Beiersdorf entwickelt sich besser als die Konkurrenz und scheint damit die Bullen wieder stärker anzulocken
Die Erholung der Beiersdorf-Aktie setzt sich nach Zahlen fort
Die Stimmung im Segment der Konsumgüter-Aktien ist angeknackst und enttäuschende Neuigkeiten gab es in den vergangenen Monaten mehr als genug zu sehen. Das machte auch der Aktie von Beiersdorf zuweilen zu schaffen und Höchststände gab es hier schon seit Monaten nicht mehr zu sehen. Nun legte der Nivea-Konzern allerdings Zahlen vor, die sich durchaus sehen lassen konnten.
Ein Umsatzwachstum von 6,5 Prozent liegt zwar eher am unteren Ende der Prognosen. Doch legt Beiersdorf (DE0005200000) damit immerhin keine Enttäuschung vor und steigert die Einnahmen bis auf 9,9 Milliarden Euro, was einem neuen Rekord entspricht. Zudem wuchs man stärker als die Konkurrenz. Unilever verbesserte sich 2024 lediglich um 4,2 Prozent, L‘Oréal musste sich mit einem Umsatzwachstum von 5,1 Prozent zufriedengeben.
Auch beim bereinigten Gewinn wissen die Zahlen von Beiersdorf zu gefallen. In dieser Hinsicht konnte das Unternehmen im letzten Jahr bis auf 1,094 Milliarden Euro zulegen und damit die Ergebnisse aus vorherigen Jahren ebenfalls klar übertreffen. Bemerkbar macht sich an dieser Stelle, dass die Umsätze nicht allein aufgrund von Preissteigerungen zulegten. Zumindest laut Aussagen des Managements hatten auch Absatzsteigerungen einen großen Anteil daran. Bei der Kernmarke Nivea sollen steigende Absätze 60 Prozent der Umsatzverbesserungen ausgemacht haben und nur 40 Prozent auf höhere Preise entfallen.
Beiersdorf stellt sich auf Zölle ein
Im laufenden Jahr kündigen sich schon weitere Preiserhöhungen an, insbesondere in den USA. Denn erst kürzlich bekräftigte US-Präsident Donald Trump, seine zunächst verschobenen Einfuhrzölle auf Waren aus Mexiko zu Anfang März in die Tat umsetzen zu wollen. Dies würde Beiersdorf recht schwer treffen. Rund zwei Drittel der Umsätze auf dem wichtigen US-Markt sind auf Produkte zurückzuführen, die aus Mexiko ins Land eingeführt werden.
Reagieren will Beiersdorf auf Zölle mit Preiserhöhungen. Eine Verlagerung der Produktion sei hingegen bestenfalls mittel- bis langfristig angedacht. Der Konzern sieht sich aber gut gerüstet, da in den USA vornehmlich das Geschäft mit hochpreisigen Luxusmarken zu brummen scheint. Dort lassen sich Zölle einfacher an die Kundschaft durchreichen als in preissensitiveren Bereichen. Anderswo dürften Preiserhöhungen sich derweil erst einmal nicht im gleichen Ausmaß fortsetzen, weshalb für 2025 unter dem Strich ein etwas geringeres Umsatzwachstum in Aussicht gestellt wird.
Weiter stärken will Beiersdorf die Marke Nivea, welche nach einigen schwierigen Jahren wieder kräftig wächst. Noch in diesem Jahr soll ein Produkt mit dem Serum Epicelline unter dem bekannten Markennamen vertrieben werden. Größere Erfolge damit konnte man bereits bei der Apothekenmarke Eucerin feiern. Genau das soll wohl nun auch in die Drogerien und Supermärkte gebracht werden, was sich durchaus nach einer Chance anhört. Darüber hinaus strebt Beiersdorf an, die internationale Expansion voranzutreiben und weiße Flecken auf der Landkarte zu schließen.
Zufriedene Aktionäre
Die Anleger von Beiersdorf zeigten sich zufrieden mit den Zahlen und gönnten dem Aktienkurs an einem äußerst schwierigen Handelstag Zugewinne von 3,6 Prozent. Damit setzt sich die bereits im November angestoßene Erholung an der Börse fort und seit den damaligen Tiefstständen legte die Beiersdorf-Aktie schon um rund zehn Prozent zu. Es bleibt hier noch viel Luft nach oben und Experten verweisen sehen in drohenden US-Zöllen sowie einem schwachen China-Geschäft durchaus Risiken.
Mindestens im Vergleich mit der Konkurrenz präsentiert sich Beiersdorf aber überraschend stark und der von CEO Vincent Warnery eingeschlagene Wachstumskurs scheint schon jetzt erste Früchte zu tragen. Nicht ohne Grund wurde sein Vertrag bereits bis Ende 2030 verlängert. Derartige Zeiträume gelten in der Branche eher als ungewöhnlich und so scheint auch im Aufsichtsrat derzeit viel Zufriedenheit vorzuherrschen. Positive Signale gibt es also genügend. Ob jene schwerer wiegen als die Risiken, das müssen Anleger aber stets für sich selbst entscheiden.
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28.02.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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