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BÖRSE TO GO - mit Leoni, Teamviewer und RTL

Deutsche Finanzbranche bleibt im Skandalstrudel

NTG24 - BÖRSE TO GO - mit Leoni, Teamviewer und RTL

 

Guten Morgen,

und wieder eine Razzia – diesmal bei der DEUTSCHE-BÖRSE-Tochter Clearstream wegen des Cum-ex-Skandals. Doch so richtig interessiert es keinen. Dass die deutschen Top-Finanzadressen in Frankfurt fast schon regelmäßig Besuch von der Staatsanwaltschaft bekommen, sollte allerdings nicht ganz so leicht genommen werden. Wir sehen darin nichts anderes als ein Symptom für den schleichenden Untergang der ehemaligen Finanzgrößen Deutschlands. Es gilt: Während ausländische Banken wie ING oder BNP PARIBAS sich Stück für Stück des deutschen Marktes sichern, finden die alten deutschen Namen keine Ruhe mit der Vergangenheit. Es ist eine schiefe Ebene und die Erfahrung zeigt, dass es denkbar schwer ist, diese zu verlassen.

Wenig Bewegung zeigt sich auch beim Brexit. Für die allgemeine Markttendenz ist diese weniger bedeutend, aber für die tägliche Berichtserstattung und somit dem Stimmungsbild muss das zumindest zur Kenntnis genommen werden. Denn in zwei Monaten ist es so weit und der harte Brexit steht vor der Tür. Wir gehen davon aus, das der Markt diese Varianten bereits eingepreist hat, wären aber dennoch nicht überrascht, wenn es am „B-Day“ dann doch zu Kursturbulenzen kommt.

Spannender ist die Frage, wie es mit den großen Verlierern der Konjunkturflaute und der strukturellen Veränderungen weitergeht. So ist die geschasste LEONI dieser Tage auffallend stark. Bahnt sich hier eine Turnaround Story der besonderen Art an? Noch liegen keine neuen Erkenntnisse vor, aber das kann sich rasch ändern. Kein Vorgriff, aber auf die Beobachtungsliste setzen.

 

IPO: Ein spannender Wert läuft sich warm

 

In wenigen Wochen könnte es an der Frankfurter Börse noch mal so richtig interessant werden. Denn dann könnte eines der seltenen deutschen Einhörner den Weg an die Börse finden. Falls Sie nicht ganz mit dem Sprachgebrauch vertraut sind: So genannte Einhörner (im englischen „Unicorns“) bezeichnen Startups, die über eine Bewertung von 1 Milliarde Dollar (Euro) und mehr verfügen. Sollte ein Startup ist die Göppinger Softwarefirma TEAMVIEWER. Diese bietet hauptsächlich ein Programm ein, mit  dem Computer aus der Ferne gewartet und gesteuert werden können.

Großaktionär ist der Finanzinvestor PERMIRA, der bei seinem Einstieg 2014 rund 870 Millionen Euro gezahlt hatte. Nun hofft PERMIRA auf eine Börsenbewertung zwischen 4-5 Milliarden Euro. Da geplant ist, rund 30 % der Aktien zu platzieren, ergibt sich daraus ein potentielles Emissionsvolumen von 1,2-1,5 Milliarden Euro.

TEAMVIEWER hat dabei starke Argumente zu bieten. So rechnet das Unternehmen in diesem Jahr mit Umsätzen zwischen 310-320 Millionen Euro, was einem Umsatzwachstum von rund einem Drittel gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Beim operativen Ergebnis auf Ebene EBITDA wird mit einer Spanne von 177-183 Millionen Euro gerechnet. Insofern ein echtes Einhorn, denn auch im IT-Sektor sind Börsenaspiranten, die schon hochprofitabel arbeiten, eher eine Seltenheit.

Allerdings stellen wir eine Zeichnung- bzw. Kaufempfehlung noch zurück, da diese natürlich davon abhängt, zu welchem Preis TEAMVIEWER tatsächlich platziert werden soll. Aber wir bleiben bei diesem Thema dran.

 

RTL kann liefern

 

Frische Zahlen kamen vom TV-Konzern RTL GROUP. Dieser konnte im ersten Halbjahr ein Umsatzplus von 4,2 % auf 3,2 Milliarden Euro ausweisen. Beim operativen Gewinn auf Ebene EBITA ergab sich ein leichter Abschlag von 2 % auf 538 Millionen Euro. Erklärt wurde dies insbesondere mit weiteren Investitionen in das Programm bzw. Streaming-Dienste.

Für das laufende Jahr wurden die Prognosen bestätigt, allerdings gibt es in der Führungsetage einen Wechsel. Denn der langjährige Finanzchef Elmar Heggen wird zukünftig für das operative Geschäft als COO verantwortlich sein. Neuer Finanzvorstand wird der von BERTELSMANN kommende Manager Björn Bauer (BERTELSMANN ist Mehrheitsaktionär). 

 

Kursverlauf RTL

 

Ob die guten Zahlen ausreichen, um der zuletzt deutlich unter Druck stehenden Aktie wieder Auftrieb zu geben, bleibt allerdings abzuwarten. Sollte sich die zaghafte Erholung der letzten Tage bestätigen, ist hier in der Charttechnik aber noch genügend Zeit, um  einen Einstieg zu planen.

 

28.08.2019 - Jens Bernecker - jb@ntg24.de

 

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