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BÖRSE TO GO - Commerzbank, Deutsche Wohnen und COVID-19

Schwache Vorgaben von der Wall Street

 

Der asiatische Handel reagierte mit Verlusten auf die Warnung aus den USA. Während das Weiße Haus auf eine schnelle Öffnung der US-Wirtschaft drängt, warnte der hauseigene Gesundheitsexperte in einem virtuellen Treffen mit dem US-Senat vor erheblichen Gefahren für Leib und Leben der US-Bevölkerung, wenn die Öffnung zu früh und zu schnell vorgenommen wird. 

Die Wall Street schloss bereits tief im Minus. Der S&P 500 Index und der Nasdaq Composite Index schlossen nahe der Tagestiefs und fielen unter dem Strich mehr als 2 %. Der DAX Future schloss den gestrigen Handel mit einem Minus von 2,33 % und erlebte heute früh einen Rebound. Zum Ende des asiatischen Handels notiert der DAX Future mit einem Plus von 0,96 %. Für die Eröffnung des deutschen Handels bedeutet das immer noch ein Minus, aber ein geringeres im Vergleich zum Börsenschluss an der Wall Street. 

 

COVID-19 belastet Commerzbank

 

Das operative Geschäft lief gut bei der Commerzbank, aber außerordentliche Belastungen zogen den Abschluss ins Minus. Exklusive der Corona-Effekte hätte die Bank einen operativen Gewinn von 204 Mio. Euro erreicht. So wurde das 1. Quartal mit einem Verlust von 277 Mio. Euro abgeschlossen. Bewertungsveränderungen machten einen großen Teil des Verlustes aus. Nach Steuern kommt die Commerzbank auf einen Verlust von 295 Mio. Euro. 

Bis auf die mBank kommt der Umbau gut voran. Im Mai konnte der Verkauf des Bereichs Equity Markets & Commodities an die Société Générale abgeschlossen werden. Auch der Squeeze-out bei der comdirect ist nun unter Dach und Fach. Der Verkauf der mBank wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Vorbörslich notiert die Aktie 0,97 % im Minus. 

 

Deutsche Wohnen: Dividendenkürzung

 

Die Deutsche Wohnen bleibt auf Kurs. Sowohl die Mieteinnahmen, als auch das Ergebnis aus der Wohnungsbewirtschaftung stiegen im Jahresvergleich um 2,9 und 1,5 % an. Das Ergebnis der Verkäufe fiel dagegen um 75,9 % im Jahresvergleich. Nach Steuern konnte die drittgrößte Immobiliengesellschaft in Europa einen Gewinn von 125,4 Mio. Euro (0,35 Euro / Aktie) ausweisen. 

Die Aktionäre können sich jetzt auf eine Dividende von 0,90 Euro / Aktie einstellen. Der Vorstand hat die Ausschüttungsquote um 5 auf 60 % reduziert, um einen Hilfsfonds im Umfang von 30 Mio. Euro zu finanzieren, der Privatmietern und gewerblichen Mietern hilft, die durch die Corona-Krise finanziell in Schwierigkeiten geraten sind. Die Aktien liegen vorbörslich mehr als 1 % im Plus. 

 

Weitere Quartalsberichte: 1&1 Drillisch, Bauer, Deutsche Beteiligungs AG, Deutsche Pfandbriefbank, Jenoptik, Leoni, Salzgitter, Sixt, United Internet

 

US-Inflation rückläufig

 

In den USA ergab sich im April die stärkste Preisverbilligung für Konsumenten seit 2008. Mit einem Rückgang der Preise im Vergleich zum Monat März um 0,8 % stellte sich der schärfste Preiseinbruch seit November und Dezember 2008 ein, als die Inflation um 1,0 und 1,7 % im Monatsvergleich fiel. Erwartet wurde dagegen ein stabiles Preisniveau im April.

Der Einbruch hat Konsequenzen für Aktien und Anleihen. Für den amerikanischen Aktienmarkt ist die Zahl ein weiteres starkes Warnsignal, dass die volkswirtschaftlichen Konsequenzen der Corona-Krise erheblich sind und die Unternehmen vor große Herausforderungen stellt. Für den Anleihemarkt ist die Zahl eine Bestätigung, dass die in den letzten Monaten gefallenen Inflationserwartungen gerechtfertigt waren und das aktuell niedrige Renditenniveau bei Staatsanleihen keine Übertreibung ist. 

Der europäische Handel startet heute früh mit einer breiten Palette an Wirtschaftsdaten aus Großbritannien. Von der Baubranche über die Industrieproduktion und das verarbeitende Gewerbe bis hin zur Handelsbilanz und dem BIP wird alles um 08:00 Uhr veröffentlicht. Die Zahlen werden einen umfassenden Eindruck geben, wie schwer die britische Wirtschaft durch Covid-19 getroffen wurde. 

Um 11:00 Uhr bekommen wir die Zahlen der Industrieproduktion in der Europäischen Union im Monat März. Nach einem Rückgang um 1,9 % im Februar wird nun ein Einbruch um 12,4 % erwartet.

Aus den USA bekommen wir heute um 14:30 Uhr die Produzentenpreise für den Monat April. Im Monatsvergleich wird ein Rückgang um 0,5 % erwartet. Um 16:30 Uhr gibt es das wöchentliche Update zum US-Ölmarkt. 

 

13.05.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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