Affirm schlägt alle Erwartungen
Starkes Wachstum bei Affirm begeistert, aber reicht das, um den Aktientrend zu drehen?
Affirm und PayPal sind in einer Branche, aber nicht in einer Liga. Das Wachstum des kleinen FinTechs ist bemerkenswert und bestätigt, dass Affirm noch Grosses vor sich hat.
Affirm (US00827B1061) und PayPal (US70450Y1038) in einen Topf zu werfen, grenzt fast schon an Frevel. Beide sind FinTechs, beide sind Finanzdienstleister, aber das Wachstum von Affirm liegt in einer völlig anderen Liga. Das Bruttoumsatzvolumen der Händler, das durch das Unternehmen im 2. Fiskalquartal (31. Dezember 2025) finanziert wurde, wuchs um satte 36 % auf 13,8 Mrd. US-Dollar. Affirm zog aus der Abwicklung dieser Transaktionen und der nötigen Finanzierungen einen Umsatz von 1,12 Mrd. US-Dollar, was 30 % über dem Vorjahresniveau lag.
Die neuen 0 % Finanzierungen waren ein sehr wichtiges Marketing-Tool für die Händler im letzten Quartal. Affirm hatte beispielsweise im Oktober eine dreitägige Kampagne mit mehreren hundert Händlern aus dem eigenen Netzwerk durchgeführt und für drei Tage 0 % Finanzierungen ohne jegliche Fallen und Tricks angeboten. Die Kunden griffen beherzt zu, wobei vor allem die Käufe über 3.000 US-Dollar und mehr für die zinslosen Finanzierungen genutzt wurden. Nur diese eine Kampagne war letztlich für 15 % des Bruttoumsatzvolumens im Oktober verantwortlich. Daran ist deutlich zu erkennen, wie sensibel und elastisch die Kunden auf sinkende Zinsniveaus reagieren. Das ist entscheidend, denn der neue Fed-Chair in den USA wird das Zinsniveau im US-Dollar in diesem Jahr deutlich senken, was für Affirm zu erheblichen Umsatzsteigerungen führen kann.
Affirm schlägt alle Erwartungen
Auf operativer Ebene erreichte Affirm nicht nur den Break-Even, sondern ging weit in die Gewinnzone hinein. Im Dezember-Quartal 2024 hatte man noch einen kleinen operativen Verlust von -4 Mio. US-Dollar bzw. eine operative Marge von -0,5 % ausgewiesen. Ein Jahr später, dank höherem Transaktionsvolumen und einer besseren Positionierung am Kapitalmarkt, konnte man einen operativen Gewinn von 118 Mio. US-Dollar bzw. eine operative Marge von 10,5 % ausweisen. Ein Delta von 122 Mio. US-Dollar. Auf „bereinigter“ Basis erzielte man sogar einen operativen Gewinn von 337 Mio. US-Dollar bzw. eine 30 % Marge. Einen Teil seiner Finanzierung erzielt Affirm durch die Emission von ABS Bonds (Asset Backed Securities), was nichts anderes ist, als eine Anleihe, die durch ein Bündel von Kreditforderungen, die man gegenüber den Kunden hat, gesichert ist. Je höher die Gläubiger die Qualität der verbrieften Forderungen ansehen, desto weniger Zinsen muss Affirm für die Anleihen zahlen. Die Zinsdifferenz zwischen dem, was man von den Kunden für die Finanzierung bekommt und dem, was der Kapitalmarkt für die ABS verlangt, ist der Netto-Zinsertrag. Die letzte Emission im November war sechsfach überzeichnet.
Bei der Prognose ist Affirm relativ konservativ. Für das laufende 3. Fiskalquartal avisiert man im besten Fall einen Umsatz von 1,0 Mrd. US-Dollar. Das würde einem Wachstum im Jahresvergleich von 28 % entsprechen. Auch beim Wachstum des Bruttoumsatzvolumens der Händler geht man von einer niedrigeren Rate von 31 % auf bestenfalls 11,25 Mrd. US-Dollar aus. Das Bild einer sinkenden Wachstumsrate verstärkt sich noch aus Sicht des Unternehmens für das Gesamtjahr. Traditionell ist das 2. Fiskalhalbjahr (1. Januar bis 30. Juni) bei Affirm immer ruhiger, da Händler im Wesentlichen ihr Jahresgeschäft im Dezember-Quartal machen. Dennoch ist die erwartete Wachstumsrate für das Gesamtjahr selbstverständlich von grösster Bedeutung für die Bewertung der Aktien, die nach wie vor sehr hoch ist. Im besten Fall erwartet Affirm einen Jahresumsatz von 4,15 Mrd. US-Dollar, was einem Wachstum im Jahresvergleich von gut 25 % entsprechen würde.
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07.02.2026 - Mikey Fritz

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