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Alphabet muss sich in den USA der nächsten Kartellrechtsklage stellen, in der eine Zerschlagung von Google gefordert wird

Missbraucht Google seine Marktmacht?

NTG24 - Alphabet muss sich in den USA der nächsten Kartellrechtsklage stellen, in der eine Zerschlagung von Google gefordert wird

 

Es ist nicht das erste Mal, dass die Alphabet-Tochter Google sich gegen Kartellklagen in den USA wehren muss. Es ist nun das zweite Mal innerhalb von drei Jahren, dass eine solche gegen den Internet-Giganten vorliegt. Die Forderungen der Kläger weisen dabei allerdings auch eine neue Qualität auf, was Anleger schwerlich einfach ignorieren können.

Gestern erst reichte das Justizministerium in den USA eine neuerliche Klage gegen Google ein. Hintergrund ist dabei mal wieder eine mutmaßliche Ausnutzung einer marktbeherrschenden Lage. Stein des Anstoßes sind Technologien und die Online-Werbung. Letztere ist für den Mutterkonzern Alphabet (US02079K3059) bis heute der größte Umsatzbringer, auch in Krisenzeiten. Die Behörde vertritt die Ansicht, dass Google den Marktbereich mehr oder weniger monopolisiert hat.

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Werbebanner ClaudemusDie Rede ist gar von einem systemischen Muster von Fehlverhalten, durch welches Google Konkurrenten gezielt kleingehalten haben soll. Betreiber von Internetseiten und Werbekunden würden schlicht keinen Weg an Google vorbei finden. Aufgrund dessen wird nicht nur Schadenersatz gefordert. Angestrebt wird sogar eine Zerschlagung von Google. Alphabet selbst schätzt die Lage freilich etwas anders ein und eine Entscheidung in der Sache wird wohl noch lange auf sich warten lassen.

Der beschuldigte Software-Konzern spricht von einem „starken Wettbewerb“ im Markt für Online-Werbung und wirft der klagenden Behörde vor, Gewinner und Verlierer herauspricken zu wollen. Ankommen wird es darauf, wie die Richter die Lage einschätzen. Für den Moment erscheint eine Zerschlagung von Google eher unwahrscheinlich. Doch die Forderung steht im Raum und damit haben wir es mit einem nicht ganz unmöglichen Szenario zu tun, welches auch die Anleger grundsätzlich im Hinterkopf behalten müssen.

 

Schwere Zeiten für Alphabet voraus

 

Kartellklagen sind Alphabet schon seit Jahren ein Dorn im Auge, und sie scheinen sowohl in ihrer Frequenz als auch der Qualität eher zu- denn abzunehmen. Allein in der EU zahlte Google in den letzten Jahren rund 8 Milliarden Euro an Kartellstrafen. Das Wachstum des Aktienkurses wurde davon in der Vergangenheit in einem Bullenmarkt kaum beeinflusst. Mittlerweile hat sich die Stimmung aber bekanntlich nachhaltig eingetrübt.

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Die Zeichen stehen auf Konsolidierung und Alphabet kündigte unlängst schon die Streichung von tausenden Stellen an. Werden nun potenzielle Enttäuschungen im Tagesgeschäft noch von weiteren Kartellklagen und möglicherweise neuerlichen Strafzahlung in Milliardenhöhe begleitet, wäre das dem Aktienkurs freilich wenig zuträglich. Da gibt es für den Moment aus Anlegersicht nur wenige Argumente, welche für Optimismus sorgen könnten und neue Kursrekorde wird die Alphabet-Aktie wohl so schnell kaum ins Auge fassen können. Gleichwohl ist es aber auch zu früh, um schon den Abgesang anstimmen zu wollen.

 

Nur eine Frage der Zeit

 

Google bedient noch immer einen wachsenden Markt, auch wenn die Aufwärtskurve zuletzt eine kleine Delle erlitten hat. Doch speziell im Cloud-Bereich sind zweistellige Wachstumsraten in jedem Quartal zu sehen und zudem wird weiterhin kräftig in neue Projekte investiert. Zugegeben, die meisten von Googles Investitionen sind in den letzten beiden Jahrzehnten im Sande verlaufen, man denke nur an Google+. Doch letztlich reicht ein großer Erfolg, um an der Börse wieder für gute Laune zu sorgen.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeAn der Börse ergibt sich zudem aufgrund der massiven Korrekturen im vergangenen Jahr aus rein technischer Sicht ein hübsches Aufwärtspotenzial. All das ist in Summe ein etwas dünnes Fundament, um darauf eine Anlagestrategie bauen zu wollen. Doch auch wenn 2023 noch eher schwierig werden dürfte, so steht Alphabet doch noch immer auf beiden Beinen und blickt auch in Krisenzeiten Quartal für Quartal auf hohe Milliardengewinne. Solange Google nicht zerschlagen und dem Konzern (teilweise) aus den Händen gerissen wird, wird sich daran kaum etwas ändern.

 

25.01.2023 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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