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BÖRSE TO GO - BHP, Commerzbank und Gazprom

Commerzbank zieht bei Comdirect Zügel an - Gratis-Mentalität ist zu Ende - Kunden werden zur Kasse gebeten

 

Die Börsenplätze in China und Taiwan blieben am Dienstag noch geschlossen, aber die restlichen Märkte entwickelten sich sehr positiv. Die Börsen in Australien, Hongkong und Japan verzeichneten starke Kursgewinne. Die Futures übernehmen die positive Stimmung und steigen deutlich während der asiatischen Sitzung. Kurz vor Eröffnung der europäischen Vorbörse liegt der DAX-Future 0,42 % im Plus bei 14.109 Punkten, während der S&P 500 Future weiter um 0,47 % auf 3.934 Punkte steigt und der Nasdaq-Future bei 14.095 Punkten (+0,50 %) gesehen wird. 

In Abwesenheit der Wall Street entwickelte sich Frankfurt sehr stark am Montag. Alle deutschen Benchmarks konnten sich verbessern, wobei der DAX mit einem Plus von 0,42 % auf 14.109,48 Punkte noch am schwächsten performte. Gefragt waren die Aktien von MTU Aero Engines, die um 2,08 % auf 198,50 Euro stiegen, und der Deutschen Bank, die sich um 2,19 % auf 9,18 Euro verbesserten. 

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Das Highlight des Tages war der SDAX, der sich stark um 1,28 % auf 15.798,17 Punkte steigern konnte. Die Aktien von 1+1 Drillisch führten den Index wieder an, nachdem man wie erwartet das Angebot von Telefonica annahm und eine neue Vereinbarung mit der Deutschen Telekom aushandelte. Die Aktien schlossen 6,54 % höher bei 22,80 Euro. Ebenfalls gefragt waren die Aktien der Global Fashion Group, die um 6,23 % auf 13,40 Euro stiegen. Der TecDAX verbesserte sich um 0,79 % auf 3.573,24 Punkte und der MDAX stieg um 0,95 % auf 32.905,80 Punkte. 

New York war am Montag aufgrund des Presidents Day geschlossen. 

 

BHP schüttet Rekorddividende aus

 

Mit großem Optimismus geht die BHP Group in das Jahr 2021. Das Unternehmen unterstrich, wie wichtig die Impfung der Bevölkerung weltweit für das Geschäft von BHP ist und zeigte sich sehr erfreut, dass viele Regionen schneller vorankommen als erwartet. Der Gewinn im 1. Fiskalhalbjahr stieg um 16 % auf ein 7-Jahreshoch von knapp mehr als 6 Mrd. US-Dollar bei einem Umsatz von 25,7 Mrd. US-Dollar. Man schüttet eine Rekorddividende von 5,1 Mrd. US-Dollar für das 1. Fiskalhalbjahr an die Aktionäre aus.

 

BHP Group

 

Einen großen Beitrag zu der guten Performance von BHP hat der Bereich Eisenerz. China, die ihre Wirtschaft stark nach den Lockdowns gefördert hatte, gilt als einer der größten Verbraucher von Eisenerz, das im Wesentlichen bei der Stahlproduktion eingesetzt wird. Hilfreich für BHP war zudem, dass es in Brasilien zu Produktionsausfällen bei der Konkurrenz gekommen war. Die Futures für Eisenerz stiegen im vergangenen Jahr um 70 % und machten auch rund 70 % des Gewinns von BHP im 1. Fiskalhalbjahr aus. Die Geschäftsführung dämpfte jedoch die Erwartungen an das laufende 2. Fiskalhalbjahr, da die Eisenerzvorräte in China sehr hoch seien und die Stahlausstoß im 1. Halbjahr gedrosselt werden soll. Die Aktien von BHP stiegen in Sidney um 2,7 %. 

 

Commerzbank erhöht die Preise bei Comdirect

 

Der neue Vorstandsvorsitzende Manfred Knof macht ernst mit seinen Ankündigungen. Nicht nur streicht der Vorstand der Commerzbank die eigene Belegschaft und das Filialnetz stark zusammen, man geht auch die Kunden an. Knof beendet nun zum 1. Mai die Gratis-Mentalität bei der Onlinetochter Comdirect, die man im vergangenen Jahr komplett integriert hatte. Wer sein Comdirect Konto in Zukunft nur noch gelegentlich benutzt, wird die kostenlose Kontoführung verlieren. Auch zusätzliche Dienstleistungen, die bisher gratis angeboten wurden, um im Wettbewerb mit anderen Online-Discountern mitzuhalten, werden gestrichen. Das reicht von Gebühren für die Benutzung der Geldautomaten bis hin zu Gebühren für bereitgestellte Kreditkarten. 

Auch Negativ-Zinsen sind kein Tabu-Thema. Knof deutete an, dass man den Druck der Europäischen Zentralbank in Zukunft verstärkt an Bestandskunden weiterreichen und die Kosten nicht mehr selbst tragen wird. Bisher werden die Negativ-Zinsen nur an Neukunden mit mehr als 100.000 Euro Liquidität weitergereicht. Zusammengefasst lautet das neue Ziel für die Comdirect, dass in Zukunft vor allem vermögende Kunden akquiriert werden sollen und bei kleinen Privatanlegern die Marge durch Preissteigerungen zu erhöhen ist. 

 

Gazprom steigert Liefermengen im März

 

Der kalte Winter hinterlässt seine Spuren beim Verbrauch. Die deutschen Gasspeicher, wovon es 40 gibt, die vorrangig aus natürlich entstandenen Hohlräumen und Salzstöcken bestehen, sind nur noch zu einem Drittel gefüllt. Zwar ist es saisonal typisch, dass die Befüllungsstände zum Ende des Winters sinken, da die Gaspreise im Sommer günstiger sind und dann zur Wiederauffüllung genutzt werden, aber das aktuelle Niveau liegt weit unter dem hohen Stand des Vorjahres, als die Speicher zu diesem Zeitpunkt noch zu 81 % gefüllt waren. 

Die Branche versucht zu beschwichtigen, aber Gazprom wartet nicht länger. Man kündigte jüngst an, dass man ab März täglich mehr als 124 Millionen Kubikmeter Gas nach Europa ausliefern wird, was einer Steigerung der bisherigen Planung von 13 % entspricht. Ein Energie-Engpass wie derzeit im Bundesstaat Texas, steht aber nicht zu befürchtet. Die Läger beispielsweise in der Ukraine sind prall gefüllt. 

 

Tagestermine

 

Im Mittelpunkt steht heute Vormittag die Veröffentlichung der ZEW-Konjunkturindizes um 11:00 Uhr. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen lag zuletzt im Januar bei 61,8 Punkten und für Februar wird mit einem Rückgang auf 59,6 Punkte gerechnet. Die Einschätzung der aktuellen Lage soll sich ebenfalls von -66,4 Punkten auf -67,0 Punkte verschlechtert haben. 

Zur selben Zeit bekommen wir auch zahlreiche wichtige Daten für die Euro-Zone. Neben einer weiteren Lesung der vorläufigen BIP-Daten für das 4. Quartal (-5,1 %) werden auch die aktuellen Arbeitsmarktdaten und der ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen für die ganze Region veröffentlicht. 

 

16.02.2021 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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