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Der neue Kurs von Ubisoft wird an der Börse skeptisch betrachtet und auch die Angestellten sind offenbar wenig begeistert

Hängt Ubisoft noch immer in alten Denkmustern fest?

NTG24 - Der neue Kurs von Ubisoft wird an der Börse skeptisch betrachtet und auch die Angestellten sind offenbar wenig begeistert

 

In der schon seit Längerem schwelenden Krise hat sich Ubisoft mit hohem Tempo in Richtung Abgrund zubewegt und will nun alles daran setzen, morgen nicht schon seinen Schritt weiter zu sein. Verpasst wurde dem Spielehersteller kürzlich eine neue Strategie, bei der sich einzelne Studios weitgehend eigenständig um bestimmte Marken kümmern sollen. Außerdem wurden einige Projekte abgesagt oder verschoben.

Im Kern reagiert Ubisoft (FR0000054470) damit auf Kritik, welche den Publisher schon seit etlichen Jahren begleitet. Die Spiele sind nicht wirklich schlecht, gerade die Blockbuster bekommen regelmäßig recht ansehnliche Wertungen in der Fachpresse. Es gelingt allerdings auch schon lange nicht mehr, mit „Assassin’s Creed“ und Konsorten über das gefühlte Mittelmaß hinauszukommen. Die Spiele folgen altbekannten Mustern und die Kundschaft zeigt sich weitgehend angeödet.

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Genau das soll sich nun ändern mit einer „gamer-zentrierten“ Produktkultur. Konzentrieren will sich Ubisoft auf Open-World-Spiele, Live-Service-Produkte und den verstärkten Einsatz von KI. Also im Prinzip genau das, was bei den Spielerinnen und Spielern wenig beliebt ist und was auch etliche andere Studios verfolgen. Dass Ubisoft damit aufhören würde, Trends nachzulaufen und stattdessen wieder eigene Akzente setzt, das ist zumindest bisher nicht zu erkennen. Das führt zu entsprechenden Kommentaren im Netz und offenbar auch Frust innerhalb der eigenen Belegschaft.

 

Unzufriedenheit bei Ubisoft

 

Wie „Kotaku“ unter Verweis auf interne Nachrichtenboards berichtet, macht sich bei Ubisoft momentan wohl einiges an Unzufriedenheit breit. Die Angestellten erwarten sich von der Neustrukturierung keinen echten Wandel und sehen darin stattdessen vor allem Lippenbekenntnisse. Es wird befürchtet, dass der kreative Burnout sich fortsetzt und weiteres Personal in die Flucht schlägt. In der Vergangenheit warf bereits der eine oder andere Programmierer und Designer bei Ubisoft hin und wandte sich stattdessen Entwicklern zu, bei denen etwas mehr Freiraum besteht.

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Wenig beliebt ist zudem die Entscheidung von Ubisoft, eine zuvor ausgehandelte Homeoffice-Option ersatzlos zu streichen. Das wird vor allem CEO Yves Guillemot angekreidet, der intern wohl des Öfteren als „senil“ bezeichnet wird. Die Angestellten bekommen das Gefühl, als würden Fehlschläge des Managements ihnen in die Schuhe geschoben werden. Dass sich dadurch die Motivation nicht eben steigert, liegt auf der Hand. Gescheitert ist Ubisoft in der jüngeren Vergangenheit mit diversen Free-to-Play-Spielen, aber auch mit „Skull and Crossbones“, welches vor Release noch vollmundig als „AAAA-Titel“ bezeichnet wurde. Das Ergebnis landete mit einer gesunden Portion Wohlwollen gerade noch im Mittelfeld.

Die Kritik aus vergangenen Krisen wiederholt sich und von Aufbruchstimmung ist bei Ubisoft wenig zu spüren. Die Börse geht mit der Aktie nur bedingt freundlicher ins Gericht. Am Montag ging es um 9,6 Prozent auf 4,45 Euro aufwärts, was aber in erster Linie auf Schnäppchenjäger zurückzuführen sein dürfte. Es bleibt bei einem Verlust von rund 30 Prozent auf 5-Tages-Sicht und 62,5 Prozent im Jahresvergleich.

 

Ubisoft: Ideenlos

 

Es ist nichts verkehrt daran, dass sich Ubisoft neu aufstellt. Vermutlich ist genau das sogar notwendig. Allerdings hilft es nichts, wenn alter Wein aus neuen Schläuchen fließt. Der Spielepublisher braucht vor allem dringend neue Ideen und es muss gelingen, sich von alten Mustern zu trennen. Natürlich ist das nicht ungefährlich. Doch im Spielesegment werde die größten Erfolge noch immer mit frischen Ansätzen gefeiert. Bekannte Beispiele dafür sind unter anderem „Minecraft“, „Playerunknown’s Battlegrounds“ und das Spiel des Jahres 2025 „Clair Obscure: Expedition 33“.

Wer nicht zufällig eine Marke wie „GTA“ oder „Pokémon“ im Programm hat, kann es sich nicht erlauben, immer wieder das Gleiche in neuem Anstrich zu liefern, und selbst bei solchen Serien lässt Langeweile die Verkaufszahlen schon mal purzeln. Der jüngste Eintrag von „Call of Duty“ etwa soll die Erwartungen des Herstellers gerüchtweise nicht ganz erfüllt haben könnte. Solange Ubisoft nicht eine ähnliche Begeisterung wie im Jahre 2007 auslösen kann, als der erste Trailer zu Assassin’s Creed vorgestellt wurde, sieht die Zukunft weiterhin düster aus.

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27.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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