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BÖRSE TO GO - Wirecard, BoE und SNB

Wirecard Geschäftsberichte mit Spannung erwartet

 

Die positive Stimmung im europäischen Handel konnte sich nicht auf die Wall Street übertragen. Während die wichtigsten europäischen Benchmarks im Plus schlossen, setzten im amerikanischen Handel gestern Abend Gewinnmitnahmen ein und ließen die US-Benchmarks fast geschlossen im Minus schließen. Einzig die Nasdaq konnte um 0,15 % höher bei 9.910,53 Punkten schließen.

Der DAX beendete den Handel gestern bei 12.382,14 Punkten (+0,54 %) und der DAX-Future wird heute früh im asiatischen Handel mehr als -0,3 % im Minus gesehen. Der SMI konnte im gestrigen Handel sogar outperformen und kletterte um 1,67 % auf 10.202,19 Punkte. Der ATX schloss gestern -0,43 % tiefer bei 2.340,75 Punkten.

US-Futures notieren geschlossen im Minus und die Volatilität steigt. Alle wichtigen US-Futures notieren während des asiatischen Handels deutlich tiefer im Vergleich zum gestrigen Handelsschluss. Angeführt wird die Liste der Verlierer vom Dow-Future, der mehr als -0,8 % im Minus gesehen wird. Der S&P 500 VIX Index steigt auf knapp 35. 

 

Kommen neue Auto-Zölle?

 

Die USA haben in der Nacht die Gespräche mit der EU über die Digitalsteuer abgebrochen. US-Unterhändler Robert Lightizer bestätigte während einer Anhörung vor dem US-Kongress, dass das US-Finanzministerium die europäischen Verhandlungspartner schriftlich über den Abbruch informiert hat. 

Die europäische Digitalsteuer soll für eine korrekte Besteuerung ausländischer Tech-Unternehmen sorgen. Einige Konzerne, darunter viele amerikanische, waren in der Vergangenheit durch Steuervermeidungsmodelle aufgefallen, die die Besteuerung in der EU minimierte. Die neue Digitalsteuer soll diesen Bereich in Zukunft besser steuern und stößt auf erheblichen Widerstand der US-Regierung. 

Den europäischen Autokonzernen droht Vergeltung. Die US-Regierung hatte bereits mehrfach damit gedroht, dass man die Zölle für Autoimporte drastisch erhöhen würde, wenn die EU bei der Digitalsteuer nicht einlenkt. Washington will so wichtige Industrien in den Kernländern der EU treffen. Überdurchschnittlich stark wäre Deutschland von höheren Zöllen betroffen. Der Abbruch der Gespräche könnte sich daher heute negativ auf die Aktienkurse von Unternehmen wie BMW, Daimler und Volkswagen auswirken. 

 

Wirecard-Tag

 

Die Anleger müssen sich bis zum Nachmittag gedulden. Die Bilanz-Pressekonferenz wird erst ab 14:00 Uhr live ausgestrahlt. Wirecard wird sowohl zum Geschäftsjahr 2019 Stellung nehmen als auch zum Verlauf des 1. Quartals. Angekündigt ist zudem ein Ausblick am Ende der Pressekonferenz. 

 

Gemischte Signale von der US-Konjunktur

 

Öl sandte gestern keine positiven Signale. Entgegen den Erwartungen der Händler sanken die Rohölbestände in der vergangenen Woche nicht, sondern stiegen weiter an um 1,22 Mio. Barrel. Einen positiven Hinweis gab es allerdings vom Endkundenverbrauch. So reduzierten sich in den USA die Benzinbestände deutlich um 1,67 Mio. Barrel. 

 

SNB und BoE entscheiden

 

Die SNB wird um 09:30 Uhr ihre jüngste Zinsentscheidung bekannt geben. Die Pressekonferenz ist für 10:30 Uhr angesetzt. Die Börse erwartet, dass der Franken-Leitzins unverändert bei -0,75 % beibehalten wird. Im Gegensatz zu den meisten anderen Notenbanken haben die Schweizer keinen Aktionismus gezeigt, sondern haben ihre Linie stringent weiterverfolgt. 

 

Euro / Franken

 

Am Devisenmarkt wurde interveniert. Nachdem der Franken zum Euro ein 5-Jahreshoch erreichte, hat die Schweizer Nationalbank in erheblichem Umfang Franken verkauft, um den Aufwertungsdruck auf die Wirtschaft zu dämpfen. Das ist auch Washington nicht entgangen. Die Trump-Regierung hat die Schweiz auf ihre Beobachtungsliste der weltweiten „Währungsmanipulatoren“ gesetzt. 

Am frühen Nachmittag um 13:00 Uhr wird die Bank of England ihre Zinsentscheidung bekannt geben. Die Prognosen gehen davon aus, dass der Pfund-Leitzins unverändert bei 0,10 % bleiben wird. Im Hinblick auf das QE-Programm der BoE wird jedoch eine Ausweitung von 645 auf 725 Mrd. Pfund erwartet, nachdem die britische Wirtschaft schwer unter der Corona-Krise zu leiden beginnt.

Vor Beginn der Wall Street bekommen wir um 14:30 Uhr noch einmal aktuelle Arbeitsmarktdaten. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe der letzten sieben Tagen sollen sich auf 1,3 Mio. Anträge belaufen haben. Ebenfalls um 14:30 Uhr wird ADP ihre Schätzung der Beschäftigungsentwicklung außerhalb der Landwirtschaft bekannt geben. 

 

18.06.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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