Aufgrund deutlicher Einbrüche bei der Nachfrage stoppt Volkswagen die Produktion des ID.4 in den USA und setzt stattdessen noch stärker auf Verbrenner
Die Politik von US-Präsident Donald Trump zeigt auch bei Volkswagen Wirkung
US-Präsident Donald Trump hält wenig von Elektrofahrzeugen, was sich bei seiner Politik deutlich bemerkbar macht. Nicht nur wurden Kaufprämien von bis zu 7.500 US-Dollar gestrichen, welche sein Vorgänger Joe Biden noch im Rahmen des Inflation Reduction Act eingeführt hattte. Darüber hinaus lockerte die Trump-Administration auch Abgasvorschriften, um klassische Verbrenner wieder wettbewerbsfähiger zu machen.
Derartige Maßnahmen verfehlen ihre Wirkung nicht. Mehrere US-Autobauer haben sich von ihren bisherigen Plänen zur Elektromobilität verabschiedet. Bei Ford wurde beispielsweise im Dezember eine Abschreibung in Höhe von 19,5 Milliarden US-Dollar aufgrund der Streichung bzw. Verschiebung von Elektro-SUVs verkündet. Nun reiht sich auch Volkswagen (DE0007664039) ein. Dort wird die Produktion des ID.4 im einzigen US-Werkt der Kernmarke in Chattanooga zur Mitte des Jahres eingestellt. Die Absatzzahlen sind laut einem Bericht des „Handelsblatt“ unter Verweis auf Cox Automotive zuletzt wohl heftig eingebrochen.
Im vierten Quartal 2025 lag der Anteil von E-Autos bei Neuzulassungen in den USA bei mauen 5,8 Prozent. Volkswagen konnte im letzten Jahr zwar noch schätzungsweise 22.000 ID.4 an die Frau oder an den Mann bringen. Doch dürften sich dabei Vorzieheffekte bemerkbar gemacht haben. Nachdem die Trump-Administration die Streichung von Kaufprämien ankündigte, griffen die Verbraucher noch möglichst schnell zu. Darauf folgte wohl eine beispiellose Flaute. Im Schlussquartal des vergangenen Jahres sollen nur noch wenige Hundert E-Autos von Volkswagen in den USA verkauft worden sein.
Mehr Verbrenner von Volkswagen für die USA
Damit deckt sich auch die Einschätzung von Volkswagen selbst, dass die aktuellen Lagerbestände noch ausreichen werden, um die Nachfrage bis zum Jahr 2027 bedienen zu können. Eingestellt werden soll der Verkauf des ID.4 in den Staaten also nicht. Der Hersteller arbeitet stattdessen schlicht aufgebaute Lagerbestände ab. In der Produktion richtet man sich derweil noch stärker an Verbrennern aus.
Der Standort im Bundestaat Tennessee soll künftig die zweite Generation des Massenmarktmodells Atlas herstellen. Jenes wurde erst vor wenigen Tagen in New York offiziell vorgestellt. Der Vorgänger hat sich zu einem der beliebtesten VW-Modelle in den USA gemausert, dessen Absatzzahlen sich einzig jenen des Tiguan geschlagen geben müssen. Durch den neuen Fokus auf Verbrenner will Volkswagen nach eigener Aussage langfristigen Erfolg sowie zukünftige Produktchancen in den USA sichern.
Was die Anpassung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeuten mag, dazu ging Volkswagen noch nicht ins Detail. Zurückgefahren wurde die Produktion des ID.4 bereits im letzten Herbst, woraufhin etwa 160 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt wurden. Zumindest einige Angestellte sollen in Zukunft wohl bei der Produktion des Atlas zum Einsatz kommen. Gleichwohl wurde aber auch ein Programm zur Frühverrentung in Aussicht gestellt. Wie jenes im Detail aussehen mag, darüber sprach das Unternehmen noch nicht.
Volkswagen folgt dem Trend
In Europa ist der ID.4 sehr erfolgreich und regelmäßig in den Verkaufscharts anzutreffen, selbst bei einem Vergleich mit Verbrennern. Jenseits des Atlantiks wird das Gefährt derweil zum Ladenhüter. Natürlich hat das politische, manch einer mag auch behaupten ideologische Gründe. Das lässt sich zweifellos kritisieren. Für Volkswagen ist es jedoch nur opportun, auf die Marktlage in den USA zu reagieren und die Produktion entsprechend anzupassen.
Dadurch wird sich allerdings auch nichts am schwachen Geschäft in China ändern. Auch Zuwächse in Europa konnten die Anteilseigner zuletzt kaum trösten und deutlich höhere Spritpreise lassen noch mehr an neuen Wachstumschancen zweifeln. Die Volkswagen-Aktie bleibt daher auf niedrigem Niveau. Am Donnerstag ging es für den Titel um 1,6 Prozent bis auf 89,18 Euro abwärts. Innerhalb der letzten fünf Jahre hat der Aktienkurs um fast zwei Drittel nachgegeben.
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10.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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