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Andritz schneidet im 1. Quartal besser als befürchtet ab

Anlagenbauer Andritz stärkt seinen Auftragseingang und normalisiert die Profitabilität

NTG24 - Andritz schneidet im 1. Quartal besser als befürchtet ab

 

Andritz (AT0000730007) ist ein klassischer Anlagenbauer. Projekte bestimmen den Alltag des Geschäfts und der grösste Feind von Projekten sind externe Einflüsse, die man nicht kontrollieren kann. Insofern ist eine Pandemie vom Ausmass der Covid-19-Krise ein denkbar schlechtes Umfeld für einen Konzern wie Andritz. Dass man dennoch so gut am anderen Ende aus der Krise herauskommt, ist umso beeindruckender. 

Der Auftragseingang wuchs in allen Bereichen, ausser im wichtigsten Segment. Der Bereich Pulp & Paper hatte im Vorjahr einen ausserordentlich grossen Auftragseingang aus Südamerika für ein Zellstoffwerk verzeichnet und konnte im jüngsten Quartal keinen vergleichbaren Auftrag an Land ziehen. Entsprechend stark sank der Auftragseingang hier um 21,6 % auf 845,5 Mio. Euro. Da das Segment auf Basis der Zahlen von 2020 rund 58 % des gesamten Auftragseingangs auf sich ziehen konnte, belastete der Rückgang in diesem Jahr den Gesamtauftragseingang des Konzerns überdurchschnittlich und reduzierte ihn im Jahresvergleich um -7 % auf 1,730 Mrd. Euro. 

 

Andritz AG

 

Alle anderen Bereiche performten befriedigend bis sehr gut. Hervorzuheben sind vor allem die Bereiche Metals und Hydro, wo Andritz ein starkes Auftragswachstum von 19 % und 16 % erreichte. Der Bereich Separation konnte das Niveau des Vorjahres halten. 

Insgesamt sank der Auftragsbestand im Jahresvergleich um -11 % auf 7,07 Mrd. Euro. Unter normalen Umständen wäre das ein sehr negatives Vorzeichen für 2021. Durch die Turbulenzen der Covid-19-Krise liegt der Fokus der Börse etwas anders. Man schaute bei den Zahlen vorrangig auf die Erholung der Margen und hier konnte Andritz überzeugen. 

 

Normalisierung der Profitabilität

 

Der Umsatz blieb zwar nahezu unverändert bei 1,49 Mrd. Euro, aber das EBITDA konnte sich wieder deutlich steigern. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände stieg um 34 % auf 151 Mio. Euro. Auch beim operativen Ergebnis vor Steuern und Zinsen gelang eine Gewinnnormalisierung und ein Sprung um 79 % auf 96 Mio. Euro. Vor Steuern blieben 84 Mio. Euro (+ 90 %) stehen und für die Aktionäre blieben am Ende 62 Mio. Euro übrig (+97 %). 

Auch die Kennzahlen zur Liquidität überzeugten. Die Nettoliquidität betrug zum Quartalsende 366 Mio. Euro (+76 %) und Andritz erzielte einen operativen Cashflow von 69 Mio. Euro (+22 %). Der Eigenkapitalquote erholte sich leicht von 16,8 auf 17,5 %.

Mit Blick auf 2021 ist Andritz noch zurückhaltend. Man verweist darauf, dass sich die Wirtschaftsprognosen für die USA und vor allem für China deutlich verbessert haben, schaut aber noch mit Skepsis auf die Entwicklung in Europa und warnt vor der Lage in Absatzmärkten wie Brasilien oder Indien. Man bestätigte daher nur die ursprüngliche Jahresprognose vom März, die von einem leichten Umsatzrückgang auf 6,7 Mrd. Euro und einem nicht näher spezifizierten Anstieg des EBITA (ohne D) ausgeht.

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01.05.2021 - Mikey Fritz - mf@zuercher-boersenbriefe.ch

 

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