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BÖRSE TO GO - mit Neuem zur Corona-Krise, Evotec und Va-q-tec

Der Sell-off geht weiter

NTG24 - BÖRSE TO GO - mit Neuem zur Corona-Krise, Evotec und Va-q-tec

 

Guten Tag,

in die Geschichte der Börse wird das Coronavirus als Schwarzer Schwan eingehen. Dabei sei nicht das Virus an sich gemeint, sondern seine Auswirkungen auf die Psyche der Menschen weltweit und somit auch auf die Märkte. Noch nie in unserer Erinnerung wurde ein Grippevirus mit solcher medialen Verstärkung um den Globus gejagt. Es dürfte ein Paradebeispiel dafür sein, wie es die moderne Mediengesellschaft verlernt hat, mit der Verhältnismäßigkeit umzugehen.

Die Folge: 2020 wird an vielen Stellen der Weltwirtschaft eine Vollbremsung erfolgen. Mit anschließender Beschleunigung in ebenso rasantem Tempo, was heute noch niemand glaubt. Aber so wird es kommen, denn Corona ist kein Ebola oder Killervirus aus dem Reich des Science Fiction.

Der gestrige Einbruch an der Wall Street war der schnellste Rückgang von über 10% gegenüber einem Allzeithoch in der Geschichte des Index. Die Geschwindigkeit übertrifft sogar den Einbruch des Schwarzen Montags vom Oktober 1987. Eine kleine Statistik dazu: Seit dem Zweiten Weltkrieg wurden 27 Marktkorrekturen mit einem durchschnittlichen Abschlag von 13,7% über einen Zeitraum von durchschnittlich vier Monaten registriert. Aktuell beträgt der Abschlag 12% gegenüber dem Rekordhoch, weitere Abschläge werden diese Woche folgen.

 

ETFs als Risiko

 

Übrigens: Hier entfalten sich auch die ersten ETF-Risiken! Schon lange wurden ETFs als potenzielles Klumpenrisiko bzw. Brandbeschleuniger in rasant fallenden Märkten bezeichnet. So meldet Blackrock, dass an den ersten beiden Tagen der laufenden Woche zum ersten Mal seit Ende September 2019 per Saldo mehr Aktien-ETFs verkauft als gekauft wurden. Besonders stark seien die Rückgaben bei börsengehandelten US-Aktien- und Schwellenländerfonds ausgefallen, bei denen es schon seit zwei Wochen mehr Verkäufe als Käufe gegeben habe. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich dies weiter entfaltet.

Es bleibt dem besonnenen Anleger also nichts anderes übrig, als sich in Geduld zu üben, bis dieser Sturm vorübergezogen ist. Und sich bereithalten für die günstigsten Einstiegskurse, welche wir uns wünschen können. Ein Blick auf die Charts der zahlreichen Einzelwerte zeigt das langfristige Potenzial, selbst für den weiteren Verlauf des Jahres.

Gestern schrieben wir an dieser Stelle: Die mutigen Anleger fangen langsam (!) an zu kaufen. Dies wiederholen wir auch heute, denn die absoluten Tiefstkurse werden nur durch Glück und Zufall zu erwischen sein.

 

EVOTEC im Sell-off

 

Wie irrational das Geschehen derzeit an den Börsen ist, lässt sich auch in den Kursbewegungen einzelner Aktien nachvollziehen. Exemplarisch steht dafür der Biotech-Forscher EVOTEC. Eigentlich müsste diese Aktie, wenn es denn mit dem gesunden Menschenverstand zugehen würde, zu den Top-Favoriten dieser Tage gehören. Denn natürlich bietet man über die entsprechenden Wirkstoff-Plattformen die beste Möglichkeit, in Zukunft auf pharmazeutischer Ebene auf weitere Epidemien vorbereitet zu sein (auch wenn es für die aktuelle wohl zu spät wäre). Indes:

Die Aktie fällt schon seit Tagen wie ein Stein. Dies ist fundamental nicht zu begründen. Allenfalls die nach wie vor hohe Bewertung könnte hier als Auslöser geltend gemacht werden. Doch diese hohe Gewinnbewertung existiert ja schon seit vielen Monaten, wenn nicht sogar Jahren. Die aktuellen Verluste sind auch mit dem Thema Gewinnmitnahmen kaum zu erklären, sondern letztlich nur wohl mit der Tatsache, dass EVOTEC zu den besonders exponierten Titeln an der deutschen Börse gehört und damit auch im Zentrum des derzeit laufenden Abverkaufs.

Fazit: Aus unserer Sicht dürfte EVOTEC nach Abebben der aktuellen Panikverkäufe wegen seiner sehr guten Perspektiven zu den Werten gehören, die wohl auch einen sehr schnellen und starken Rebound hinbekommen. Deshalb werden wir die Aktie natürlich weiter beobachten und schon einmal parat legen für entsprechende Rückkäufe.

 

Kursverlauf Evotec

 

VA-Q-TEC mit starkem Wachstum

 

Ob man es glaubt oder nicht: Neben Corona gibt es auch noch andere Themen, so beispielsweise die immer noch laufende Berichtssaison. Hierbei lieferte gerade VA-Q-TEC die Zahlen für das zurückliegende Geschäftsjahr ab (vorläufig). Der Spezialist für thermische Isolationsmaterialien konnte dabei seinen operativen Gewinn verdreifachen und wies für das EBITDA einen Wert von 9,7 Millionen Euro aus. Der Umsatz kletterte stattliche 28 % auf 64,7 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge wurde auf 14% mehr als verdoppelt (Vorjahr 6%).

Dennoch: Die Aktie von VA-Q-TEC verliert heute über 7%. Das muss man an dieser Stelle vollkommen der allgemeinen Markt-Panik zuschreiben. Aber natürlich liefert das am Ende auch wieder demnächst interessante Einstiegskurse. Also: Wer bereits investiert ist, sollte es bleiben. Alle anderen warten, bis der Sell-Off am Markt sein Ende gefunden hat.

 

Kursverlauf Va-q-tec

 

28.02.2020 - Carsten Müller - cm@ntg24.de

 

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