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BÖRSE TO GO - Allianz, Porsche und RWE

Diess spielt die Porsche-Karte - IPO der Luxusmarke im Gespräch

 

Nur China und Südkorea können sich behaupten. Die restlichen asiatischen Börsenplätze verzeichnen heute teils deutliche Abgaben. Die schwachen Vorgaben der Wall Street machen sich bemerkbar. Die Futures notieren eine Viertelstunde vor Eröffnung der europäischen Vorbörse uneinheitlich. Der DAX-Future zeigt ungewohnten Optimismus und steigt um 0,15 % auf 13.945 Punkten. Alle US-Futures notieren dagegen leicht im Minus, knapp unter den Schlusskursen. 

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Frankfurt konnte sich am Donnerstag nicht von der Wall Street lösen. Alle Benchmarks schlossen tiefer, aber die Spanne zwischen den einzelnen Verlusten war groß. So konnte der DAX mit einem Schlussstand von 13.886,93 Punkten fast den Schlusskurs vom Mittwoch halten. Das Minus betrug am Ende nur -0,16 %. Die starke Nachfrage nach den Autos half dem Index in einem allgemein schwachen Marktumfeld. So verbesserten sich die Aktien von Daimler um 2,22 % auf 66,89 Euro und die Volkswagen Vorzüge stiegen um 4,64 % auf 168,86 Euro. 

Besonders hart erwischte es die kleinsten Titel. Der SDAX sackte um -1,89 % auf 15.332,93 Punkte ab und war damit der Tagesverlierer. Verbio (-5,95 %) und LPKF (-9,49 %) verzeichneten die größten Abgaben. Auch der MDAX kam am Donnerstag unter die Räder und fiel um -1,26 % auf 32.227,05 Punkte. 

Die Wall Street setzte am Donnerstag ihren leichten Konsolidierungskurs fort. Alle wichtigen Benchmarks gaben ab, wobei sich der Dow Jones Industrial Average erneut am besten halten konnte. Der Blue Chip Index sank um -0,38 % auf 31.493,34 Punkte und verzeichnete damit die geringsten Verluste. Der S&P 500 Index gab um -0,44 % auf 3.913,97 Punkte ab und der Nasdaq Composite Index fiel deutlich um -0,72 % auf 13.865,36 Punkte. Am stärksten von den Verkäufen war erneut der Russell 2000 Index betroffen, der -1,67 % tiefer bei 2.218,39 Punkten schloss. 

 

Allianz übertrifft die Erwartungen

 

Corona hat die Allianz viel Geld kostet. Konkret 1,3 Mrd. Euro musste der Versicherungskonzern insgesamt in 2020 für Ansprüche auszahlen, die im Zusammenhang mit Covid-19 stehen. Bereinigt man das operative Ergebnis um diesen Posten, konnte die Allianz das Jahr über dem Rekordniveau von 2019 beenden. So sank der operative Gewinn um -9,3 % auf 10,8 Mrd. Euro. Der Umsatz gab insgesamt um -1,3 % auf 140,5 Mrd. Euro nach und das Ergebnis nach Steuern fiel um -14 % auf 6,8 Mrd. Euro. Die Dividende will man jedoch stabil bei 9,60 Euro je Aktie halten. Auch der Ausblick für 2021 ist positiv. Die Allianz strebt ein operatives Ergebnis von 12 Mrd. Euro an, was über dem Niveau von 2019 liegen würde. Die Schwankungsbreite der Prognose liegt allerdings bei 1 Mrd. Euro nach oben und unten. 

 

Diess zieht die Porsche-Karte

 

Der Umbau des Volkswagen-Konzerns kostet. Die Umstellung aller Marken und Modelle auf Elektromotoren erfordert Milliarden an Investitionen in jeder Sparte und der Vorstand in Wolfsburg prüft, ob eine Rückkehr der Marke Porsche an die Börse dabei hilfreich sein kann. Im Gespräch ist ein Viertel der Aktien zu verkaufen, um genügend Geld in die Kasse zu bringen, damit man sich schnell neu aufstellen kann und den Vorsprung der Konkurrenz verkürzt. 

 

Volkswagen AG Vz.

 

Auch ist Wolfsburg die niedrigere Börsenbewertung ein Dorn im Auge. Mit 88 Mrd. Euro bewertet Frankfurt den Volkswagen-Konzern, der einiges mehr an Werten zu bieten hat als ein Konkurrent wie Tesla, der in New York mit einer Bewertung von 766 Mrd. US-Dollar gehandelt wird, obwohl man ohne staatliche Zuschüsse Verluste schreibt. Auch der Eintritt von Apple in den Automarkt macht Volkswagen nervös. Die Perfektionisten aus Kalifornien könnten mit einem eigenen Auto die meist eher altbackene Fahrzeugsoftware von Volkswagen alt aussehen lassen. Fest steht aber heute schon: Die Börse würde ein IPO der Marke Porsche lieben. 

 

RWE verliert im Texas-Schneesturm Millionen

 

In einer ungewöhnlichen schnellen Stellungnahme warnte RWE vor hohen Verlusten im 1. Quartal. Durch die außergewöhnliche Wetterlage im Bundesstaat Texas wurde zeitweise bis zu 50 % der Stromproduktion außer Kraft gesetzt, da die Infrastruktur nicht weitläufig auf Frost und tiefe Temperaturen vorbereitet war. Vor allem der Ausfall von Gas- und Kohlekraftwerken sorgte für den tiefen Abfall der Stromproduktion, der zu massiven Schäden und Problemen führten. Unter anderem ist 40 % der landesweiten Öl-Produktion ausgefallen. 

Auch Windkrafträder froren ein, da sie nicht winterfest gebaut worden waren. Das hat auch RWE mit ihren Windkraftanlagen vor Ort zu spüren bekommen und war aufgrund der Anordnung des Public Utility Commission of Texas den Electric Reliability Council of Texas (ERCOT) gezwungen worden, seinen Lieferverpflichtungen trotzdem nachzukommen, indem am Markt Strommengen hinzugekauft wurden. Der Strommarkt in Texas kennt jedoch keine Kappungen. Der massive Nachfrageüberhang führte daher zeitweise zu einer mehr als Verhundertfachung der Strompreise. RWE musste trotzdem kaufen und rechnet daher damit, dass das Wetterdebakel in Texas den Konzern im laufenden Quartal einen niedrigeren bis mittleren dreistelligen Millionen-Betrag kosten wird. 

 

Tagestermine

 

Der wichtigste Termin am Vormittag ist die Veröffentlichung der vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Deutschland im Monat Februar um 09:30 Uhr. Der Gesamtindex wird bei 50,5 Punkten nach zuvor 50,8 Punkten gesehen. Der Index des verarbeitenden Gewerbes soll von 57,1 auf 56,5 Punkte gesunken sein und der Index des Dienstleistungsgewerbes soll leicht von 46,7 auf 46,5 Punkte gefallen sein.

Die gleichen Indizes werden um 15:45 Uhr auch für die USA veröffentlicht. Der Gesamtindex stand hier zuletzt im Januar bei 58,7 Punkten. Eine Prognose für Februar liegt nicht vor. Beim verarbeitenden Gewerbe wird ein Rückgang des Index von 59,2 auf 58,5 Punkte erwartet und auch der Index des Dienstleistungsgewerbes wird niedriger bei 57,6 Punkten nach zuvor 58,3 Punkten gesehen. 

 

19.02.2021 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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