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BÖRSE TO GO - Boeing, Schaeffler und Schindler

Schaeffler wehrt sich gegen Zwangsfusion - Continental streicht die Dividende

 

Starke Kursverluste am chinesischen Aktienmarkt bestimmen heute früh die Stimmung in Asien. So notiert unter anderem der China A50 Index kurz vor Handelsschluss -3,42 % tiefer bei 19.314 Punkten. Die schwache Stimmung überträgt sich auch auf den Handel in Australien und Südkorea. Entsprechend liegen alle wichtigen Futures kurz vor Eröffnung der europäischen Vorbörse im Minus. Der DAX-Future notiert leicht tiefer bei 13.949 Punkten, der S&P 500 Future wird bei 3.894 Punkten (-0,21 %) gesehen und der Nasdaq-Future sinkt um -0,32 % auf 13.531 Punkte. 

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Frankfurt beendete am Freitag eine insgesamt schwache Woche mit einem positiven Ausblick. Die Anleger kauften vor dem Wochenende wieder zu und ließen alle wichtigen Benchmarks steigen. Der DAX versuchte noch einmal die Marke von 14.000 Punkten zu nehmen, scheiterte aber am Freitag und schloss mit einem Plus von 0,77 % knapp darunter bei 13.993,23 Punkten. Gefragt waren die Aktien der Deutschen Bank, die um 3,91 % auf 9,56 Euro stiegen, und von Infineon Technologies, die 3,95 % auf 36,60 Euro klettern konnten. 

In der 2. Reihe tat sich vor allem der SDAX hervor, der um 1,09 % auf 15.500,54 Punkte steigen konnte. Hier führten die Aktien von ElringKlinger (+4,60 %) und Koenig & Bauer (+4,76 %) das Segment an. Der MDAX legte um 0,49 % auf 32.384,74 Punkte zu und der TecDAX hielt die rote Laterne mit einem kleinen Plus von 0,21 % auf 3.518,56 Punkte. 

Die Wall Street entwickelte sich in der Breite durchwachsen, aber hielt auch eine sehr positive Ausnahme bereit. Während der Dow Jones Industrial Average Index nahezu unverändert schloss, sank der S&P 500 Index leicht um -0,19 % auf 3.906,71 Punkte und der Nasdaq Composite Index stieg leicht um 0,07 % auf 13.874,46 Punkte. Mit Abstand der größte Gewinner am Freitag war der Russell 2000 Index, der um 2,18 % auf 2.266,69 Punkte sprang. 

 

FAA legt Boeing 777 still

 

Die US-Luftfahrtaufsichtsbehörde FAA hat die Fluggesellschaften angewiesen, ihre Boeing 777 Maschinen am Boden zu belassen. Neben den USA, folgten auch Gesellschaften in Japan der Anweisung. Anlass war ein Triebwerksfehler nach dem Start eines United Airlines Flug, der dafür gesorgt hatte, dass eine Boeing 777 große Teile des Triebwerkes über einem Vorort von Denver verloren hatte. Konkret sollen die Antriebe PW4000 von Pratt & Whitney auf Mangelhaftigkeit überprüft werden. Schon im Dezember hatte es einen ernsthaften Vorfall mit einem Boeing 777 Triebwerk gegeben beim Abflug vom Flughafen Naha im japanischen Okinawa. 

Das ist ein weiterer Rückschlag für Boeing. Der Konzern hatte sich gerade erst von den schweren Problemen beim 737 MAX erholt und eine Rekordverlust für 2020 vorgelegt. Die Aktien von Boeing hatten sich am Freitag noch um 4,31 % auf 217,47 US-Dollar gesteigert. Der Unfall in Denver ereignete sich am Wochenende. 

 

Schaeffler will Konzernstruktur erhalten

 

Schaeffler will der Spin-off Kultur in Deutschland widerstehen. Während große Konzerne wie Continental, Daimler und Siemens seit langem daran arbeiten große Geschäftsbereiche gesellschaftsrechtlich voneinander zu isolieren und getrennt an die Börse zu bringen, betonte der Vorstandsvorsitzende von Schaeffler, dass man die Struktur des Konzerns als Ganzes erhalten will. Klaus Rosenfeld wies darauf hin, dass diese Strategie, die im Wesentlichen die Bewertungen an der Börse heben soll, bei Schaeffler nicht greifen würde, da man ein integrierter Technologiekonzern sei. 

Schaeffler versucht gleichzeitig dem Druck von Continental zu widerstehen. Continental, die derzeit mit Verlusten kämpft, hatte intern die Diskussion über eine Zusammenlegung der Unternehmen angestoßen. Eine Fusion beider Konzerne lehnte Rosenfeld in diesem Zusammenhang aber ab. Auch werde man die zum Verkauf stehende Continental-Tochter Vitesco nicht übernehmen. Continental meldete derweil am Freitagabend, dass man die Dividende für das Geschäftsjahr 2020 gestrichen habe. 

 

Schindler sucht nach Übernahmezielen

 

Die schweizer Schindler Gruppe versucht die Covid-19-Krise für sich zu nutzen. Als eines der größten europäischen Industrieunternehmen schaut man über die kurzfristigen Probleme der Pandemie hinweg und sucht nach Übernahmezielen, die den langfristigen Wert und das Wachstum des Unternehmens stärken. Der CEO Thomas Oetterli betonte, dass man eine starke Bilanz habe, ausreichend Liquidität und eine hohe Eigenkapitalquote. Man sei sehr gut gerüstet, um die Schwäche der anderen für sich zu nutzen. Traditionell hat Schindler im Fahrstuhlgeschäft kleinere Konkurrenten übernommen. Oetterli deutete jedoch an, dass das Ziel dieses Mal auch größer sein könnte. Der Schindler Konkurrent Thyssenkrupp Elevator war im letzten Jahr an die Private Equity Gesellschaften Advent und Cinven für 17,2 Mrd. Euro verkauft worden.

 

Schindler AG

 

Tagestermine

 

Der IFO-Geschäftsklimaindex für Deutschland dominiert heute Vormittag die Agenda. Der Geschäftsklimaindex wird um 10:00 Uhr veröffentlicht und die Analysten erwarten eine leichte Verbesserung von 90,1 Punkten im Januar auf 90,5 Punkte im Februar. Beim Index der aktuellen Lageeinschätzung wird dagegen ein leichter Rückgang von 89,2 auf 89,0 Punkte prognostiziert. Optimismus aber beim Blick in die Zukunft. Der Geschäftserwartungsindex wird höher bei 91,8 Punkten gesehen nach 91,1 Punkten im Januar. 

Am Nachmittag stehen dann die Europäische Zentralbank und die Rede von Frau Christine Lagarde im Mittelpunkt. Die Börse wird die Rede genau verfolgen und auf Hinweise abklopfen, ob die EZB ihren Kurs angesichts steigender Inflationserwartungen ändert. 

 

22.02.2021 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur

 

  • Martin - 22.02.2021 08:58:39 Uhr

    Dass Schaeffler von Conti kontrolliert wird, waere mir neu. Schaeffler ist groesster Aktionaer von Conti, nicht umgekehrt.


 

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