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BÖRSE TO GO - Daimler, Commerzbank und Öl

Schwache Vorgaben zum Börsenstart

 

Die Futures signalisieren eine schwache Eröffnung in Europa. Alle amerikanischen Futures bewegen sich zum Ende des asiatischen Handels leicht im Minus, nachdem bereits die Wall Street mit Verlusten geschlossen hatte. Der DAX-Future notiert noch leicht im Plus, aber nicht stark genug, um die Verluste vom Dienstagabend wieder wettzumachen. 

Die positive Stimmung vom Wochenbeginn konnte sich am Dienstag nicht halten. Die wichtigsten Leitindizes in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA sanken alle und schlossen auch im Minus. Der SMI kam mit einem kleinen Minus von -0,44 % auf 10.207,96 Punkten am besten weg. Der DAX schloss -0,92 % tiefer bei 12.616,80 Punkten und der ATX musste -1,10 % auf 2.317,36 Punkte abgeben. In den USA hielt sich der Nasdaq Composite Index mit einem Minus von -0,86 % auf 10.343,89 Punkten am besten von allen Benchmarks. Der Russell 2000 Index sank mit -1,78 % auf 1.417,16 Punkten am stärksten.

Die chinesischen Benchmarks setzen heute früh ihre Rallye unbeirrt fort. Alle Indizes liegen im Plus. Der Dow Jones Shanghai Index steigt am stärksten um 0,97 % auf 496,41 Punkte. 

Der Euro notiert vorbörslich fast unverändert bei 1,1275 Dollar. Auch zum Franken kaum Veränderung. Der Euro kostet aktuell 1,0627 Franken. Gold gab über Nacht leicht ab und wird knapp über 1.800 Dollar je Unze gepreist. 

 

Daimler räumt auf

 

Daimler-Chef Olaf Källenius nutzt die Wirren der Corona-Krise, um größere Veränderungen durchzudrücken. Nachdem bekannt wurde, dass das Werk im französischen Hambach verkauft und die Produktion des Smart neu aufgestellt werden soll, sickerte heute früh das Aus für die B-Klasse durch. Källenius stutzt damit zusehends die bisherige Expansionspolitik des Konzerns. Vergangenes Jahr war schon überraschend das Ende für die nagelneue X-Klasse bekannt gegeben worden. Weitere Fokussierungen der Produktpalette sind geplant.

Für das Werk in Hambach gibt es übrigens auch schon einen ersten Interessenten. Der britische Chemiekonzern Ineos hat eine Automotive-Sparte aufgebaut und will ihren Grenadier Geländewagen dort bauen. Ineos-Chef Jim Ratcliffe, der Ineos aus dem Nichts zu einem der größten Basis-Chemiekonzerne der Welt zusammengezimmert hatte, ist ein großer Geländewagen-Fan und hat den Grenadier zu seinem neuen „Pet-Projekt“ auserkoren. 

 

Daimler AG

 

Daimlers virtuelle Hauptversammlung beginnt heute früh. Viel Beifall darf Källenius nicht erwarten. Von Herrn Zetsche sind die Aktionäre verwöhnt worden und entsprechend groß ist die Enttäuschung über die geschrumpfte Dividende und den stark gefallenen Aktienkurs.  

 

Gewinnwarnung bei der Commerzbank?

 

Der völlig überraschende Abgang der Doppel-Spitze bei der Commerzbank war schon ein gewichtiges Alarmsignal. Der Vorstandsvorsitzende und der Aufsichtsratschef einer der wichtigsten Banken Deutschlands treten nicht ohne Grund gemeinsam zurück. Schon gar nicht ohne Vorankündigung. Im Vorfeld der heutigen Aufsichtsratssitzung wurde zudem noch bekannt, dass Martin Zielke auf seine variable Vergütung in Höhe von 1,5 Mio. Euro verzichten will. Ein Schritt, der nicht nötig ist, da ihm die Summe vertraglich zusteht. Sollte das Ergebnis der Commerzbank im 2. Quartal jedoch weit unter den Erwartungen bleiben, wäre das eine mögliche Erklärung für den freiwilligen Verzicht auf das Zusatz-Gehalt von Zielke. 

Bei der Besetzung des Aufsichtsrats ist die Commerzbank noch keinen Schritt weiter. Eine prominente Absage hat man sich bereits eingefangen. Was die Chancen für Tobias Guldimann erhöht, der seit 2017 im Aufsichtsrat der Commerzbank sitzt und einen guten Ruf genießt. 

 

Rohölbestände höher als erwartet

 

Laut API bleibt der Rohölbestand in den USA höher als erwartet. Das American Petroleum Institute (API) veröffentlichte gestern Abend den aktuellen Bestand, der um 2 Mio. Barrel gestiegen ist. Die Prognose lag bei einem deutlichen Rückgang des Bestands um -3,7 Mio. Barrel. Der Preis für WTI-Öl hält sich fast unverändert bei knapp über 40 Dollar je Barrel.

Heute um 16:30 Uhr veröffentlicht die US-Energiebehörde ihre Sicht auf die Ölreserven in den USA. Die EIA (US Energy Information Administration) bekommt wöchentlich die Reserven von allen amerikanischen Unternehmen geliefert und fasst diese zu einem Gesamtbericht zusammen. Zum 01. Juli waren die Bestände deutlich um -7,195 Mio. Barrel gesunken. Für heute wird ein weiterer Rückgang um -3,114 Mio. Barrel erwartet. 

 

08.07.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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