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Alibaba schmiert ab, Nel ASA mit lauen Zahlen, Plug Power und Jinkosolar an der Kante

Technologieaktien unter Druck

NTG24 - Alibaba schmiert ab, Nel ASA mit lauen Zahlen, Plug Power und Jinkosolar an der Kante

 

Die US-Aktienindizes tendieren heute nach schwachem Beginn uneinheitlich. Taper-Ängste und ein immer breiter werdender regulatorischer Druck in China nagen am Sentiment. Darunter leiden insbesondere die Aktien von Alibaba und Jinkoslar. Nel ASA berichtete hingegen wie erwartet eher enttäuschende Zahlen und geht danach schwächer aus dem Handel. Konkurrent Plug Power notiert zwar ebenfalls schwächer, findet aber mehr charttechnische Unterstützung.

Nun sind sie also raus, die Halbjahreszahlen von Nel ASA (NO0010081235). Und sie waren wie von dem Unternehmen bereits zur ,,Crashvermeidung‘‘ zuvor eckdatenhaft kommuniziert, enttäuschend. Nun verteilt sich die Enttäuschung aber über mehrere Wochen, weshalb heute nach einem Tagestief bei 13,01 NOK ,,nur‘‘ ein Tagesverlust von 3,68 % auf 14,005 NOK übrig blieb. Mehrere Faktoren bremsten im Berichtszeitraum die Entwicklung des Unternehmens. Wertberichtigungen drücken auf die Erträge, die Corona-Beschränkungen bremsen die operativen Prozesse. Die Wertberichtigungen auf die Beteiligungen an Nikola und Everfuel in Höhe von 171 Mio. NOK und die ein mit 149,1 Mio. NOK mehr als verdoppelter operativer Verlust führen zu einem Periodenverlust von 312,3 Mio. NOK, was dem zweifachen Umsatz entspricht.

Die nach Erreichen des Tagestiefs zu Handelsbeginn gesehenen Käufe zeigen allerdings, dass es noch Investoren gibt, die an einen Turnaround der Norweger glauben. Damit hat sich die Aktie intraday kurz über ihrer wichtigen Aufwärtstrend-Linie etwas stabilisiert. Ob dies aber für einen Boden reicht, ist mehr als offen.

Der US-Konkurrent Plug Power (US72919P2020) liegt aktuell in New York auch ohne neue ernüchternde Zahlen 4,63 % im Minus bei 23,90 Dollar und spiegelt damit ebenfalls eine anhaltende Sektorschwäche. Auch hier ist die mittelfristige Aufwärtstrend-Linie in Sichtweite. Da die Aktie allerdings bereits seit Mai 2021 in einer Bodenbildung steckt, stehen hier die Chancen besser für eine Stabilisierung, zumal Plug Power bei seinen letzten Quartalszahlen mit dem Umsatzwachstum positiv überrascht hatte.

Die Aktie von Jinkosolar (US47759T1007) lässt auch heute weiter Federn und gibt bislang in New York 7,72 % auf 38,03 Dollar ab. Die Aktie unterschreitet mit einem bisherigen Tagestief von 37,53 Dollar nun auch die ,,Symmetrie-Unterstützung‘‘ bei 37,68 Dollar vom 05.03.2021. Hält nun auch die kleine Unterstützung bei 35,64 Dollar nicht, droht ein Rutsch zurück zu den Tiefstkursen vom Mai 2021 bei rund 28 Dollar.

Anzeige:

Werbebanner ISIN-WatchlistDas angefressene China-Sentiment zeigt sich heute auch bei einer anderen China-Aktie. Während der Hang Seng heute mit einem Tagesverlust von 2,13 % aus dem Handel ging, beschleunigte die Aktie von Alibaba (US01609W1027), die im Hang Seng eine Gewichtung von 4,41 % hat, ihre Abwärtsbewegung und verliert bislang in New York 7,17 % auf 159,90 Dollar. Nachdem der Titel in einer ersten scharfen Abwärtsbewegung am 26.07.2021 seine mittelfristige, seit dem 09.02.2016 laufende Aufwärtstrendlinie nach unten durchbrochen hatte, erholte sich die Aktie in einer kleinen Gegenbewegung, schloss das zuvor gerissene Kurs-Gap und nahm Mitte vergangener Woche ihren Abwärtstrend wieder auf. Die Umsätze steigen dabei mit zunehmender Abwärtsdynamik. Sollte die Marke von 160 Dollar auch nachhaltig unterschritten werden, sind Kurse um 130 Dollar schnell realistisch. Die neuesten Regulierungsmaßnahmen der KP Chinas für den Technologiesektor verunsichern die Investoren deutlich. Die rekordverdächtige Strafe der chinesischen Behörden für Alibaba in Höhe von 2,87 Mrd. Dollar im April 2021 wegen Missbrauch der Marktmacht und die geplante stärkere staatliche Überwachung des Tech-Riesen zerrt offensichtlich an den Nerven der Anleger.

 

Und was ist das Fazit?

 

Das Sentiment ist unausgeglichen, die Risikoaversion steigt. Wie lange die Strategie ,,Buy on the dips‘‘ noch funktioniert, muss sich erst noch zeigen. Der kalte regulatorische Wind aus Peking ist aber ein Indiz dafür, dass das Erwartungsgleichgewicht der Märkte mit der realen Entwicklung durchaus nochmals durcheinandergewirbelt werden könnte.

 

19.08.2021 - Arndt Kümpel

Unterschrift - Arndt Kümpel

 

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