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Das Volkswagen-Werk in South Carolina verschlingt wohl eine Milliarde US-Dollar mehr als angenommen und die Kritik am Vorhaben wird lauter

Richtig begründen kann Volkswagen die enormen Kostensteigerungen nicht

NTG24 - Das Volkswagen-Werk in South Carolina verschlingt wohl eine Milliarde US-Dollar mehr als angenommen und die Kritik am Vorhaben wird lauter

 

Bereits im Jahr 2022 beschloss Volkswagen, in den USA die Marke Scout Motors zurückzubringen und damit auf dem in Übersee schwer populären Pickup-Markt anzugreifen. Ein Jahr später konnte in South Carolina ein recht großzügiges Förderprogramm für ein neues Werk erhascht werden. Es wurden zwei Milliarden US-Dollar eingeplant, um das Projekt aus dem Boden zu stampfen.

Das wird aber nicht ausreichen, wie ein Bericht des „Handelsblatt“ nahelegt. Die Kosten erhöhen sich wohl mal eben um eine Milliarde Dollar, also 50 Prozent. Die Tochter Scout bestätigte das Ganze bereits. Skeptisch stimmt allerdings, dass die höheren Kosten nur teilweise begründet werden können. Als Hauptgrund wurde die Erweiterung des Werksgeländes um einen Zuliefererpark genannt.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie Kosten dafür wurden allerdings nur auf 300 Millionen Dollar beziffert. Wofür die restlichen 700 Millionen Dollar benötigt werden, bleibt damit im Ungewissen. Allerdings zeigt sich die Tochter von Volkswagen (DE0007664039) recht entspannt und scheint die höheren Kosten für normal sowie vertretbar zu halten. Bei den ursprünglich kommunizierten zwei Milliarden Dollar habe es sich lediglich um eine „garantierte Mindestinvestition“ gehandelt, wie eine Sprecherin mitteilen ließ.

 

 

 

Lohnt sich das für Volkswagen?

 

Auch Insider können keine Klarheit in die Angelegenheit bringen. Recht sicher sind mit der Angelegenheit vertraute Personen aber darüber, dass die höheren Kosten nicht im Zusammenhang mit Überlegungen zu einem Audi-Werk in den USA stehen. Die Premium-Tochter von Volkswagen tut sich aufgrund von Zöllen und fehlender lokaler Produktion besonders schwer.

Zusätzliche Unterstützung erhält Volkswagen für die Mehrausgaben durch South Carolina nicht. Allerdings wird der Bundesstaat wohl dennoch tiefer in die Tasche greifen müssen als bisher geplant. Zusätzliche 150 Millionen Dollar werden aufgrund „unerwarteter Genehmigungs- und Abhilfemaßnahmen sowie übermäßigen Niederschlägen“ veranschlagt. Das Projekt von Volkswagen wird letztlich also für alle Beteiligten teurer als anfangs gedacht. Im Konzern und zum Teil auch unter den Anlegern wachsen damit die Zweifel daran, ob das Vorhaben sich letztlich auch lohnen mag.

Die ursprünglichen Pläne wurden bereits zum Teil überarbeitet. So plante Volkswagen einst, ausschließlich elektrische Pickups in South Carolina herzustellen. Mittlerweile sollen es vor allem Fahrzeuge mit sogenanntem Range Extender sein. Die elektrischen Autos erhalten also einen zusätzlichen Verbrennungsmotor, der bei einer entleerten Batterie das Weiterkommen sicherstellt. Aufgrund der derzeitigen US-Politik ist dabei mit Unterstützung aber nicht mehr zu rechnen. Zusätzliche Kritik gibt es aufgrund der Partnerschaft mit Rivian, wo ein ähnliches Segment wie von Scout bedient werden soll.

 

Ein teurer Spaß

 

Zusätzlich dazu regt sich Kritik aus der Politik. Der US-Kongressabgeordnete Ralph Norman sprach sich dafür aus, keine weiteren Gelder für das VW-Werk freizugeben, ehe nicht der desolate Zustand der Straßen in einen besseren Zustand gebracht wurde. Schon jetzt würde das Projekt zu weiten Teilen vom Einkommen und Vermögen potenzieller Kunden getragen. Demnächst wird wohl auch VW-Chef Oliver Blume das Thema diskutieren. Er will das in Entstehung befindliche Scout-Werk im Laufe der nächsten Tage besuchen.

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Werbebanner Speed Monkeys - Tesla Tuning EssenEs gibt auch positive Stimmen zum Vorhaben von Volkswagen, unter anderem aus Richtung der Analysten. Ob jene nach den jüngsten Kostensteigerungen ihre Ansichten zum Thema noch einmal überdenken mögen, bleibt aber wohl abzuwarten. Die Anleger scheinen sich keine allzu großen Sorgen zu machen. Die Volkswagen-Aktie blieb zuletzt mit einem Schlusskurs von 102,75 Euro zwar auf niedrigem Niveau. Weitere Abwertungen wurden durch die jüngsten Meldungen aus den USA aber nicht provoziert. Letztlich bleibt die Rückkehr von Scout für den Konzern ein Wagnis, was aber auch ohne die nun kommunizierten Kostensteigerungen bereits der Fall war.

 

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03.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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