quartal gab die UBS nach eigenen Angaben 0,85 Dollar aus, um einen Dollar Ertrag erwirtschaften zu können. Bis 2028 sollen es nur noch 0,67 Dollar sein. Die erfolgreiche Integration der Credit Suisse spielt dabei wohl eine entscheidende Rolle. Sparen lässt sich nicht zuletzt, indem nach der erfolgreichen Datenmigration die Systeme des einstigen Konkurrenten abgeschaltet werden.
Bisher scheint die anspruchsvolle Aufgabe recht reibungslos über die Bühne zu gehen, was aus Anlegersicht nur zu begrüßen ist. Abseits davon stimmten bei der UBS auch die Fundamentaldaten. Es flossen 101 Milliarden Dollar an neuen Geldern zu, womit das verwaltete Kundenvermögen auf nun sieben Billionen Dollar angeschwollen ist. Der Reingewinn kletterte um 53 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen der Analysten.
Richtig zufrieden waren die Aktionäre dennoch nicht und die UBS-Aktie fiel am Mittwoch um 5,7 Prozent auf 34,98 Schweizer Franken (CHF) zurück. Verantwortlich gemacht dafür wird in erster Linie Gegenwind auf dem US-Markt. Nachdem dort Beratern die Vergütung gekürzt wurde, kündigten nicht wenige der Schweizer Bank die Freundschaft und nahmen ihre Kunden gleich mit. Die UBS rechnet damit, dass diese Entwicklung sich im laufenden Jahr noch fortsetzen werde.
Spare in der Zeit
Die UBS kann viele Erfolge verzeichnen. Wie die meisten der hiesigen Konkurrenten fallen die Gewinne ansehnlich aus und die vermeldeten Sparpläne lassen noch mehr Aufwärtspotenzial erkennen. Zwar macht das Unternehmen sich mit seinen massiven Sparplänen wahrscheinlich nicht unbedingt beliebt in der Öffentlichkeit. Den Aktionären wird aber die Aussicht darauf geboten, dass in Zukunft noch mehr der Umsätze als Gewinn hängenbleiben.
Derweil kann die Aktie den kleinen Rückschlag von gestern recht gut verkraften, bleibt es doch auf Jahressicht noch bei Aufschlägen von respektablen 21 Prozent. Unter dem Strich bleibt auch der Eindruck, dass die Integration der Credit Suisse letztlich reibungsloser vonstattenging, als es im Vorfeld viele Beobachter erwartet hätten. Damit ist in der Schweiz ein echter Gigant entstanden, der sich auch im europäischen Vergleich nicht wegducken muss. Solange der europäische Bankensektor im Aufwind bleibt, dürfte die UBS diesem Beispiel sehr wahrscheinlich folgen.
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05.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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