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BÖRSE TO GO - mit Wirecard, Volkswagen und Delivery Hero

Überspannt Trump zu Hause den Bogen?

 

Guten Morgen,

Donald Trump sollte einen Blick in die jüngste Wahlkampfgeschichte werfen.

"It's the economy, stupid!". Mit diesem Wahlkampf-Slogan gewann 1992 Bill Clinton die US-Präsidentschaftswahlen. Und das, obwohl der damalige Amtsinhaber George Bush ein Jahr zuvor noch Zustimmungswerte von 90 % erhalten hatte, dies kurz nach der Invasion in den Irak. Seit der erfolgreichen Clinton-Wahlkampagne gibt es jedenfalls die vorherrschende Meinung, dass die Wirtschaftslage entscheidend dafür ist, wie in den USA Wahlen entschieden werden. Denn auch 2008, als sich der damalige Präsident Obama bei der Wahl durchsetzte, spielte die Finanz- und Wirtschaftskrise eine große Rolle bei den Wählern. Und auch bei den Kongresswahlen 2010 waren hohe Arbeitslosigkeit und die anhaltende Rezession zwei wichtige Gründe für das gute Abschneiden der Republikaner.

Trump ist drauf und dran, den Bogen zu überspannen. Denn die Zeit läuft langsam nicht mehr für ihn, sondern gegen ihn. Das riechen auch die Chinesen, und so kann das ständige Hick-hack um die Zölle auch als reine Zeitschinderei bezeichnet werden mit der Erwartung, dass Trump seine eigenen Wähler entfremdet. Denn sollte die Wirtschaftslage weiterhin die Stimmung in den USA drücken, mag „make America great again“ zwar ein Wunsch vieler Wähler sein, aber dann bitte anders umgesetzt. Ein kluger demokratischer Präsidentschaftskandidat sollte den Faden aufgreifen.

Ergebnis: An den Börsen hat sich im Jahresvergleich rein gar nichts bewegt. Stand der S&P 500 am 5. September 2018 bei. 2.900 Punkten, steht er heute ebenfalls auf den Punkt an gleicher Stelle, mit leicht anziehender Tendenz. Selbiges gilt für den DAX: 12.200 gegen 12.026, oder Dow Jones: 25.952 vs. 26.110. Nur der SMI liegt weiter vorne: 8.950 gegenüber aktuell 9.850, also gut 1.000 Punkte höher.

 

Kursverlauf DAX

 

In anderen Worten: Mit Index-Zertifikaten oder breiten Produkten wird sich in den kommenden Monaten nicht viel machen lassen. Wir bleiben entsprechend bei Spezialstrategien und Stock Picking. Zu aktuellen Unternehmensmeldungen:

 

WIRECARD: Big in Japan

 

Und wieder WIRECARD. Eins muss man dem Zahlungsdienstleister lassen: Er rührt kräftig die Trommel für sich und liefert dem Markt einen stetigen positiven Newsflow. Ganz aktuell teilte das Unternehmen mit, dass man die schon bestehende Kooperation mit der japanischen Großbank MIZUHO auf internationaler Ebene erweitert. So will man zukünftig auch in Australien und Neuseeland zusammenarbeiten. Weitere Länder aus dem asiatisch-pazifischen Raum sind ebenso geplant, zusätzlich zu Europa und den USA.

Wir hatten es dieser Tage schon beschrieben: Bislang ließen den Markt solche Nachrichten trotzdem kalt. Der kurzfristige Abwärtstrend ist immer noch intakt. Aber natürlich erarbeitet sich WIRECARD mit solchen Meldungen weitere Chancen für einen Ausbruch. Anleger sollten hier insbesondere auf das Niveau um 150 Euro achten.

 

VOLKSWAGERN mit neuer Analysteneinstufung

 

Unsere Top-Empfehlung aus dem Automobilsektor VOLKSWAGEN kann sich ebenfalls eine weitere Kerbe ins Holz schnitzen. Denn die amerikanische Investmentbank JPMORGAN hat die VOLKSWAGEN-Vorzüge mit einer Einstufung als „Übergewichten“ wieder ins Coverage aufgenommen. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass die Wolfsburger langsam die Folgen der Dieselgate-Affäre hinter sich lassen können. Außerdem sehen die Analysten eine zunehmende positive Dynamik im Produktzyklus (Stichwort E-Mobilität).

Damit dürfte es auch charttechnisch wieder deutlich spannender werden. Denn nach den Absatzbewegung nach oben nach dem jüngsten Tief bei 138,16 Euro stehen die Vorzüge nun kurz vor einem Ausbruch über die 100-Tage-Linie, was im günstigsten Fall weitere Käufer anziehen würde. VOLKSWAGEN ist damit auch ein kleines Beispiel für die Aktien, die womöglich im DAX die von uns erwartete Herbstrallye tragen könnten.

 

Kursverlauf Volkswagen Vorzüge

 

DELIVERY HERO liefert verbesserten Ausblick

 

Beim Essenslieferanten DELIVERY HERO dürfte es erneut spannend werden. Das Unternehmen hat bekannt gegeben, dass man bezüglich der Umsatzentwicklung optimistischer für das Gesamtjahr ist, da sich sowohl Zahl der Kunden als auch der Bestellungen kräftig erhöht. So rechnet man nun mit einem Ergebnis am oberen Ende der bisherigen Spanne zwischen 1,3-1,4 Mrd. Euro. Soweit so gut. Doch die ebenfalls heute berichteten Halbjahreszahlen legen auch den Finger in die vorhandene Wunde.

Denn trotz einer Umsatzverdopplung in den ersten sechs Monaten wies das Unternehmen einen deutlich erhöhten Verlust aus. Nach 25 Mio. Euro im Vorjahr verlor das Unternehmen nun 171,1 Mio. Euro. Begründet wird dies vor allen Dingen mit weiterhin hohen Marketingsaufwendungen. Die Frage ist, wie lange sich der Markt das noch gefallen lässt, nachdem er in diesem Jahr schon reichlich Vorschusslorbeeren verteilt hat. Noch stehen viele Analysten zu dem Unternehmen. Aber die Luft scheint dünner zu werden.

 

04.09.2019 - Carsten Müller - cm@ntg24.de

 









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