United Airlines kürzt Verbindungen wegen hoher Kerosinpreise, die Lufthansa spart bei der Reinigung, Shell gerät unter Feuer und Rheinmetall wirbt für Drohnenabwehr
Hohe Ölpreise belasten die Wirtschaft und die Börse enorm
An den Börsen ging eine weitere Handelswoche mit tiefroten Vorzeichen zu Ende. Zentrale Faktoren für die Verkäufe bleiben weiterhin der Irankrieg und die rasanten Anstiege bei den Ölpreisen. Eine Ende des Konflikts ist nicht in Sicht, stattdessen gibt es Berichte, laut denen die USA noch mehr Soldaten in die Region verlegen. Dass Donald Trump zeitweise Sanktionen gegen iranisches Öl aufheben will, zeigte bislang nur wenig Wirkung.
Die hohen Ölpreise haben schon jetzt sichtbare Auswirkungen auf die Wirtschaft. So ließ sie US-Fluggesellschaft United Airlines (US9100471096) wissen, aufgrund hoher Kerosinpreise den Flugplan deutlich auszudünnen. Rund ein Prozent der Verbindungen falle bereits durch den Nahostkonflikt weg. Nun sollen im Flugplan fünf Prozent der für das laufende Jahr geplanten Kapazitäten entfallen. Der Konzern stellt sich auf einen Ölpreis von 175 US-Dollar je Barrel ein und rechnet erst Ende 2027 wieder mit Preisen unterhalb von 100 Dollar. Allerdings sei es auch möglich, dass es weniger schlimm komme.
Auf dem aktuellen Niveau belaufen sich die Mehrkosten für das Unternehmen laut eigenen Angaben bereits auf elf Milliarden Dollar jährlich. Da scheint Sparen das Gebot der Stunde zu sein. Die Anleger reagierten mit weiterer Verunsicherung. Der Aktienkurs knickte am Freitag um weitere 4,5 Prozent auf 89,95 Dollar ein und weitete die Verluste auf Monatssicht auf gut 20 Prozent aus.
Die Lufthansa experimentiert mit nicht ganz so sauberen Kabinen
Die Lufthansa (DE0008232125) dürfte höhere Kerosinpreise ebenfalls zu spüren bekommen, kündigte bisher deshalb aber noch keine Streichungen im großen Stil an. Gespart wird allerdings in der Kabine. Wie der „Aero Telegraph“ unter Verweis auf ein internes Schreiben berichtet, testet die Lufthansa aktuell noch bis zum 29. März auf rund 20 europäischen Verbindungen ein reduziertes Reinigungskonzept.
Dabei sollen Toiletten nur noch auf Anfrage gesäubert und Müll aus Sitztaschen lediglich „bedarfsgerecht“ entfernt werden. Eine vollständige Reinigung zwischen den Flügen ist nicht mehr vorgesehen und statt vier kommen nur noch zwei Reinigungskräfte zum Einsatz. Davon unberührt bleiben höhere Flugklassen sowie generelle die Drehkreuze München und Frankfurt. Wie viel die Lufthansa dadurch einzusparen gedenkt, ist nicht überliefert. An der Börse hilft das Experiment nicht weiter und die Lufthansa-Aktie verlor am Freitag um vier Prozent bis auf 7,30 Euro an Wert.
Angriff auf Shell
Shell (GB00BP6MXD84) gilt bislang als einer der wenige Profiteure des Irankriegs und dessen Folgen, bleibt vom Konflikt aber längst nicht unberührt. Nicht nur steigen dadurch die eigenen Kosten. Medienberichten zufolge nahm nun auch eine Gasaufbereitungsanlage in Katar Schäden bei einem iranischen Angriff. Es kam am Standort wohl zu einem Brand, der aber schon wieder gelöscht werden konnte. Das Personal sei wohlauf, ließ Shell wissen.
Shell scheint in diesem Fall mit einem blauen Auge davonzukommen. Der Vorfall zeigt aber, dass in Kriegszeiten eben keinerlei Sicherheiten bestehen. Die Sorge vor weiteren Eskalationen trieb die Börsianer am Freitag erstmal in die Defensive und die Aktie von Shell ließ um 1,2 Prozent auf 39,48 Euro nach. Dort angekommen ließen sich im Monatsvergleich aber noch Aufschläge in Höhe von 16 Prozent feststellen.
Rheinmetall steht bereit
Von Rheinmetall (DE0007030009) scheinen die Anleger sich keine neuen Impulse durch den Irankrieg zu erwarten. Der Kurs der Aktie ging in dieser Woche erneut zurück und kratzte zum Wochenende schon wieder an der Marke von 1.500 Euro. Dabei erkennt das Unternehmen selbst gewaltiges Potenzial. CEO Armin Papperger warnte kürzlich, dass die Vorräte an Luftabwehrraketen im Nahen Osten, Europa und den USA „leer oder fast leer“ seien. Mit solchen gegen vergleichsweise billige Drohnen zu kämpfen, erweise sich als schwierig.
Natürlich hat Rheinmetall andere Lösungen auf Lager und ließ wissen, dafür auch schon diverse Anfragen durch nicht näher benannte Staaten erhalten zu haben. Es gebe einen riesigen Bedarf und Systeme von Rheinmetall seien bereits im Nahen Osten zum Einsatz gekommen. Dabei sollen die Kosten pro Schuss bei etwa 1.000 Dollar liegen. Das klingt tatsächlich interessant, auch mit Blick auf Aufrüstungsvorhaben in Europa und anderswo. Die Börsianer lassen sich damit momentan jedoch nicht bezirzen.
Viele Verlierer
Die Märkte kommen aufgrund des Kriegs im Nahen Osten nicht zur Ruhe und es steht zu befürchten, dass hohe Ölpreise und eine tiefe Verunsicherung weiterhin negative Effekte nach sich ziehen werden. Da hilft es auch nicht, wenn US-Präsident Donald Trump immer wieder „große Erfolge“ beschwört, solange er kein klares Kriegsziel benennen kann und das Ende des Ganzen offenbleibt. Anleger müssen sich wohl oder übel weiterhin auf eine hohe Volatilität und zahlreiche Verlierer einstellen, nicht nur an der Börse.
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21.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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