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Im kommenden Jahr müssen Tarifangestellte von Volkswagen auf Gehaltserhöhungen und Beförderungen verzichten, was offenbar für Unruhe sorgt

Mit einem neuen Tarifsystem will Volkswagen die Kosten weiter drücken

NTG24 - Im kommenden Jahr müssen Tarifangestellte von Volkswagen auf Gehaltserhöhungen und Beförderungen verzichten, was offenbar für Unruhe sorgt

 

Der Krisenmodus bei Volkswagen nimmt noch immer kein Ende. Zwar konnten zuletzt in Europa wieder deutlich mehr Fahrzeuge verkauft werden als im (äußerst schwachen) Vorjahr. Schwache Geschäfte in China sowie die Auswirkungen von US-Zöllen lassen sich damit aber längst nicht vollständig egalisieren. Die Margen sind schwach und die letzten Zahlen sorgten an der Börse für Enttäuschung.

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Für Besserung soll unter anderem ein umfangreicher Sparkurs sorgen, der noch längst nicht an seinem Ende angekommen ist. Einschnitte muss im Jahr 2026 das Personal von Volkswagen (DE0007664039) hinnehmen. Gehaltserhöhungen und Beförderungen im Tarifbereich soll es ein Jahr überhaupt nicht geben. Von Insidern ist zu hören, dass diese Regelung für erhebliche Unruhe sorge. Darüber war kürzlich im „Handelsblatt“ zu lesen. Es wird befürchtet, dass sich beim Wolfsburger Autobauer ein dauerhaftet Lohndruck kultivieren könnte. Bisher fielen die Tarifgehälter im Konzern stets vergleichsweise großzügig aus.

 

 

 

Intern ist wohl auch von einem sogenannten „Gehaltsfreeze“ die Rede, auf den sich Vorstand und Betriebsrat bei ihren Verhandlungen vor ziemlich genau einem Jahr einigen konnten. Die Pause bei den Gehältern konnte den Arbeitnehmervertretern abgerungen werden, indem weiterhin auf betriebsbedingte Kündigungen sowie Werksschließungen in Deutschland verzichtet wird. Allerdings machte Volkswagen von Beginn an klar, dass dennoch gespart werden müsse.

 

Volkswagen krempelt die Tarife um

 

Im Laufe des kommenden Jahres soll das Tarifgefüge nun grundlegend überarbeitet und vereinfacht werden. Verhandelt wird darüber bereits seit November. Zu Anfang 2027 soll ein einheitliches System stehen, welches die bisherigen Strukturen mit 167 Tätigkeitsbeschreibungen und etwa 6.000 Arbeitssysteme ersetzt. Ferner soll das Gesamtvolumen der Tariflöhne langfristig um sechs Prozent gesenkt werden. Dass der neue Ansatz den Mitarbeitern große Gehaltssteigerungen einbringen wird, ist also eher nicht zu erwarten.

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Gleichwohl müssen die Beschäftigten von Volkswagen wohl auch keine Kürzungen befürchten. Hauptsächlich sollen Einsparungen durch Neueinstellungen in die Tat umgesetzt werden. Verabschiedet sich ein Angestellter, seht sich VW also, einfach ausgedrückt, nach einem neuen Angestellten um, welcher dieselbe Arbeit für weniger Gehalt erledigt. Das klingt ein wenig gemein, dürfte aber letztlich die verträglichste Art sein, um über das gesamte Personal hinweg Einsparungen auf den Weg zu bringen.

Gespart werden muss auch beim Management, wo von einem Einfrieren der Gehälter allerdings nicht die Rede ist. Stattdessen werden bei rund 4.000 VW-Führungskräften im nächsten Jahr die Boni reduziert, was die jährliche Vergütung um schätzungsweise acht Prozent reduziert. Dazu kommen bereits in diesem Jahr und auch wieder 2026 individuelle Reduzierungen der Barvergütung. Solange die Ertragslage schwach ausfällt, werden Boni eher nicht mehr steigen. Selbst von einem kompletten Verzicht auf solche soll schon hier und dort die Rede gewesen sein.

 

Reicht es immer noch nicht?

 

Trotz der recht weitreichenden Sparpläne halten die Diskussionen darüber an, ob Volkswagen damit schon genug getan hat. In der Vergangenheit wurden Sparziele bereits spektakulär verfehlt. So hätte die Rendite bei der Kernmarke eigentlich schon im nächsten Jahr auf 6,5 Prozent klettern sollten. Davon könnte man kurz vor dem Jahreswechsel nicht weiter entfernt sein. Zuletzt meldete VW eine Rendite von 2,3 Prozent. Das neue Ziel wurde nun auf das Jahr 2029 verschoben.

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Werbebanner Speed Monkeys - Tesla Tuning EssenAuch solche Diskussionen treiben die Belegschaft um und sorgen für ein Betriebsklima, das immer mehr auch von Ängsten geprägt ist. Bei der Tochter Porsche wird bereits über weitere Maßnahmen verhandelt. Für die Anleger sind Sparmaßnahmen zwar richtig und wichtig. Kennen solche jedoch kein Ende, so wäre es auch ein deutliches Anzeichen für einen nachhaltigen Schrumpfkurs, auf den das Management keine anderen Antworten findet. Die Volkswagen-Aktie konnte sich stellenweise wieder erholen, ging in der laufenden Woche aber wieder in den Korrekturmodus. Zu Handelsschluss am Donnerstag standen 104,20 Euro auf dem Ticker.

 

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19.12.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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