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BÖRSE TO GO - mit Tesla, Texas Instruments und Lufthansa

Intel heute im Fokus

 

Guten Morgen,

der wichtigste Termin heute dürfte bei INTEL liegen. Schon im Vorfeld verteilt die Wall Street einen guten Vorschuss auf die Ergebnisse und die Aussichten für 2020. Allein aus rein technischer Sicht liegt das unmittelbare Kursziel nunmehr auf dem historischen Hoch aus dem Jahr 2000, also der alten Dotcom-Spitze bei 75 Dollar. Damit wäre der 20 Jahre währende Turnaround bei INTEL komplett, siehe Chart. Was dem folgt, bleibt abzuwarten und erst ein Thema, wenn die Spitze erreicht ist. Sie wissen: INTEL ist immer schon auch ein Gradmesser für die Einschätzung der US-Wirtschaft und wenn die Börse auch diesmal alles richtig antizipiert, liegt die Schlussfolgerung nah, dass die USA in diesem Jahr mit Überraschungen punkten wird.

 

Kursverlauf Intel

 

Ein weiterer Indikator, der hierfür die Argumentation liefert: Der US-Häusermarkt zieht kräftig an. Allerdings: Hohe Preise erschweren potenziell jüngeren Haushalten (Erstkäufern) aber auch den Markteinstieg. Vor allem in gefragten Metropolen wie New York, San Francisco oder Washington macht die Preissteigerung der vergangenen Jahre Immobilien gerade für die nun größte Bevölkerungsgruppe, die Millennials, für die meisten unerschwinglich. Heute machen Millennials mit einem Durchschnittsalter von 31 nur 4% des Marktes aus, 1990 war es bei 35-Jährigen fast ein Drittel. Ob und wie dies Auswirkungen auf das Konsumverhalten haben wird, bleibt abzuwarten, aber für den Moment gilt: Steigen in den USA die Häuserpreise, hat dies unweigerlich einen mittelfristig positiven Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt.

Den hat auch Trump. Ob es uns nun gefällt oder nicht: Kaum ein Präsident der USA hat es wie er geschafft, eine große Bevölkerungsgruppe der USA zu mobilisieren. Als der Einzige, der hier mithalten kann wäre vielleicht noch Ronald Reagan zu nennen, der in den 80er Jahren vor der Wiederwahl fast das ganze Land hinter sich stehen hatte und folglich ein „landslide“ Wahlergebnis erreichte: Alle 51 Bundesstaaten bzw. deren Wahlmänner hatten ihn wiedergewählt. Einmalig. Dies wird Trump nicht gelingen, aber seine Chancen stehen besser als so mancher Europäer es sich vorstellen kann. Auch hier gilt: Was dem folgt, ist gegenwärtig noch unerheblich, sondern erst ein Thema des Herbst/Winter 2020/21.

 

TESLA weiter auf der Überholspur

 

TESLA ist nun mit einem Börsenwert von 100 Mrd. Dollar mehr wert als VOLKSWAGEN oder GM und FORD zusammen. Zeitgleich rutscht DAIMLER immer weiter in die Schieflage und der Kurs in Richtung Allzeit-Tief. Was will uns der Markt hier sagen? Ist das eine Verzerrung der Realtitäten oder sind dies Vorboten einer tektonischen Verschiebung in der wichtigsten Industrie Deutschlands? 

Immerhin ist DAIMLER noch immer der weltgrößte Premiumhersteller und verkauft ein vielfaches mehr an Autos als TESLA. Das Problem: TESLA wächst aber auch um ein vielfaches, zumindest im Absatz. Bleibt dieser Trend intakt, wofür einiges spricht, dann dürfte TESLA bis 2025 ca. 2 Mio Autos verkaufen während die anderen stagnieren. Schon kursieren an der Wall Street Kursziele für TESLA um 800 Dollar, ein Analystenteam sogar 4.000 Dollar! Fazit: dabei sein ist alles, und dann bitte geduldig sein.

 

TEXAS INSTRUMENTS besser als erwartet

 

Gestern Abend gab es noch eine ganze Reihe von Quartalsberichten an der Wall Street. So unter anderem auch vom Chiphersteller TEXAS INSTRUMENTS. Dieser hatte im Schlussquartal 2019 zwar sowohl beim Umsatz als auch Gewinn Rückgänge verbuchen müssen. Allerdings konnte man damit die zuvor selbst abgesenkten Prognosen sowie die Erwartungen der Analysten übertreffen.

Insgesamt erreichte TEXAS INSTRUMENTS einen Gewinn von 1,07 Milliarden Dollar, ein Rückgang um 13,7% zum Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,12 Dollar und damit deutlich über dem Konsensschätzungen im Markt, die bei 1,03 Dollar gelegen hatten. Beim Umsatz ergab sich ein Rückgang um rund 10% auf 3,35 Milliarden Dollar. Auch hier lagen die Erwartungen im Markt mit 3,25 Milliarden Dollar deutlich darunter.

Allerdings: Nachdem die Aktie im regulären Handel ein neues Allzeithoch bei 133,34 Dollar markieren konnte (Tageshoch sogar 135,70 Dollar) musste der Wert nachbörslich um anderthalb Prozent abgeben. Denn im Ausblick blieb TEXAS INSTRUMENTS nur knapp über den pessimistischen Analystenprognosen. Dennoch dürfte es wohl mit der Aktie kaum stärker nach unten gehen, zumindest ist sie im Bereich von rund 132 Dollar scheinbar gut unterstützt.

 

Kursverlauf Texas Instruments

 

Spin-off bei LUFTHANSA

 

Schlechte Karten für die deutsche LUFTHANSA. Die Aktie der Kranichlinie hat in den vergangenen Wochen ihren Korrekturtrend weiter fortgesetzt, nachdem sie Anfang November bei rund 17,70 Euro ein Zwischenhoch erreicht hatte. Die neuesten Nachrichten könnten dafür sorgen, dass es hier womöglich auf dem aktuellen Niveau eine Stabilisierung gibt. Allerdings ist das noch äußerst spekulativ. Was bietet die Meldungs-Lage?

In Medien wird kolportiert, dass die LUFTHANSA eine Abspaltung ihrer Technik-Sparte überlegt. Daraus könnte sich dann ein teilweiser Börsengang ergeben. Nach Schätzung der Nachrichtenagentur Bloomberg hat die Sparte derzeit einen Unternehmenswert von rund 7,5 Milliarden Euro. Die LUFTHANSA insgesamt wird derzeit an der Börse mit nur 6,9 Milliarden Euro bewertet. Ein Spin-Off mit Börsengang könnte hier entsprechend der derzeit lahmen Kranichlinie wieder etwas Wind unter die sprichwörtlichen Flügel bringen. Allerdings sollen die Überlegungen erst ganz am Anfang stehen, so dass wohl kurzfristig kaum mit signifikanten Impulsen für die Aktie berechnet werden darf. Deshalb würden wir hier weiter zur Zurückhaltung raten.

 

23.01.2020 - Jens Bernecker - jb@ntg24.de

 









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