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BÖRSE TO GO - mit Volkswagen, RWE und Dürr

Mögliche Korrektur erst einmal abgeblasen

 

Guten Morgen,

jetzt wird es spannend! Nachdem die Börsen das ganze Thema Iran dank der Besonnenheit sowohl Trumps als auch Irans zum Anlass genommen haben, das Ganze vom Tisch zu wischen, steht nach der Wall Street nun auch der DAX vor der Aufgabe, den Rekord von 2018 zu brechen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass dies noch heute gelingen wird.

Damit ist aber auch das Thema „Korrektur“ zum zweiten Mal in Folge verschoben. Natürlich freuen auch wir uns über steigende Kurse, aber wohler wäre uns, wenn die Märkte eine technische Pause einlegen würden. Nur fehlt dafür der Anlass, und solange das der Fall ist, und die Rahmenbedingungen unverändert bleiben, werden die Kurse wohl weiter zulegen. Was uns an diesem Szenario missfällt, ist die allgemeine Sorglosigkeit, die sich in Folge dessen breit machen wird. Denn mangels Anlagealternativen sind und bleiben Aktien unverändert die einzige kreative Möglichkeit, auch in diesem Jahrzehnt Geld anzulegen. Bleibt zu hoffen und abzuwarten, dass die Märkte nicht in eine Phase der Euphorie laufen, denn dann droht, wie immer, am Ende eine schmerzhafte Ernüchterung. Wir werden dies zu beobachten wissen.

 

Business-Zeitung

Bildnachweis: @ Fotograf - Adeolu Eletu

 

Im Hintergrund des Anlagenotstands stehen aber auch die von Woche zu Woche sich aufhellenden Konjunkturdaten. Zwar ist die Schwäche der deutschen Industrie noch nicht überwunden, aber es zeichnet sich deutlich eine Stabilisierung ab. Vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts zufolge haben Industrie, Bau und Energieversorger zusammen im November 1,1 % statt der erwarteten 0,8 % mehr als im Monat zuvor produziert. Das ist ein weiteres gutes Signal für das gesamtwirtschaftliche Wachstum im vierten Quartal und nährt die Erwartung weiterer Aufhellungen in diesem Jahr. Für uns steht jetzt schon fest: Die Chancen einer breiten konjunkturellen Erholung sind deutlich höher als die Risiken eines Abschwungs.

 

Autobauer: Licht und Schatten

 

Die Absatzrekorde bei den Autobauern werden auf dem Parkett unterschiedlich bewertet. Während VOLKSWAGEN von dem Goodwill des Umbaus in Richtung E-Mobilität profitiert und der Kurs sich anschickt, ein neues technisches Kaufsignal zu liefern, bleiben diese bei DAIMLER und BMW aus. Darin spiegelt sich die Einschätzung des Marktes sehr präzise: Nur Unternehmen, die klare Signale in Richtung „Neuaufstellung“ signalisieren und leben, werden mit steigende Kursen belohnt. Leere Ankündigungen ohne Taten werden bestenfalls auf die Beobachtungsliste gestellt. Folge: Im gesamten Sektor Mobilität sollte in Zukunft nur selektiv investiert werden. Die Story muss stimmen!

 

RWE: Kommen Milliarden-Entschädigungen?

 

Topwert des heutigen Tages, zumindest, was den DAX angeht, dürfte der Versorger RWE sein. Dieser führt die DAX-Gewinner heute mit großem Abstand an. Damit reagieren die Anleger auf einen Medienbericht, dass dem Konzern ein mehr als warmer Geldregen ins Haus stehen könnte. Dabei geht es um Entschädigungszahlungen im Rahmen des vereinbarten Kohleausstiegs. Hier könnte nach entsprechenden Informationen RWE bis zu 2 Milliarden Euro an Entschädigung erwarten.

Hinzu kämen noch rund 700 Millionen Euro, die für Beschäftigte eingeplant wären, die durch den Kohleausstieg ihren Arbeitsplatz verlieren. Das Besondere daran: Die nun genannten Werte liegen deutlich über dem, was bislang Analysten erwartet hatten. Generell gilt hier als Kurstreiber, dass überhaupt mit entsprechend signifikanten Geldern zu rechnen ist. Die spannende Frage für Investoren wird jetzt nun allerdings sein, ob diese Nachricht nur ein Strohfeuer entfacht oder der Aktie tatsächlich nachhaltige Impulse geben kann. Aktuell jedenfalls befindet sie sich auf bestem Weg, um ihr 12-Monats-Hoch zu erreichen, dass bei 28,69 Euro liegt.

Spannend dürfte es darüber hinaus dann aber werden, ob hier ein Ausbruch nach oben gelingt. Denn natürlich hat die Aktie noch viel Platz nach oben. Schließlich notierte sie vor rund zehn Jahren fast bei 70 Euro.

 

Kursverlauf RWE

 

DÜRR profitiert von Kaufempfehlung

 

Genereller Tagesgewinner dürfte der Autozulieferer DÜRR bleiben. Dieser profitiert heute von einer positiven Kaufempfehlung durch die Société Generale. Das Unternehmen, das unter anderem Lackier- und Endmontage-Anlagen für die Automobilindustrie, aber auch für andere Sektoren wie beispielsweise Flugzeugbau liefert, soll in diesen Bereichen eine höhere Profitabilität generieren können. Selbst das Sorgenkind Homag (Spezialist für Holzbearbeitung) könnte wieder deutlich profitabler werden.

Die Börse belohnt dies heute mit einem Aufschlag von bislang rund 7 %. Damit wird es auch charttechnisch deutlich interessanter, da sich die Aktie nun auf ihre Widerstandszone im Bereich von 32,60 Euro zubewegt. Ein entsprechender Break könnte hier weitere Käufe initiieren. Dem sollte zwar noch nicht vorgegriffen werden, bei einem Ausbruch wäre allerdings eine Anfangsposition interessant.

 

10.01.2020 - Carsten Müller - cm@ntg24.de

 









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